Sonntag, 25 Januar 2015 22:35

Maxxwell - Tabula Rasa

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Tabula Rasa Tabula Rasa Maxxwell

Tabula Rasa – der lateinische, zum Sprichwort verkommene Ausdruck für unbeschriebene Tafel wird häufig als Song- oder Albumname genutzt. Selten ist er aber so passend wie beim dritten Studioalbum der Schweizer Hardrocker Maxxwell: Nicht nur, dass mir der Fünfköpfer bisher ein unbeschriebenes Blatt war, vielmehr noch trifft es zu, da das dritte Album gleichzeitig einen Neuanfang bedeutet.

Mit neuem Sänger und nach drei Jahren versuchen sich Maxxwell mit „Tabula Rasa“ weiter einen Namen in der Rockszene zu machen. Drei lange Jahre hat es gedauert, zwölf neue Songs stehen nun seit Oktober 2014 zur Begutachtung frei. Mit Gilberto Meléndez ist die Sängerposition neu besetzt worden. Ein solch gewagter Schritt ist für die meisten Bands ein halber ins Grab. Dass Meléndez jedoch die gesamten Lyrics für „Tabula Rasa“ beigesteuert hat, ist sicherlich ein gutes Zeichen für seine Einbindung in das Bandgefüge.


Musikalisch geht das Album dann auch richtig gut los. „Partykings“ drescht gleich fröhlich los, das „Hard“ in Hardrock wird ernst genommen, schnelles Tempo, gutes Riffing – klingt gut. Meléndez‘ Stimme fügt sich dann auch sofort gut ein. Eingängig, ein wenig rau – eine gute Stimme. Vielleicht keine, die man aus hundert anderen sofort erkennen würde, aber sie harmoniert gut mit dem musikalischen Rahmen, den Maxxwell aufbauen. „Fuck it!“ fügt sich nahtlos an den Opener an: schnell, gute Gitarrenarbeit, schönes Solo, kurz und knapp: Hardrock, wie er Spaß macht. Da kann man dann auch auf stereotypische Refrains problemlos verkraften. Danach wird es erstmals ruhiger, „Nothing Changes My Mind“ bewegt sich im Midtempo. Auch wenn hier musikalisch gesehen alles im Reinen ist, merkt man doch, dass es in diesem Tempo sehr viel schwerer ist, einen Song interessant zu gestalten. Ein Problem, dass „Trails of Hate“ überhaupt nicht hat. Von Sekunde eins dominiert der Bass diesen Song und harmoniert wundervoll mit den Vocals.


Danach flacht das Album jedoch ein klein wenig ab. Zwar fehlt es weder an der Abwechslung bei den Vocals noch an der Gitarrenarbeit, jedoch verlässt sich die Band zu häufig auf die Sicherheit des Midtempos. Die anfängliche Energie und Freude, die man insbesondere in den ersten beiden Songs jede einzelne Sekunde hören konnte, gehen hier ein wenig verloren. „Man of Steel“ nimmt dann aber die treibende Kraft des Basses aus dem vierten Song wieder auf, was ihm und dem Album richtig gut tut. Zumal es nie schaden kann, ein wenig über Superman zu singen, oder? Gegen Ende hin nimmt das Album dann auch wieder mehr Fahrt auf, „On Your Face“ strotzt nur so vor Spielfreudigkeit.


Mit „Backstabber“ hauen die Schweizer jedoch einen Song raus, der höchstwahrscheinlich schon für die ein oder andere Diskussion unter Fans gesorgt hat. Zwar verfügt er über einen der besten und eingängigsten Refrains des Albums, jedoch kamen Maxxwell hier auf die Idee, einen Rapper mit an Bord zu nehmen, der dann in seiner Manier für die Strophen verantwortlich ist. Mögen Rap und Rock beide Genres sein, die wohl irgendwie ihre Daseinsberechtigung haben, so bin ich trotzdem alles andere als scharf darauf, die beiden zusammen zu hören. Es hat einen Grund, warum Linkin Park scheiße ist. Nach diesem Fauxpas wenden wir uns noch kurz den Lyrics zu. Es gibt einige „Woohoo“-Refrains und die Songs bedienen lyrisch gesehen jede Menge Stereotypes, jedoch umschiffen Maxxwell jede Klippe mit der Aufschrift „Klischee“.


Was bleibt also nach knapp 55 Minuten? Nun, Maxxwell liefern über weite Strecken richtig guten Hardrock ab. Schnelle Gitarren, eingängige Refrains, eine gute Stimme, jede Menge Spielfreude – so stell ich mir das vor. An sich habe ich ja auch nichts gegen Midtempo-Songs, in der Mitte des Albums wird mir jedoch einfach zu stark auf die Bremse gedrückt, was mir eigentlich nach dem starken Start ein wenig unverständlich ist. Am Ende kann man das Schiff dann jedoch sicher an Land bringen, indem man auf den Bass sowie die zu Beginn gezeigten Stärken setzt. Alles in allem stellen sich die Schweizer ordentlich an. Man kann das Album gut hören, es hat den ein oder anderen richtigen Kracher. Reinhören kann definitiv nicht schaden.


Tracklist:
01. Partykings
02. Fuck it!
03. Nothing Changes My Mind
04. Trails Of Hate
05. Cause I'm Loving It
06. Gone Forever
07. Fallin Down
08. Man Of Steel
09. Never Let You Go
10. On Your Face
11. Backstabber
12. Run Or Hide


Bewertung:

7,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Maxxwell
  • Album Titel: Tabula Rasa
  • Erscheinungsdatum: 03.10.2014
  • Fazit: Maxxwell liefern über weite Strecken richtig guten Hardrock ab. Schnelle Gitarren, eingängige Refrains, eine gute Stimme, jede Menge Spielfreude – so stell ich mir das vor. An sich habe ich ja auch nichts gegen Midtempo-Songs, in der Mitte des Albums wird mir jedoch einfach zu stark auf die Bremse gedrückt, was mir eigentlich nach dem starken Start ein wenig unverständlich ist. Am Ende kann man das Schiff dann jedoch sicher an Land bringen, indem man auf den Bass sowie die zu Beginn gezeigten Stärken setzt. Alles in allem stellen sich die Schweizer ordentlich an. Man kann das Album gut hören, es hat den ein oder anderen richtigen Kracher. Reinhören kann definitiv nicht schaden.
Gelesen 1510 mal Letzte Änderung am Montag, 26 Januar 2015 22:02

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Gone Forever (Official Videoclip) Maxxwell