Freitag, 18 September 2015 18:23

Negacy - Flames of Black Fire

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Negacy - Flames of Black Fire Negacy - Flames of Black Fire Negacy

Das Power Metal-Genre ist ausgelutscht und bietet nichts Neues mehr? Wer das glaubt sollte sich mal die neue Negacy-Platte zu Gemüte führen. Unter dem Namen Negacy ist es zwar das Debut-Album, aber die italienische Band besteht schon seit 2005, firmierte allerdings zu Beginn unter dem Namen Red Warlock. Ok, zugegeben, die meisten reinrassigen Power Metal-Veröffentlichungen bieten nur bekannte Kost mit minimalen Variationen des immer gleichen, doch bei dieser CD ist einiges anders als man es erwatet.

Negacy mischen Thrash- und Progressive-Elemente in ihre Stücke und erinnern vereinzelt an Nevermore, sind also nicht unbedingt was für Fans von Rhapsody, Masterplan, etc. sondern schon eine ganze Ecke härter und deutlich weniger eingängig. Die Songs muss man sich erschließen und mehrfach anhören, beim ersten Mal hat man damit zu tun die Songstrukturen zu verstehen und die herausragende Instrumentalarbeit zu genießen. Es lohnt sich aber sich die Zeit zu nehmen und mehr in die Stücke einzutauchen.


Der Name Negacy ist ein Kunstwort und eine Kombination aus „Negation“ und „Legacy“ also Verneinung und Vermächtnis. Der düstere Name passt auch gut zur Musik, die eben nicht aus fröhlichen Mitsingnummern besteht, sondern ernstere Töne anschlägt und auch Sänger Marco Piu hat eine tolle, sehr charakteristische und ausdrucksstarke Stimme, die den Songs ein besonderes Flair verleiht. Die Produktion ist ebenfalls zeitgemäß, druckvoll und modern – hier gibt es nichts zu meckern. Anspieltipps sind: „Need No Guidance“ und „Flames of Black Fire“. Nicht weil die anderen Songs schlechter wären, aber diese beiden sind etwas eingängiger als der Rest und zeigen doch auch die Klasse der Band. Außerdem sind sie gute Repräsentanten der CD und man bekommt ein Gefühl für die Bandbreite, die die Band abdecken kann.


Die Gitarrenarbeit ist über jeden Zweifel erhaben, punktet mit filigranen, pfeilschnellen Soli, kann aber auch mit der vertrackten Rhythmusarbeit vollkommen überzeugen, Schlagzeug und Bass schaffen es eigene Akzente zu setzen – wirklich toll. „Eye of the Thunderstorm“ erinnert stellenweise im Refrain etwas an Running Wild zu „Pile Of Skulls“-Zeiten, in der Strophe ist man aber deutlich thrashiger/proggiger unterwegs als die Hanseaten. Eine CD ohne Totalausfall, aber es gibt natürlich schon qualitative Unterschiede, so sind das Instrumentalstück „Refugees in Wastelands“, der Opener „The Great Plague“ und der Rausschmeißer „Epitaph“ zwar keine wirklich schlechten Songs, aber auch nichts was man unbedingt kennen müsste. Nicht falsch verstehen: auch diese Titel sind spielerisch auf hohem Niveau, es ist lediglich so, dass ich hier beim zweiten Hördurchlauf weitergeskippt habe, weil mich die anderen einfach viel mehr begeistert haben. Somit bleiben aber sieben der zehn Songs, die nicht nur mächtig Spaß machen, sondern auch mit jedem Hören wachsen.


Es ist eine der ungewöhnlichsten (im positiven Sinne) Veröffentlichungen im Power Metal-Genre. Man muss sich etwas Zeit nehmen, um hier reinzufinden. Wer nur mal kurz durch die Songs skippt, kann die komplexen Songstrukturen und Arrangements kaum erfassen und das wäre schade. Eine Band die eine Lücke schließt, von der ich bisher nicht mal wusste, dass sie existiert: moderner Power Metal mit einem guten Schuss Thrash Metal und noch etwas Progressive Rock. Ein wirklich lohnenswertes Album.


Tracklist:
1. Refugees in Wastelands
2. The Great Plague
3. Mind Flayer
4. Need No Guidance
5. Flames of Black Fire
6. Eradicate
7. Parasite
8. Nothing Changes
9. Eye of the Thunderstorm
10. Epitaph


Bewertung:
8 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Negacy
  • Album Titel: Flames of Black Fire
  • Erscheinungsdatum: 15.06.2015
  • Fazit: Es ist eine der ungewöhnlichsten (im positiven Sinne) Veröffentlichungen im Power Metal-Genre. Man muss sich etwas Zeit nehmen, um hier reinzufinden. Wer nur mal kurz durch die Songs skippt, kann die komplexen Songstrukturen und Arrangements kaum erfassen und das wäre schade. Eine Band die eine Lücke schließt, von der ich bisher nicht mal wusste, dass sie existiert: moderner Power Metal mit einem guten Schuss Thrash Metal und noch etwas Progressive Rock. Ein wirklich lohnenswertes Album.
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Negacy - Flames Of Black Fire (2015) Negacy