Montag, 07 September 2015 11:43

Charing Cross – Pain & Gain

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Charing Cross – Pain & Gain Charing Cross – Pain & Gain Charing Cross

Die schweizer Band Charing Cross kommt aus Luzern und ihre Wurzeln gehen auf die späten 80er-Jahre zurück, wobei es erst 1993 richtig „ernst“ wurde, als Pascal Zwyssig zum Line Up stieß. Nach Besetzungswechseln, vier Demos, einer EP und jeder Menge Liveauftritte später entstand 2009 die bis heute bestehende Besetzung.

Musikalisch gibt es auf Pain & Gain 10 Rocknummern, die vom Härtegrad irgendwo zwischen Bon Jovi, Gotthard, ältere Sinner und Bonfire liegen. Was sie aber von Bon Jovi und Konsorten positiv abhebt ist, dass konsequent auf Kitsch jedweder Art verzichtet wird, die Gitarren mächtig Druck haben und sie die Grenzen des Genres recht weit ausloten. Das soll heißen, dass es ein wirklich abwechslungsreiches Album geworden ist. Klar ist alles Rock, es gibt aber hier von bluesorientierten Songs über ruhigere Stücke bis hin zu dem was man früher als Stadion-Rocker bezeichnet hätte alles was das Herz begehrt.

Mit „Wake up“ hat man einen Opener gewählt, der gleich gut ins Ohr geht und dennoch von den Melodielinien nicht abgedroschen klingt. Ein sehr schöner Rocker, der gleich Lust auf mehr macht. „No Pain No Gain“ ist dann ein Stampfer, der in der Strophe etwas an „Black Velvet“ von Alannah Myles erinnert und im Refrain dann einen leichten Crossover-Touch bekommt. Auch das ist sowohl sehr stimmig und gleichzeitig ungewöhnlich für eine Rockband. „Let It Rock“ hat einen starken Blues-Einschlag und ist sehr straight aufgebaut – es geht immer klar nach vorne ohne irgendwelche Schnörkel, und auch wenn der Refrain nicht sonderlich originell ist, so ist es doch ein ehrliches Statement und den Song sollte man sich schon alleine wegen der tollen Gitarrensoli in atemberaubender Geschwindigkeit anhören.

Bei der „Queen Of The Night“ wird es dann etwas ruhiger und auch wenn man hier einige Klischees bedient, so gibt man sich beim Refrain doch einige Mühe mit der Melodielinie zu überraschen. Auch bei diesem Song gibt die Leadgitarre Vollgas was das ruhigere Stück – zusammen mit dem Refrain - nicht zur Kitschballade verkommen lässt. „White Line Fever“ könnte auch von Motörhead sein, ebenfalls ein straigher Rock'n'Roller, der im Refrain etwas Tempo rausnimmt. „Welcome To The Show“ hat einen schönen Refrain, zwischendrin arbeitet man gekonnt mit Klangcollagen und auch hier ist die Sologitarre eine reine Freude.

Bei „Still Alive“ wird das Tempo wieder etwas gedrosselt, aber man hat es ebenfalls geschafft wieder einen sehr eingängigen Refrain so zu integrieren, dass der Song sofort Spaß macht, aber doch einige kleinere Überraschungen bereithält. „Hells Breaking Loose“ ist ein Mid-Tempo-Rocker der zwar sehr solide gemacht ist, aber keine besonderen Akzente setzen kann. „Crossroads“ ist der erste etwas schwächere Song, hier tue ich mich schon alleine mit dem Text schwer: „Here I am – standing at the crossroads – sold my soul for rock and roll“, das klingt doch so als hätte man bei Manowar Nachhilfe in Sachen Text genommen.


Was bleibt: Charing Cross sind eher eine Rock- als eine Metalband, fühlen sich hier aber pudelwohl und legen eine Spielfreude und ein hohes kompositorisches wie musikalisches Niveau an den Tag, dass es auch für den Zuhörer keine andere Möglichkeit gibt, als wohlwollend mitzunicken und den Fuß im Takt mitwippen zu lassen. Anspieltipp: „Welcome To The Show“ und „Still Alive“. Was mir fehlt sind wirkliche Hits, aber 10 Songs von hohem Niveau sind weit mehr, als man von Bonfire, Bon Jovi und anderen in den letzten Jahre bekommen hat, von daher Daumen hoch!


Tracklist:
01. Wake Up
02. No Pain No Gain
03. Let It Rock
04. Queen Of The Night
05. White Line Fever
06. Welcome To The Show
07. Fucked Up Again
08. Still Alive
09. Hells Breaking Loose
10. Crossroads


Bewertung:
7,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Charing Cross
  • Album Titel: Pain & Gain
  • Erscheinungsdatum: 09.10.2015
  • Fazit: Was bleibt: Charing Cross sind eher eine Rock- als eine Metalband, fühlen sich hier aber pudelwohl und legen eine Spielfreude und ein hohes kompositorisches wie musikalisches Niveau an den Tag, dass es auch für den Zuhörer keine andere Möglichkeit gibt, als wohlwollend mitzunicken und den Fuß im Takt mitwippen zu lassen. Anspieltipp: „Welcome To The Show“ und „Still Alive“. Was mir fehlt sind wirkliche Hits, aber 10 Songs von hohem Niveau sind weit mehr, als man von Bonfire, Bon Jovi und anderen in den letzten Jahre bekommen hat, von daher Daumen hoch!
Gelesen 2031 mal Letzte Änderung am Montag, 07 September 2015 11:48

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