Mittwoch, 08 Juni 2016 22:08

Red Stone Chapel - The Damagecreek Sessions

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The Damagecreek Sessions EP The Damagecreek Sessions EP Red Stone Chapel

Heavy Swamp Music influenced by BLUES, BEER and BBQ...dafür steht keine andere Band mehr als Red Stone Chapel! Seit 2010 spielt der Fünfer aus Marburg seine ganze eigene Mischung aus Stoner, Southern und Sludge und weiß vor allem live damit zu überzeugen. Nun erschien im März die EP "The Damagecreek Sessions" und endlich kann man sich R.S.C. auch daheim anhören.

Ich muss zugeben, dass ich der EP bis zum ersten Hören eher skeptisch gegenüber stand. Meine Befürchtungen waren, dass die Band es nicht schafft, den Druck und die Energie, die sie live haben, im Studio einzufangen und damit auf Konserve deutlich gegenüber ihrer starken Liveshows zurück stehen wird. Aber zum Glück habe ich mich geirrt! Nach dem kurzen (und für mich entbehrlichen) Intro „Swamp Salute" ertönt „Starknuckle" und wischt alle Zweifel weg. Red Stone Chapel haben auf CD genauso viel Dampf wie auf der Bühne!


Neben „Starknuckle" sind auch „Head Crisis", „Progress In Work" und „Genius Junction" auf der EP gelandet und mit dieser Mischung macht die Band alles richtig. Denn in jedem der vier Songs wohnt ein höllischer Groove inne, der einen mitreißt und animiert, wild vor der Anlage herumzuspringen und die Luftgitarre zu malträtieren. Schuld daran ist das Gitarrenduo Dennis Barmbold und Jonah Schreiber, die sich mit einer Lässigkeit die Riffs zuspielen, dass man nur staunen kann. Durch das Zusammenspiel der beiden entsteht eine mächtige Wand an Southernriffs, die in Kombination mit Drummer Kris-Eric und Basser Christoph für den Druck und Groove in den Songs sorgen. On top gibt es noch die einzigartigen Vocals von Fronter Dimitrios, die wohl nur von einem wahnsinnigen und von der Tarantel gestochenen Redneck nach gemacht werden können. Von Gesang bis Sprechgesang ist alles dabei und setzt auf den intrumentalen Grundstock noch den I-Punkt.


Wenn man sich nach dem x-ten Hören abreagiert hat und man doch mal Zeit und Luft findet, sich die Songs genauer anzuhören, wird man feststellen, dass diese nicht nur aus Groove bestehen. Es wird dann einem vielleicht auffallen, dass sich die Stücke nicht gleich anhören und die Band mit ihrer Auswahl auf Abwechslung gesetzt hat. „Starknuckle" hat zum Beispiel etwas funkiges, boogiemäßiges an sich, während in „Genius Junction" viel von DOWN steckt. Unverwechselbar als R.S.C.-typisch wird aber immer „Progress In Work" erkennbar bleiben. Mit seinem stampfenden, fast polkaartigen Rhythmus und dem Zusammenspiel von Mundharmonika und Gitarre entwickelte sich der Song nach und nach für mich zum stärksten auf der EP.


Aber auch einige feine Spielereien werden einem auffallen, denn Red Stone Chapel können nicht nur Druck und ordentlich Dampf, sie können auch zum Beispiel an der Gitarre zaubern. Zahlreiche Soli lassen das Herz höher schlagen und laden dazu ein, die Songs immer wieder zu hören. Ein Moment, der mich aber immer wieder aufhorchen lässt, ist der Mittelteil bei „Head Crisis", bei dem zu den Gitarren noch Orgeltöne dazu kommen und das starke Riffing untermalen. Solche Momente gibt es in jedem der vier Songs, man muss nur genau hinhören und sich einfach mal die Zeit dazu nehmen, sie zu suchen.


Was bleibt als Fazit noch zu sagen? Vielleicht das die Spielzeit mit 13 Minuten nicht allzu lang ist? Meiner Meinung nach hätte man hier lieber das Intro weg gelassen und einen oder zwei Songs mehr drauf gepackt. Aber all das ist Meckern auf hohem Niveau und schmälert die Leistung nur geringfügig, die die Marburger mit „The Damagecreek Sesssions" abliefern. Es ist Red Stone Chapel gelungen, die Energie und den Druck ihrer Liveshows auch im Studio einzufangen und somit eine rundum gelungene Konserve für die heimische Anlage abzuliefern. Wer auf harte Musik im Southern-Style steht, der muss hier zugreifen!


Tracklist:

1. Swamp Salute (intro)

2. Starknuckle

3. Head Crisis

4. Progress In Work

5. Genuis Junction


Bewertung:

8 von 10 Punkten


PS: Leider gibt es kein YouTube-Link zu einem der Stücke von der EP :-(, dafür aber ein Livemitschnitt von "Genius Junction" vom Black Sunset Festival 2015!

Weitere Informationen

  • Band: Red Stone Chapel
  • Album Titel: The Damagecreek Sessions
  • Erscheinungsdatum: 18.03.2016
  • Fazit: Was bleibt als Fazit noch zu sagen? Vielleicht das die Spielzeit mit 13 Minuten nicht allzu lang ist? Meiner Meinung nach hätte man hier lieber das Intro weg gelassen und einen oder zwei Songs mehr drauf gepackt. Aber all das ist Meckern auf hohem Niveau und schmälert die Leistung nur geringfügig, die die Marburger mit „The Damagecreek Sesssions“ abliefern. Es ist Red Stone Chapel gelungen, die Energie und den Druck ihrer Liveshows auch im Studio einzufangen und somit eine rundum gelungene Konserve für die heimische Anlage abzuliefern. Wer auf harte Musik im Southern-Style steht, der muss hier zugreifen!
Gelesen 1704 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 09 Juni 2016 19:45