Donnerstag, 26 März 2015 14:44

Hell & Back – Heartattack

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Hell & Back – Heartattack Hell & Back – Heartattack Hell & Back

Hell & Back machen seit ca. 2010 zusammen Punkrock. Als sich mit More Than Ever, Comecloser und Chaos Is Me 2009 drei Bands auflösten, die in der süddeutschen Szene sehr aktiv waren, fanden sich in Hell & Back Mitglieder aus diesen Bands zusammen, um wieder gemeinsam Musik zu machen. Nun erschien 2014 das erste Album auf dem Berliner Punkrock Label Fond Of Life Records.

Die Stuttgarter Band präsentiert eingängigen Punkrock, der nostalgische Gefühle an die 80er/90er Jahre mit Bands wie Bad Religion auslöst und kombiniert das aber geschickt mit einer modernen Produktion und frischem Drive. Zwei Songs beginnen mit kurzen Wortfetzen/Samples, abgesehen davon bekommt man genau das geboten was man erwartet: die Band hat 11 sehr eingängige gute Laune-Songs auf dem Album, klar, bei Punk darf man keine außergewöhnlichen musikalischen Kabinettstückchen erwarten, aber die Instrumentalabteilung bietet schon etwas mehr als der Durchschnitt der Punkbands.


Geschwindigkeitsmäßig bewegt man sich durchweg im Mid- und Uptempobereich, man kann alle Songs sofort schon beim ersten Hören zumindest gleich „mitsummen“, was zeigt, dass Hell & Back ein gutes Gespür für eingängige Melodien haben. Das ganze Album atmet den Charme skatender Jugendlicher in einem etwas heruntergekommenen Stuttgarter Hinterhof. Das ist keineswegs negativ gemeint, sondern soll nur den etwas rauen Charakter von Songs und Aufnahme beschreiben und genau diese Attitüde passt perfekt zu dieser Art Musik.


Hell & Back kann man sich auch hervorragend auf einem Festival an einer lauen Sommernacht vorstellen, die Musik wäre hier ein Garant für gute Stimmung und würde mit Sicherheit der Mehrheit der Anwesenden gefallen oder zumindest kaum jemanden stören. Das Problem ist: was wäre nach diesem Abend? Würde man sich noch an die Titel erinnern? Sicher hätte man noch den engagierten und sympathischen Auftritt im Kopf und den einen oder anderen Joint in der Nase, aber an die Songtitel wird man sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr erinnern. Ist das schlimm? Auf einem Festival nicht, aber es löst natürlich auch nicht den Impuls aus, sich das Album zuzulegen und das obwohl es auf CD für sehr faire 10.- Euro und sogar auf Cassette (ja, die alten unzuverlässigen Dinger aus den 80ern) für sage und schreibe 4.- Euro zu haben ist.


Zuerst konnte ich nicht genau festmachen, warum es mich nicht „gepackt“ hat, obwohl es eigentlich alle Kriterien einer guten Punk-Platte erfüllt: es wird handwerklich solide musiziert, die Songs verbreiten gute Laune und gehen auch gleich ins Ohr. Was mir hier aber fehlt ist das Eigenständige, das sie von anderen Bands abhebt. Ich bin mir nicht mal sicher, ob ich die Band identifizieren könnte, wenn eines ihrer Stücke im Radio liefe. Hier würde ich mir etwas mehr Ecken und Kanten wünschen. Punk-Fans sollten unbedingt reinhören und alle anderen die Band im Auge behalten, denn sie hat Potenzial!



Tracklist:
01. Dormer
02. The Pre-Assembled Life
03. Leave Behind
04. Late Bloom
05. Golden Key Asylum
06. Negative Adjectives
07. Everlasting
08. Couch Sematary
09. Above All
10. Furioso
11. Reverse Psychology


Bewertung:

7,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Hell & Back
  • Album Titel: Heartattack
  • Erscheinungsdatum: 03.03.2014
  • Fazit: Zuerst konnte ich nicht genau festmachen, warum es mich nicht „gepackt“ hat, obwohl es eigentlich alle Kriterien einer guten Punk-Platte erfüllt: es wird handwerklich solide musiziert, die Songs verbreiten gute Laune und gehen auch gleich ins Ohr. Was mir hier aber fehlt ist das Eigenständige, das sie von anderen Bands abhebt. Ich bin mir nicht mal sicher, ob ich die Band identifizieren könnte, wenn eines ihrer Stücke im Radio liefe. Hier würde ich mir etwas mehr Ecken und Kanten wünschen. Punk-Fans sollten unbedingt reinhören und alle anderen die Band im Auge behalten, denn sie hat Potenzial!
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