Montag, 20 Oktober 2014 17:15

Infinity's Call - Unconditional

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Unconditional Unconditional Infinity's Call

Mit ihrem Erstlingswerk "Light in the Dark" gelang der Ulmer Band Infinity's Call 2004 ein sehr erfolgreiches Debüt. Hierzulande gab es nur gute Kritiken und international schaffte man den Einstieg in die Import-Charts Japans. Es folgten zahlreiche Umbesetzungen in der Band und daraus enstehend Pausen über längere Zeit, doch nach 10 Jahren schafft man es nun, das zweite Album "Unconditional" zu veröffentlichen.

Auf dem ersten Blick bzw. Hören bietet "Unconditional" melodischen Hard Rock, der mit Elementen aus dem klassischen Heavy Metal gemischt wird. Eigentlich ist dies ja eine gute Mischung und sollte ein deutlicher Erfolgsfaktor für das Album sein, doch irgendwie werde ich mit dem Sound von Infinity's Call nicht warm.


Dabei kann man eigentlich nicht meckern, was die Arbeit an den Instrumenten angeht. Alle Musiker sind erfahren und beherrschen ihr Instrument. Im Zusammenspiel wirkt die Band sehr routiniert und weiß, was und wohin sie will. Leider scheint man sich beim den meisten Songs auf ein durchgängiges Schema zu verlassen, denn viele Songs klingen sich schon sehr ähnlich und beim Aufbau der Songs geht man auch nur wenige Experimente ein. Zusammen mit der oben genannten Routine liegt hier für mich das größte Problem von "Unconditional". Es klingt leider teilweise sehr uninspiriert und lustlos eingespielt, fast schon so, als ob es der Band lästig wäre, noch einen weiteren Song in der gleichen Art und Weise zu schreiben und zu spielen. Routine ist ja schön und gut, aber wenn es dieses Ausmaß annimmt, dann sollte man die Reißleine ziehen und versuchen den Absprung zu schaffen.


Und Infinity's Call können es ja auch anders, denn mit "Where Does Love Go", "Emotional Evolution" und den beiden Instrumentals "Prelude" und "Infinity" sind vier Nummern auf der Platte, die die Kreativität der Band zeigen und das Schema der ewig gleich klingenden Songs durchbrechen. Man bekommt bei diesen Songs einen Einblick in das wahre Können der Band und kann erahnen, wie das Album klingen würde, wenn man alle Songs mit dieser Kreativität angegangen wäre.


"Kreativ" war man auch bei der Abmischung des Albums, nur in die andere Richtung. Meiner Meinung ist diese nämlich vollkommen misslungen. Man lässt Drums und Bass im Hintergrund versauern oder sogar untergehen und raubt so der Platte jeden Druck, den sie vielleicht mal hatte. Da können sich Gitarren und Gesang noch so sehr bemühen, ohne das Fundament von der Rhythmusfraktion bleibt "Unconditional" ziemlich lahm auf der Strecke liegen.


Zumal sich am Gesang auch sicher die Geister scheiden werden. Claus Zeller hat zwar eigentlich ein gutes Organ, doch versucht er mit aller Macht, etwas Rauhes in seine Stimme zu bekommen, was nicht da ist. Der Gesang erklingt dadurch ziemlich gepresst und wirkt gekünstelt und aufgesetzt, was ein weiterer Grund ist, warum der Zugang zum Album einem so schwer fällt.


Unterm Strich bleibt für "Unconditional" nur eins stehen: man hätte mehr daraus machen können. An den vier oben erwähnten Songs sieht man, was möglich ist, wenn man kreativ an das Songwriting heran geht und Infinity's Call mal von selbst aufgelegten Schemata trennt. Wenn man dann noch Bass und Drums beim Abmischen mehr Druck mitgibt, kann das nächste Album nur besser werden.


Tracklist:

1. Stop Fooling Around

2. Can't Get Over You

3. Bitter Taste Of Destiny

4. The Place

5. Where Does Love Go

6. Prelude

7. Say What You Gotta Say

8. Even The Bravest

9. Unconditional Love

10. Emotional Evolution

11. Infinity


Bewertung:

4 von 10 Punkten


PS: auch nach längerer Suche war kein Video von einem Song des aktuellen Albums zu finden. Nur "Dance With The Fire" war zu finden, welches von "Light in the Dark" stammt.

Weitere Informationen

  • Band: Infinity's Call
  • Album Titel: Unconditional
  • Fazit: Unterm Strich bleibt für "Unconditional" nur eins stehen: man hätte mehr daraus machen können. An den vier oben erwähnten Songs sieht man, was möglich ist, wenn man kreativ an das Songwriting heran geht und Infinity's Call mal von selbst aufgelegten Schemata trennt. Wenn man dann noch Bass und Drums beim Abmischen mehr Druck mitgibt, kann das nächste Album nur besser werden.
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Dance with the Fire (from "Light in the Dark") - Infinity's Call Infinity's Call