Dienstag, 24 März 2015 12:43

Kosmik Skream – Kosmik Skream

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Kosmik Skream – Kosmik Skream Kosmik Skream – Kosmik Skream Kosmik Skream

Kosmik Skream sind zwar eine neue Band, die Musiker selbst sind jedoch alles gestandene und erfahrene Musiker. Die Songs stammen aus der Feder des Stuttgarter Drummer Vitali Schogenow alias „Vital Roxx“, der sich für sein Melodic Metal-Projekt noch prominente Unterstützung von Alex Scholpp (Tarja, Sinner) an den Gitarren, Marcus Jürgens (Twentydarkseven, Ex-Pump) am Gesang, Roman Beselt (Sons Of Sounds) am Bass und Producer Patrick Damiani (Tidalwave Studio) geholt hat.

Melodic Metal ist natürlich ein weites Feld unter dem man alles und nichts verstehen kann, daher versuche ich mich mal an einer Einordnung: es ist zum überwiegenden Teil eher Rock bis Hardrock mit wenigen etwas schnelleren/härteren Stücken, die auch als Metal durchgehen würden, wie z.B. das schnelle „Speed Of Light“. Sänger Marcus Jürgens ist die perfekte Besetzung für diese Musikrichtung, sein Organ erinnert an eine Mischung aus Tobias Sammet (Edguy), Michael Kiske (Ex-Helloween) und Ronnie Atkins (Pretty Maids). Die meisten Stücke des Albums bewegen sich im Midtempo-Bereich, nur die aggressive Lead-Gitarre zeigt immer wieder in die metallischere Richtung, aber prinzipiell kann man ja auch mit gut gemachtem Hardrock seine Freude haben.


Schon beim Opener „Speed Of Light“ wippt der Fuß sofort mit und das wäre aus meiner Sicht auch die bessere Single-Auskopplung gewesen, als das von der Band ausgewählte „Survival“. Hier bekommt der Metal-Fan alles was er braucht: Die Drums peitschen mit Double Bass durch den Song, der Sänger legt wirklich Emotionen in den Song und man spürt zu jeder Sekunde das Engagement mit dem die Band bei der Sache ist. Bei „The Truth Will Set You Free“ spielt das Schlagzeug zu Beginn einen recht vertrackten Grundrhythmus, der Refrain ist dafür für meinen Geschmack zu einfältig und erinnert an einen eher schwachen Song von Saxon. Bei „Survival“ denkt man kurz an eine Mischung aus Little Ceasar und alten Skid Row (Monkey Business), die Strophen sind mir aber etwas zu schleppend und der Refrain reißt es dann leider auch nicht raus.


Die Songs Nummer vier „Addiction“ bis Nummer neun „A Way Back Home“ sind durchweg Midtempo-Rocker die zwar unterschiedlich aufgebaut sind, aber dennoch einfach nicht im Ohr hängen bleiben wollen. Mit „You“ hat man noch eine solide Ballade im Programm, die textlich alle Klischees bedient („You're the reason why I live – feelin' so much love for you to give – You're brighter than the sun“). Das ist an sich nicht so schlimm, das haben andere Bands auch schon gemacht, aber man lässt sich das halt nur gefallen, wenn einen die Musik berührt, zum Mitsingen animiert oder sich in den Gehörgängen festsetzt. Hier ist keiner der drei Punkte erfüllt, von daher ist dieses Stück zumindest nervig. So lasse ich mir ähnlichen textlichen Tiefgang von Mötley Crüe gefallen, weil bei ihren Sachen aus den 80er Jahren ein paar richtig schöne Ohrwürmer dabei waren. Die beiden letzen Songs des Albums bewegen sich dann wieder im Midtempo-Bereich und fallen nicht weiter aus dem Rahmen.


Was bleibt hängen: leider nichts. Das größte Problem des Albums sind meines Erachtens die fehlenden, guten Refrains. Bei mir zündete nicht einer, sie sind eher langweilig und stellen leider die Stellen der Songs dar, bei denen man am liebsten vorspulen würde. Das ist schon paradox: bei den Stücken von Kosmik Skream sind die Strophen besser als die Refrains. Im Bereich der melodischen Bands hat sich seit Edguy nichts bahnbrechend Neues mehr getan und ich würde mir wünschen, dass junge Bands nachkommen um dieses Feld mal wieder richtig aufzumischen. Man merkt zu jeder Sekunde, dass hier erfahrene Musiker mit Herzblut am Werk sind, die Produktion ist ok, das Video auf Youtube recht gut gemacht, aber es hapert ganz gewaltig an den Songs. Von daher tut es mir wirklich leid und mit anderen Refrains sähe die Bewertung auch ganz anders aus, aber ich habe mir die Platte jetzt drei Mal komplett mit einigen Tagen Abstand angehört und die Songs wollen einfach nicht zünden.


Tracklist:
1. Speed Of Light
2. The Truth Will Set You Free
3. Survival
4. Addiction
5. Who Can Tell The Answers
6. Do Or Die
7. Your Heart
8. Cold Days In Hell
9. A Way Back Home
10. You
11. Better Way
12. Where Do We Come From


Bewertung:
5 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Kosmik Skream
  • Album Titel: Kosmik Skream
  • Erscheinungsdatum: 6.11.2014
  • Fazit: Was bleibt hängen: leider nichts. Das größte Problem des Albums sind meines Erachtens die fehlenden, guten Refrains. Bei mir zündete nicht einer, sie sind eher langweilig und stellen leider die Stellen der Songs dar, bei denen man am liebsten vorspulen würde. Das ist schon paradox: bei den Stücken von Kosmik Skream sind die Strophen besser als die Refrains. Im Bereich der melodischen Bands hat sich seit Edguy nichts bahnbrechend Neues mehr getan und ich würde mir wünschen, dass junge Bands nachkommen um dieses Feld mal wieder richtig aufzumischen. Man merkt zu jeder Sekunde, dass hier erfahrene Musiker mit Herzblut am Werk sind, die Produktion ist ok, das Video auf Youtube recht gut gemacht, aber es hapert ganz gewaltig an den Songs. Von daher tut es mir wirklich leid und mit anderen Refrains sähe die Bewertung auch ganz anders aus, aber ich habe mir die Platte jetzt drei Mal komplett mit einigen Tagen Abstand angehört und die Songs wollen einfach nicht zünden.
Gelesen 2653 mal Letzte Änderung am Dienstag, 24 März 2015 13:20

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