Mittwoch, 18 November 2015 15:44

Dieversity – Re/Awakening

geschrieben von Soundchaser
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Re/Awakening Re/Awakening Dieversity

Dieversity bringen mit „Re/Awakening“ (nach dem Debütalbum Last Day:Tomorrow 2012) den zweiten Longplayer heraus. Die Band spielt technisch einwandfreien Metal mit melodischen Death- , Thrash-, Modern- und Powermetalelementen, sauber produziert, mit abwechslungsreichen Vocals, Gitarren-, Keyboard- und Drumparts. Leider klingt das Album letztendlich aber genau wie diese Einleitung: nüchtern und auf Dauer zu uneigenständig.

Mein erster Gedanke: Hey, alte Trivium, oder? Nein, gewiss nicht, jedenfalls nicht nur. Am ehesten, was den Gesang anbelangt, bei dem Sänger Martin Herrnleben zwischen Klargesang (der insgesamt aus meiner Sicht schwächste Part, da mir etwas zu schmalbrüstig), Screams und ab und an Growls hin- und herspringt, gerne auch mal mehrere Vocalstyles gleichzeitig präsentiert. Auch Mercenary klingen immer wieder einmal durch, insbesondere wenn man Re/Awakening in kompositorischer und klanglicher Hinsicht mit den Erstwerken der Dänen vergleicht. Und Duftmarken einiger anderer Bands. Wenn man den Infos im Netz glauben darf (ich kenne das Debütalbum leider nicht), war die erste Scheibe roher. Das ist möglicherweise genau das Problem von Re/Awakening.

 

Denn: Dieversity hauen ordentlich rein, die Songs sind durchaus solide konstruiert und haben nette bis gute Refrains, alles klingt wie aus einem Guss. Aber – und das ist das Problem – das Album wirkt wie eine Hochglanzbroschüre, mit der ein Unternehmen etwas anbietet, das auch andere auf Lager haben: auf den ersten „Blick“ reizvoll, weil handwerklich gut gemacht, durchaus abwechslungsreich, weil von Uptempo bis hin zu ruhigeren Momenten viel dabei, aber eben ein Produkt ohne echten „Aha“-Moment, ohne „Wow, was für eine geile Idee!“-Ausruf, ohne „Fuck, das ist der Hammer!“-Erkenntnis. Dieses Album wirkt trotz ordentlich Dampf in der Turbine insgesamt zu glattgebügelt, mit zu wenig Ecken und Kanten, an denen man sich beim Hören mal stößt. Anders gesagt: Sie tut keinem weh. Und deshalb bleibt auch nix hängen. Gehört und schon wieder vergessen.

 

Es soll ja auch Menschen geben, die Hochglanzprospekte und Werbesendungen eingehend studieren, immer wieder...ich gehöre nicht dazu, und so landet der schöne Hochglanzprospekt der Würzburger, um bei diesem Vergleich zu bleiben, jetzt leider in meiner Altpapiertonne.


Trackliste:

01. Life
02. To Blind To See
03. Stop War Inferno
04. In Your Dreams
05. On Your Own
06. Don’t Teach Me
07. Speed Dial To Pain
08. Forget The Past
09. Re/Awakening
10. Pardon!

 

Bewertung:

5,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Dieversity
  • Album Titel: Re/Awakening
  • Erscheinungsdatum: 11.09.2015
  • Fazit: Es soll ja auch Menschen geben, die Hochglanzprospekte und Werbesendungen eingehend studieren, immer wieder...ich gehöre nicht dazu, und so landet der schöne Hochglanzprospekt der Würzburger, um bei diesem Vergleich zu bleiben, jetzt leider in meiner Altpapiertonne.
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