Dienstag, 05 Mai 2015 15:43

Haust - Bodies

geschrieben von Ghostwriter
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Bodies Bodies Haust

Haust aus Norwegen liegen in meiner Wertung ganz weit oben. Black Metal von Punkern gemacht erinnert so ein bisschen an Darkthrone – Scheiss auf die Meinung von anderen und zieh einfach dein Ding durch und das ist es was die Jungs tun. Das letzte Album mit dem spannenden Titel „NO“ hat bei mir eingeschlagen wie ein Bombe und läuft auf Roadtrips heute noch hoch und runter.

Dementsprechend durch mich selbst gehypt wurde das neue Album „Bodies“ mit dem erneut sehr einfachen Coverartwork und ich war gespannt, ob die Jungs die Qualität halten, oder vielleicht sogar noch einen draufsetzen können.


Leider kam es wie es kommen musste. Die Erwartungen waren wohl zu hoch gesetzt und der Absturz kam bald nach dem ersten Durchhören. Aber eins vorweg – „Bodies“ ist kein schlechtes Album und auch kein großer Absturz. Dennoch kommt es nicht über ein Mittelmaß hinweg und auch wenn der eine oder andere Song nach mehrfachem Hören den Charme von „NO“ erreichen kann, lässt der neue Silberling den Druck des Vorgängers vermissen. Wie schon erwähnt, die Kombo um Sänger Vebjørn Guttormsgaard Møllberg produziert mit Bodies nach altbekannter Rezeptur ein schön dreckig-räudiges-schizoides viertes Album, das die markanten Alleinstellungsmerkmale der Band schön ausleuchtet. Die Stimme von Vebjørn, die sich kreischend und hallend zum rockig-experimentellen Sound der Gitarre und den mal blechern und mal dumpf tönenden Drums den Weg ins Hirn bahnt – All das und die bekannt-verstörende Audio-Visuelle Darbietung der Band ist wieder echte Sahne.


Was mich persönlich zu dem eher ernüchternden Fazit bringt ist die eingeschlichene Eintönigkeit des Präsentierten. Was "NO" für mich persönlich zum Brecher gemacht hat, waren die schnellen Wechsel innerhalb der Songs und das Spiel mit dem Climax eines Songs – Das langsame hinführen durch simple Passagen und der dann erfolgende hammerharte Knall. Bei Bodies passiert ersteres mehrmals, aber ohne den ersehnten musikalischen Relief (z.B. Static Attack und No Body) und frustriert beim Hören. Dazu repetitive Lyrics wie bei „Peephole Maze“ oder Out Like A Light und die Luft ist raus. Hatte ich bei Haust keine wirklich schwachen Songs, nagelt mich bis auf Track 2 „Days“ nichts wirklich an die Wand und ich bin fast schon traurig aufgrund der vergebenen Chance. Wenn Ideen ausgehen, sollte man mit dem nächsten Release auf jeden Fall warten, denn das ist hier offenbar passiert.


Wer Haust nicht kennt sollte zuerst das Album hören und sich dann dem Brecher „NO“ aus 2013 widmen – Ich hätte diese Chance gerne gehabt und hoffe jetzt, dass vielleicht das nächste Album besser wird. Trotzdem bleibt das alles Jammer auf hohem Niveau – Wer auf Rob Zombie hat Sex mit Darkthrone hat Sex mit Ramones steht, ist hier gut bedient!


Tracklist:

1:   Static Attack

2:   Days

3:   Body Melt

4:   Light

5:   Give Me Shame

6:   Peephole Maze

7:   No Body

8:   Out Like A Light

9:   Fall

10:   Bodies


Bewertung

6,5 von 10 Punkten



Weitere Informationen

  • Band: Haust
  • Album Titel: Bodies
  • Erscheinungsdatum: 06.03.2015
  • Fazit: Wer Haust nicht kennt sollte zuerst das Album hören und sich dann dem Brecher „NO“ aus 2013 widmen – Ich hätte diese Chance gerne gehabt und hoffe jetzt, dass vielleicht das nächste Album besser wird.
Gelesen 1052 mal Letzte Änderung am Dienstag, 05 Mai 2015 15:51

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Give Me Shame Haust