Mittwoch, 09 März 2016 12:09

AlleHackbar - Play It Fucking Loud

geschrieben von Ghostwriter
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Wenn man von Stuttgart aus Richtung Südwesten fährt, trifft man nach ca. 50 Kilometern auf ein seltsames Völkchen, die sogenannten Redneckschwabenser. Diese haben sich seit Jahrtausenden im tiefen Schwarzwald von nichts anderem als Tannenrinde, klarem Quellwasser, und Moonshine ernährt, während sie mit ihren Pick-Ups, Traktoren und Quads hauptsächlich dem Inzest gefröhnt haben.

AlleHackbar scheinen zu diesem Völkchen zu gehören und kamen wohl unter gehörigem Schnapseinfluss vor ca. 3 Jahren auf die Idee, Musik zu machen - genauer gesagt Rock'n'Roll mit Metaleinflüssen- Und jetzt kommt der schwierige Teil: „Play It Fucking Loud“ zu beschreiben ist fast nicht machbar ohne persönlich zu werden, aber wenn man 17 Songs vorgestellt bekommt, die unter Amazon samt und sonders mit „Explicit“ getagged wurden, ist eine klare Sprache wohl vonnöten bzw. sogar gewünscht - Aber zuerst die positiven Punkten: Live ist die Kombo wohl eine Wucht! Auf dem Scheunenboden bei billigem Bier und gepanschten Fusel sowie der einen oder anderen leichtbekleideten Cousine schlägt der Sound des Trios ein wie eine Bombe und lädt zum Headbangen und Mitschunkeln ein. Einfachst gehaltene Hooklines, maximal drei Akkorde und ein flottes Tempo lassen wohl keinen kalt, aber damit wärs das auch schon gewesen und mehr war wohl auch nicht der Anspruch.

 

Ärgerlich wird die sich spätestens nach dem ersten Song einstellende Langeweile. Man hat das Gefühl, immer und immer wieder die gleiche Grütze vorgesetzt zu bekommen, um die schon direkt nach dem Kochen die ersten Fliegen summt. Die Lyricfähigkeiten könnten von einem Rock'n'Roll Zufallsgenerator stammen, oder einem 12 Jährigen ungebumsten Tourette-Patienten, der für jeden einzelnen Song aus der Therapie heraus konsultiert wurde. „Alcohol, Speed, Motherfucker, Rock'n'Roll, Heavy, Headbangen, Play it Loud, Drinks, Sex, Fucking, Cock – Und das immer wild in der Tonne zusammen mit dem „Milden Kräuterlikör“ von Lidl zusammengerührt – Fremdscham deluxe.

 

Für einen „Newcomer“ bzw. ein Debüt ist auf der Platte extrem viel Selbstbeweihräucherung zu finden. „Here We Are“, „Thank You“ oder „Alle Hackbar“ - hier wird massiv das eigene Genital mutiliert und das auf einem Niveau, das sich sonst wohl nur bei Frei.Wurst, Quarg oder den Böhsen Günkelz findet. Man will nicht sagen, dass die Jungs kein Talent hätten – Der auf Hart getrimmte Gesang ist nicht ganz so nervig bei anderen vergleichbaren Kombos und bis auf den einen oder anderen Patzer ist man an der Gitarre auch nicht ganz ungeleckt – Dennoch fühlt man sich als ob man ein RTL- Hörbuch in den Kopf geschoben bekommt, inklusive Migräne und völligem Fehlen von Inhalten. Die 17 Songs der Scheibe hätte man wohl auf 5 oder 6 Songs eindampfen können ohne „Qualität“ zu verlieren und das Ding ewig in die Länge zu reiben.

 

Dass man recht nett anzusehende Musikvideos produziert hat, in denen ein paar "Damen" halbnackt rumtänzeln, den Pick Up wienern oder sich ein paar abgeranzte Golfs zerlegen, fördert nur das „Bauer sucht Metal“ Flair und rechtfertigt zu keinem Zeitpunkt die über 15 Euro die man dafür auf Amazon haben will.

 

Trackliste:

01Play It Fucking Loud

02 Louder Than Your Mom

03 Here We Are

04 Pornstar

05 Anniversary

06 Long Lives Rock N Roll

07 No Fat Chicks

08 Speedfreak

09 Rock The Stage

10 Ride Fucking Downhill

11 Thank You

12 Metal Party Song

13 Oldschool

14 Rock Around The Cock

15 Run Motherfucker

16 Yeah We Wanna Fuck

17 AlleHackbar


Bewertung:

3,5 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: AlleHackbar
  • Album Titel: Play It Fucking Loud
  • Erscheinungsdatum: 18.12.2015
  • Fazit: Gebt euch die Jungs mal live, aber nur wenn ihr gerade sonst nichts anderes findet oder kurz vor einem Methanol-induzierten Wachkoma steht.
Gelesen 3691 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 09 März 2016 16:15

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Play It Fucking Loud AlleHackbar