Freitag, 29 April 2016 10:16

In Somnia - Withered - Frozen - Perished

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Withered - Frozen - Perished Withered - Frozen - Perished In Somnia

In Somnia ist nicht nur eine Bezeichnung für Schlaflosigkeit, sondern seit 2013 auch der Name einer österreichischen Melodic Death Metal-Band. Mit ihrem Debütalbum „Withered – Frozen – Perished“ wollen sie nach eigenen Angaben „frischen Wind ins Genre bringen“. Das wollen viele, doch gelingt es dem Quintett?

Lasst es mich kurz machen: Die Antwort ist ein einfaches Nein. Warum? Nun, das ist schon vielschichtiger. Die Bedingungen sind mit neun Songs und rund 45 Minuten Spielzeit schon mal nicht allzu schlecht. Die neun Songs sind alle äußerst melodiös und trotzdem ist so einiges im Argen.
Doch fangen wir mit dem Positiven an: In Somnia halten innerhalb der Dreiviertelstunde eine ordentliche Härte aufrecht und treiben ihre Songs meist strukturiert voran. Eine Kritik an den einzelnen Musikern lässt sich zudem nur schwer belegen, Schlagzeug, Keyboard und Saiteninstrumente werden durchaus passabel bedient. Die Band scheint mir doch einiges an Potenzial zu haben, das leider kaum in Erscheinung tritt.

Ganz abgesehen davon, dass das Ziel „frischen Wind ins Genre bringen“ ohnehin unheimlich hochgegriffen ist, gibt es eben einige Kritikpunkte: In meinen Augen sollte ein Keyboard in keiner Melo-Death-Band einen Großteil der Songs tragen (müssen) - schon gar nicht, wenn man zwei Gitarren hat, die das übernehmen können. In Somnia nutzen das Keyboard zu stark. Das hat zwei Auswirkungen: Einerseits gibt es Momente, wo Keyboard, Vocals, Gitarren und Schlagzeug sich zu übertonen versuchen, jedes Instrument versucht einen Platz im beschränkten Klanggebäude zu ergattern. Dadurch wirkt die Musik an manchen Stellen viel zu überladen. Andererseits sind die Gitarren ob der Prominenz des Keyboards zu zurückhaltend. Richtig glänzen können sie nur, wenn sie sich alleine beweisen können, was zwar in jedem Song mehrfach aufblitzt und dann auch wirklich hörenswert ist, zu oft aber einfach nur untergeht.

Vieles, was In Somnia versuchen, lässt sich mit dem Prädikat „Gut gedacht, nicht optimal umgesetzt“ betiteln. Das fängt bei eben Genanntem an und geht bei den mehrstimmigen, meist klaren Chorussen weiter. Diese sind nicht nur gut gedacht, sondern zu Beginn auch ordentlich ausgeführt. Im Laufe des Albums wiederholt sich dieses Vorgehen aber in jedem Song mindestens einmal, was der anfänglichen Abwechslung jegliche Kraft raubt. Das Problem dieser Chorusse ist zudem eigentlich spiegelbildlich für das gesamte Album. Einzeln sind die Songs gut strukturiert, wenn man sich aber die Gesamtkomposition des Albums vor Augen führt, muss man doch deutlich sagen: Das ähnelt sich alles schon ziemlich. Es gibt nicht viel, das hängen bleibt; nichts, was das Album aus der Mittelmäßigkeit des melodischen Death Metals heraushebt. Das ist äußerst schade, haben die fünf Jungs doch in meinen Augen einiges an Potenzial, das sie immer wieder andeuten, nie aber wirklich ausleben.

Kommen wir zuletzt noch zu den Vocals. Die erinnern mich stark an Children of Bodom (wie die Musik insgesamt eigentlich auch) und sind an sich durchaus in Ordnung. Allerdings haben sie einen leicht metallischen Klang an sich, der wohl kaum beabsichtigt und daher eher auf die Produktion zurückzuführen ist.

Halten wir also fest: „Withered – Frozen – Perished“ ist bei weitem kein schlechtes Album, auch wenn meine Kritik das vielleicht so erscheinen mag. „Withered – Frozen – Perished“ ist aber leider nicht mehr als ein mittelmäßiger Children of Bodom-Verschnitt. Dabei hat die Band glaube ich mehr zu bieten. Reduziert das Keyboard, gebt den Gitarren mehr Freiheit, dann kann das durchaus noch was werden. Reinhören schadet aber auf keinen Fall, vielleicht gefällt es dem einen oder anderen trotzdem.

Bewertung: 6,5 / 10 Punkten

Tracklist:

01 Kill Me While She Sleeps
02 Halo
03 Asphyxia
04 Mental Venesection
05 Withered Frozen Perished
06 First Aid
07 Back to Square One
08 Till Death Do Us Part
09 Shadow of Conscience

Weitere Informationen

  • Band: In Somnia
  • Album Titel: Withered - Frozen - Perished
  • Erscheinungsdatum: 14. November 2014
  • Fazit: Halten wir also fest: „Withered – Frozen – Perished“ ist bei weitem kein schlechtes Album, auch wenn meine Kritik das vielleicht so erscheinen mag. „Withered – Frozen – Perished“ ist aber leider nicht mehr als ein mittelmäßiger Children of Bodom-Verschnitt. Dabei hat die Band glaube ich mehr zu bieten. Reduziert das Keyboard, gebt den Gitarren mehr Freiheit, dann kann das durchaus noch was werden. Reinhören schadet aber auf keinen Fall, vielleicht gefällt es dem einen oder anderen trotzdem.
Gelesen 1179 mal Letzte Änderung am Freitag, 29 April 2016 10:27

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Till Death Do Us Part In Somnia