Dienstag, 26 April 2016 23:02

Shibalba - Samsara (Vinyl)

geschrieben von Ghostwriter
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Samsara Samsara Shibalba

Dieser Text ist kein Albenreview. Dieser Text ist der Versuch, etwas zu beschreiben, das man nur schwer in Worte fassen kann, und das zwingend das Hören und noch viel mehr das Erleben des Materials voraussetzt. Wenn man beginnt, sich abseits des Black Metal in der Dark Ambient bzw. rituell-okkulten Musik zu bewegen, greift das „normale“ Repertoire an Begrifflichkeiten nicht mehr und man müsste sich eigentlich ein neues Jargon zulegen.

Hatte ich in den letzten Wochen und Monaten mehr und mehr dieser Musik auf dem (Platten-)Tisch, ist Shibalba seit dem Live-Auftritt auf dem Buried Above Ground eine beständige Größe in meiner Musikauswahl. Die neue Scheibe „Samsara“, die inzwischen auch auf Vinyl erschienen ist, ist auf jeden Fall keine leichte Kost, und es braucht einen speziellen Zugang zu dieser Musik – wem Dark Ambient nicht liegt, wird an diesem Output auch keine Freude haben und wohl nur eine Aneinanderreihung von Geräuschen erkennen. Jemand, der in der Musik mehr sucht, bekommt auf den 5 Tracks ein kleines Universum an Emotionen und Stimmungen vermittelt, die das Prinzip „Musikhören“ umdrehen. Shibalba spielen nicht auf Instrumenten - sie spielen auf dem Hörer und der eigene Herzschlag wird zum Motor des gesamten Klangkörpers ihrer Klangwelt.


Mit einer großen Auswahl an verschiedenen Instrumenten steuert Samsara gekonnt die Gefühle und Empfindungen. Dunkler Singsang, mal männlich, mal weiblich, wird von Klangschalen, Glocken, und verschiedenen Synth-Effekten begleitet und schürt eine Art „Urangst“ vor der Dunkelheit, und erzeugt im gleichen Moment innere Ruhe. Dann wiederum bringen verschiedene Perkussionsinstrumente eine unheilige, treibende Geschwindigkeit in die Stücke, die einen bereits ekstatischen Zustand auf neue Höhen schrauben, bevor abrupt wieder Ruhe einkehrt, um in Trance zu verfallen. Der Hörer erlebt dabei eine Reise durch das innere Ich – zumindest wenn er sich darauf einlässt.

 

Samsara ist, wie die anderen Werke von Shibalba, nicht für eine Autofahrt, den Club oder eine Grillparty am See gedacht. Viel mehr sind eine ruhige Umgebung, abgedunkelte Räume, Kerzenlicht und Rauchwerk vonnöten, um das Hörerlebnis vollständig zu erleben. Dass die Musik mich als Hörer „benutzt“, ist eine vollkommen neue Erfahrung und schafft eine Verschmelzung aller Sinne wie kein anderes Genre bzw. wie kaum eine andere mir bekannte Gruppe. Man merkt dabei schnell, dass die Nachricht, die hier übermittelt wird, mehr als kryptisch ist und man nur langsam erkennt, was dahinter steht. Die tatsächliche Nachricht wird sich wohl nur Eingeweihten des Coven bzw. der Loge selbst erschließen - Aber genau diese Suche nach den Hintergründen bereichert das Genre und damit Samsaraund ich kann nur jedem empfehlen sich auf ein Live-Ritual der Griechen vorzubereiten und einzulassen. Ihr werdet verändert aus dem Konzert gehen.

 

Trackliste:

1. The Magick Of Mirrors

2. Dharma And Alchemy

3. Stellar Oracle

4. Samsara

5. Nekyia

 

Bewertung:

- / -

Weitere Informationen

  • Band: Shibalba
  • Album Titel: Samsara
  • Erscheinungsdatum: 21.12.2015
  • Fazit: Ich kann nur jedem empfehlen sich auf ein Live-Ritual der Griechen vorzubereiten und einzulassen. Ihr werdet verändert aus dem Konzert gehen.
Gelesen 1324 mal Letzte Änderung am Dienstag, 26 April 2016 23:11