Montag, 30 März 2015 09:01

Slaves Of Evil - Madness Of Silence

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Slaves Of Evil - Madness Of Silence Slaves Of Evil - Madness Of Silence Slaves Of Evil

Müsste man die polnische Todesbleikapelle SLAVES OF EVIL mit einem Wort beschreiben, würde einem wohl spontan „brachial“ in den Sinn kommen. Wer genau das von seiner Musik verlangt und über Variation und Vielfalt stellt, ist mit "Madness of Silence" auch bestens bedient.

2012 gründete sich das Trio in der südpolnischen Stadt Dabrowa Gornicza. Dass lyrische Kreativität nicht gerade zu den Stärken der Band gehört, verrät nicht nur der Bandname, sondern auch ihr am 24.11.2014 erschienenes Debüt "Madness of Silence". Was die Jungs dafür aber können, ist wild um sich treten. Mit zehn Songs prügeln sie 36 Minuten Spielzeit zu Brei, dass selbst der Kartoffelstampfer ausgedient hat.


Ohne Ankündigung oder atmosphärischem Geplänkel gehen die Chaoten voll auf 100 und knallen den ersten Song "Death Countenance" ohne Luftholen durch. Dass dem Trio der Basser fehlt, fällt dabei gar nicht groß ins Gewicht. Die beiden Klampfer brettern zur Genüge. Die Riffs gehen straight vorwärts und wechseln zwischen tremolo shredder Riffs und brutalen staccato Chords. Schön rotzig geifert auch der Frontmann das Mikro voll und was da neben Spucke noch so rauskommt, fügt sich gut in die Musik ein. Nach ca. drei Songs und wahrscheinlich einem durchnässten Mikro wünscht man sich dann jedoch etwas mehr Variation in der Stimme.


Etwas mehr Variation hätte auch den Songs gut getan. Der anfangs eingeschlagene Kurs wird nämlich bis zum Schluss beibehalten. Große Temposchwankungen und musikalische Überraschungen werden ausgespart. Für die kleine Portion Death Metal zwischendurch ist sowas natürlich voll in Ordnung, doch hält die Scheibe mehrere Hördurchläufe zumindest bei mir leider nicht durch. Zu sehr setzt man auf gewohnte Klischees, die zwar immer noch irgendwie gut kommen, aber dann auch wieder schnell an Reiz verlieren. Soundmäßig kann man für eine Eigenproduktion gar nicht meckern. Alles was gehört werden will, hört man auch.  Besser geht natürlich immer, aber man will sich ja schließlich auch noch steigern.


SLAVES OF EVIL leiden wie so viele Bands aus dem Genre an dem Problem der fehlenden Individualität. So handelt es sich bei "Madness of Silence" keineswegs um ein schlechtes Death Metal Album, das wirklich gut am Stück durchgehört werden kann. Doch wird es die Band schwer haben, sich bei der Masse an Konkurrenz auf dem Markt einen Namen zu machen. Dafür hat man einfach zu viele Elemente schon zu oft bei anderen Bands gehört, als dass SLAVES OF EVIL musikalisch irgendwie besonders in den Vorschein treten. Da es sich um das Debüt handelt, kann man jedoch hoffen, dass die Band den nächsten Schritt in die richtige Richtung geht.   


Trackliste:

1. Death Countenance
2. The War With God
3. Hell Dwellers
4. The Army of the Damned
5. Die Carrion!
6. Kill Me
7. I´m the Witch
8. Insignificant Truth
9. The Fallen One
10. Slaves of Evil


Bewertung:

6,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Slaves Of Evil
  • Album Titel: Madness Of Silence
  • Erscheinungsdatum: 24.11.2014
  • Fazit: Für eingefleischte Fans härterem Death Metals zu empfehlen. Alle anderen finden sicher einen sinnigeren Einstieg in die Musikrichtung.
Gelesen 1179 mal Letzte Änderung am Montag, 30 März 2015 12:41

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