Sonntag, 26 Juli 2015 09:31

Oceanwake – Sunless

geschrieben von Soundchaser
Artikel bewerten
(3 Stimmen)
Oceanwake – Sunless Oceanwake 2015

"Sunless“ ist das zweite Album der Finnen OCEANWAKE. Ein Werk fleischgewordener Atmosphäre und Düsternis, angesiedelt im Doom Metal (Tempo), Death Metal (Growls, Gitarren) und ansatzweise auch im Black Metal (Gitarrenläufe) und gewürzt mit Sprenkeln aus dem Progressive Metal (Fill-Inns, Perkussion). Und es ist schlichtweg geil.

OCEANWAKE nehmen uns mit auf die dunkle Seite der Nacht. Schon der Opener "The Lay of a Coming Storm" ist Programm, bricht gewaltig los, schwere Sturmböen peitschen mir um die Ohren, tieffinstere Growls rollen wie Donnerschläge, dann kehrt Ruhe ein, der Sturm ebbt kurz ab, um dann nach einiger Zeit wieder mit voller Vehemenz loszuschlagen. Und wieder eine Pause einzulegen. Ich fühle mich wie auf einer kahlen Ebene, auf der mich der Sturm immer wieder einholt. Eine gute Viertelstunde wütet das Stück, doch gefühlt walzt es in wesentlich kürzerer Zeit vorbei.


"Parhelion" wirkt wie der Nachhall zum Opener, streut dabei geschickt perkussive Elemente ein. Einsamkeit und Verzweiflung inklusive. Auf "Avanturine" geht es etwas flotter zur Sache, diesmal auch vergleichsweise melodisch.
Klargesang findet man selten auf dieser Scheibe – er ist auch allein als temporäres Stilelement zu verstehen, denn es sind vor allem die heftigen, todesschweren Growls, die mir einen wohligen Schauer nach dem anderen über den Rücken jagen.


Der Anfang von "Ephemeral" ist dann auch wieder roh, dröhnend, fast schon unterproduziert, doch dann bricht erneut die kalte, frostige Gewalt herein. In der zweiten Hälfte bieten OCEANWAKE atmosphärisch perfekte Pickings, dann ist die knappe ¾-Stunde Metal-Slow-Food gevespert.
Ich bin satt und doch hungrig nach mehr.

 

Trackliste:

 

01 The Lay of a Coming Storm

02 Parhelion

03 Avanturine

04 Ephemeral


Bewertung:

9,5 von 10 Punkten





Weitere Informationen

  • Band: OCEANWAKE
  • Album Titel: Sunless
  • Erscheinungsdatum: 13.03.2015
  • Fazit: Düster, atmosphärisch dicht, tiefe und finstere Growls – eine Scheibe, die (fast) alles richtig macht. Nur der Klargesang wirkt etwas unbeholfen. Gut, dass er nur selten zu hören ist. Ansonsten eine rundum gelungene Sache. Mein Tipp: Nachts beim Autofahren hören – der Hammer!
Gelesen 3474 mal Letzte Änderung am Montag, 27 Juli 2015 07:35