Montag, 16 November 2015 16:15

Ygramvl - Sphaere

geschrieben von Ghostwriter
Artikel bewerten
(3 Stimmen)
Sphaere Sphaere Ygramvl

Wer sich näher mit „Die Unendliche Geschichte“ befasst hat (The book was better“), dem wird der Name Ygramul vielleicht noch etwas sagen. Noch am ehesten mit Kankra aus HdR zu vergleichen, ist Ygramul, ( auch „die Viele“ genannt) ein bösartiges Wesen, das aus vielen Insekten besteht aber oft als Spinne in Erscheinung tritt, die ihre glücklosen Opfer in ihrem(n) Netz fängt. 

Das Electronic-Dark-Ambient Projekt von Künstler "MeTvS" namens „Ygramvl“, ist im Schwarzwald beheimatet und schon seit 2010 unterwegs. Leider entspricht der bisherige Facebook-Like-Stand (auf den ich in der Regel einen feuchten Dreck gebe) aber ungefähr meinem Eindruck vom Album „Sphaere“, das als 4-Track „Epos“ daherkommt. Dark Ambient mit BM-Touch, vor allem als Solo-Projekte, sind inzwischen zu haben wie Sand am Meer, da viele Musiker wohl auch denken, dass es gerade für diese Art Musik in der Regel kein echtes Können bzw. nur ein Keyboard braucht, um etwas zusammenzuschustern. Die Herausforderung durch einfache Tonstrukturen - dann wieder ausladende Zusammenstellung diverser Instrumente - Gefühle wie Beklemmung, Angst, Bedrückung oder Bedrohung etc. hervorzurufen, ist dennoch eine hohe Kunst die Fingerspitzengefühl, kompositorisches Können und ein gewisses Talent braucht, um an den richtigen Stellen „geplante Monotonie“ mit Bombast zu einem großartigen Werk zusammenzubauen.


"Sphaere" ist leider aus meiner Sicht (die durchaus streitbar ist) eine langweilige Aneinanderreihung von durchgedrückten Keyboardtasten, die gemixt mit einen paar Growls hier und sehr angestrengt wirkenden Gitarrenriffs da, einfach nur öde wirkt. Track 1 „Königreich Nebel“ und Track 3 „Irrlichter“ sind direkt zwei Totalausfälle die sich genau in diesem Schemata bewegen und die man sich maximal als Hintergrundmusik auf einer elendlangen Fahrstuhlfahrt in irgendeinen Keller anhören (den man nicht ein zweites Mal betreten wollen) würde. So langatmig beginnt auch Track 3 „Irrlichter“, allerdings wird hier die Monotonie ab Minute 02:12 abrupt mit dem Einsetzen einer vollen Klangwand-Breitseite und rotzigen Growls unterbrochen, was für mich persönlich der Stimmungskiller Nr. 1 in einem solchen Werk ist. Die langsame Hinführung zu so einem Thema, sollte vor allem in einem Stück, das über 11 Minuten lang ist, usus sein. Der rabiate Nackenschlag steigert den Eindruck dass nicht gerade viel Verständnis für dieses Genre mitgebracht wurde, was durch ein vorhin schon angedrohtes und schnell folgendes Erstklässlerriffing nur noch verschlimmert wird. So schnell wie dieser Part angefangen hat, ist er auch wieder vorbei und es folgt wieder Monotonie, die durch düsteres Geflüster aufgewertet, aber durch deplatziert wirkendes Bass/Gitarrengezupfe wieder ruiniert wird. Der komplette Mix dieser Elemente führt im letzten Drittel zu mehr Magengrimmen und ruiniert auch diesen Song. „In den stummen Kavernen“ als letztes Stück stimmt mich tatsächlich etwas milder, da sich hier wenigstens etwas stringentes Wirken erahnen lässt und das Ganze nicht ganz so planlos bzw. zusammengewürfelt wirkt, obwohl sich auch hier gefühlt (mal von den deplatziert wirkenden Blastbeats abgesehen), eher eine Katze auf einem Keyboard geputzt hat, als dass jemand tatsächlich etwas Bedeutung in das Stück hätte packen wollen.


Verwöhnt durch Bands wie „Verdunkeln“, „Vyre“, „Dreams Of Nature“ oder auch der hoch streitbaren Band wie „Akhlys“, erwarte ich einfach mehr, wobei sich dieses „Mehr“ von mir genauso wenig greifbar beschreiben lässt, wie das Genre selbst. Bitte nochmal von vorn!


Trackliste:

01 Königreich Nebel

02 Lauernde Schatten

03 Irrlichter

04 In Den Stummen Kavernen


Bewertung:

1,5 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Ygramvl
  • Album Titel: Sphaere
  • Erscheinungsdatum: 2014
  • Fazit: Verwöhnt durch Bands wie „Verdunkeln“, „Vyre“, „Dreams Of Nature“ oder auch der hoch streitbaren Band wie „Akhlys“, erwarte ich einfach mehr, wobei sich dieses „Mehr“ von mir genauso wenig greifbar beschreiben lässt, wie das Genre selbst. Bitte nochmal von vorn!
Gelesen 858 mal Letzte Änderung am Montag, 16 November 2015 16:33

Medien

Lauernde Schatten Ygramvl