Dienstag, 03 Juni 2014 10:08

Andhaka - Fading Into Neverland

geschrieben von Ghostwriter
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Fading Into Neverland Fading Into Neverland Andhaka

Andhaka ist der Asura der Blindheit, Dunkelheit und Unwissenheit im Hinduismus. Während Asura je nach Auslegung Göttlich oder Dämon bzw. böser Geist heißen kann, bedeutet "Fading into Neverland" einfach nur ein Besuch in Michael Jacksons alter Villa oder eine Reise mit Peter Pan, der zu viele Pillen geschmissen hat.

Kombiniert haben wir allerdings die aktuelle EP einer Jenaer Progressive, Melodic, Death Metal Band, die vier Tracks mit einer Spielzeit von knapp über 15 Minuten aufweist. Mit dem als Intro zu verstehenden Track 1 "Seismos" bekommen wir einen kurzen Vorgeschmack wo es hingehen soll - Sehr orientalisch angeschnittenen und verspielten Death Metal, bei dem mich der leider immer wieder aufkeimende „Corehauch“ am Gesamtbild stört. Dass „Progressive“ im neuen Jahrtausend des Herrn von vielen (vor allem jungen) Bands immer mehr mit Core verwechselt wird, zaubert mir allerdings nur noch ein müde-trauriges Lächeln von den verhärmten Backen und die Band muss sich mit dem eigenen Anspruch auch mit dem Kaliber messen lassen. Aber zurück zum Silberling:


1 k  preview


Der zweite Track Chased verzichtet fast komplett auf den eben erwähnten orientalischen Touch und knüppelt direkt los. In den knapp zweieinhalb Minuten bekommen wir neben halbwegs angenehmen Gegrowle, ein leider etwas uninspiriert und hingeklampft wirkendes Solo / Duett dafür aber ein solide wirkendes Drumspiel geliefert. Bei Track drei „Sweet Blood For A Sour Shaddock“ (Für unsere nicht-italiener heißt das „Süßes Blut Für Eine Saure Pomelo) bekommen wir das längste Stück der Scheibe und einen komischen Titel serviert. Nach dem langen Intro des Songs wird’s auf jeden Fall auch insgesamt besser. Zum ersten Mal seit Einlegen der Platte habe ich das Gefühl bei der Band zu stehen. Schön, melodisch und stimmig erinnert mich das Stück an späte In Flames, was für mich persönlich keine Beleidigung darstellen soll sondern einfach nur nett aus den Boxen tönt. Neben einem ausgefeilteren Riffing passen jetzt auch die Brakes und die Screams/Growls besser ins Bild und offenbar wurde auch der/die Gitarrist, der im vorherigen Song das Solo verkackt hat, gegen jemand mit Ahnung ausgetauscht.


Titel- und letzter Track „Fading Into Neverland“ wird auf dieser Schiene einfach weitergestrickt und in der Mitte nur durch erneut uninspiriertes Brechgeklampfe unterbrochen, bei dem ich die Band vor meinem inneren Auge mit umgedrehten Basecaps, kurzen Hosen und Sneakers auf-und ab hüpfen sehe. Ansonsten wiederhole ich nur die Beschreibung von Track drei und drücke mit insgesamt gemischten Gefühlen auf „Eject“


Mit der EP kann ich tatsächlich nicht besonders viel anfangen, es fehlt mir schlicht an Spielzeit um wirklich herauszufinden was die Jungs (und Mädel) aus Jena eigentlich genau wollten und vor allem wieviel Core im Deckmantel von Progressivität ein komplettes Album liefern würde. Für diese Scheibe gilt – Netter Ansatz, aber da fehlt noch was. Für eine neue/junge Band aber definitiv ja nichts schlechtes - man will und sollte sich ja auch steigern. Weitermachen Soldaten.


Tracklist:

I Seismos

II Chased

III Sweet Blood for a Sour Shaddock

IV Fading into Neverland


Bewertung:

5,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Andhaka
  • Album Titel: Fading Into Neverland
  • Erscheinungsdatum: 2013
  • Fazit: Mit der EP kann ich tatsächlich nicht besonders viel anfangen, es fehlt mir schlicht an Spielzeit um wirklich herauszufinden was die Jungs (und Mädel) aus Jena eigentlich genau wollten und vor allem wieviel Core im Deckmantel von Progressivität ein komplettes Album liefern würde. Für diese Scheibe gilt – Netter Ansatz, aber da fehlt noch was. Für eine neue/junge Band aber definitiv ja nichts schlechtes, man will und sollte sich ja auch steigern. Weitermachen Soldaten.
Gelesen 1433 mal Letzte Änderung am Dienstag, 03 Juni 2014 10:21

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Fading Into Neverland - Live Andhaka