Mittwoch, 09 März 2016 08:44

Spellbound - Nothing But The Truth

geschrieben von Ghostwriter
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Nothing But The Truth Nothing But The Truth Spellbound

Spellbound aus Nürnberg ist für viele wohl schon ein Dinosaurier, aber noch jung genug, um nicht zu den Fab-4 des deutschen Thrash Metals zu gehören. Würde es Kreator, Tankard, Sodom oder Destruction nicht geben und wäre Spellbound zuerst dagewesen - wer weiß wie sich die Szene hierzulande entwickelt hätte.

Grundsätzlich hinkt dieser Vergleich dennoch, da sich Spellbound Gründer David Maier zuerst in Melo-Death Gefilden herumtrieb (Tears Of Sadness) bevor er 1999 die Band gründete – und was soll man sagen, man hat sich diesen Einschlag auch in 2015 bewahrt. War es fast 10 Jahre, zumindest was Releases anging, still um die Band, kommt jetzt der Reboot Namens „Nothing But The Truth“ in die Läden und klingt... alt. Nicht wie oben genannt „KTSK“ alt, aber wie ein Tritt in die späten 80er wo noch Melodei und Tandaradei regierten und Bands wie Axxis, Metallica oder Annihilator ihre ersten Schritte taten.

 

Trotz klassisch geführter Thrash-Gitarrenarbeit und der ergänzenden Sangestechnik von Maier, die Scheibe ist melodisch und kompositorisch gewaltig und haut nicht so sehr in die abgewetzte Scharte – lauter, schneller, brutaler wie man Thrash heute wohl versteht. Es wird sehr viel mehr auf ausgefeilte Solis gesetzt, (Leave This Dream, Shapeshifter) auf mehrstimmige Chorus- und Screameinlagen wie z.B. bei bei Invasion „Blue Beam“, „Warkult Of Fire“ oder „Broken Hope Society“ (das sich verdammtnochmal auch auf Justice For All hätte verirren können) sowie auf das Einflechten von Balladen (Dying In The Dirt) oder dem Vor-Outro „Of Long Forgotten Ways“.

 

Habt ihr gemerkt wie ich euch in einem Absatz praktisch alle Titel um die Ohren gehauen hab? Well, ich wollte damit nur sagen: Diese Platte ist aus meiner Gesamtsicht ein Meisterstück. Es ist vielleicht nicht 100% das Label das man sich selbst gegeben hat, aber dafür ist es von vorne bis hinten keine Sekunde langweilig und unglaublich facettenreich. Man hat sich vielleicht nicht von allen Klischees getrennt, (wie das Video weiter unten eindrucksvoll beweist) aber man hat die besten Panzer, Geigen, Orgeleisenteilen zusammengenagelt und mit „Nothing But The Truth“ ein fantastisches Gesamtwerk geliefert, dass nicht ohne Wiederkehr im Plattenschrank verschwinden wird. Für alle Old-Oldfarts spreche ich eine absolute Empfehlung aus, wobei auch die Jungen noch was lernen könnten! Also Hörpflicht und weitermachen!

 

Tracklist:

01. New World Puppet

02. Leave This Dream

03. Forgotten And Gone

04. Shapeshifter

05. Dying In The Dirt

06. Warkult Of Fire

07. Broken Hope Society

08. The Alliance Of Spellbound

09. Xecution Wave

10. Of Long Forgotten Wars

11. Invasion Blue Beam

 

Bewertung:

8,5 von 10 Punkten



Weitere Informationen

  • Band: Spellbound
  • Album Titel: Nothing But The Truth
  • Erscheinungsdatum: 20.03.2016
  • Fazit: Für alle Old-Oldfarts spreche ich eine absolute Empfehlung aus, wobei auch die Jungen noch was lernen könnten! Also Hörpflicht und weitermachen!
Gelesen 2210 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 09 März 2016 09:35

Medien

Shapeshifter (official) Spellbound