Mittwoch, 13 November 2013 20:33

Slegest - Loyndom

geschrieben von Ghostwriter
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Loyndom Loyndom Slegest

Slegest - Loyndom revisited:

Fünf Jahre nach Release ist Loyndom inzwischen ein steter begleiter meiner Playlist geworden und ich hatte immer im Kopf, dass ich dem Album nach dem Release in 2013 eine Bewertung im oberen Viertel gegeben hatte. Umso peinlicher, dass es damals nur für 5,5 von 10 Punkten gereicht und ich damit der Band - und vor allem der Platte - unrecht getan habe. Jetzt, wo eine 7ber Vinyl mit zwei neuen Songs der Band ansteht, hab ich es als Pflicht und Ehrenrettung angesehen, die Schmach meines jüngeren "Ichs" zu tilgen und dem Album auch hier eine Rehabilitierung angedeien zu lassen.

Kurz: Loyndom kickt Ärsche. Die langsame und räudige Spielart, die doomige Vibes und oldschoolige BM Tunes miteinander verwebt, ist der perfekte Soundtrack für lange Autofahrten an denen man es etwas gemütlicher angehen lässt. Mit untergehender Sonne und dem Wissen, einen guten Whiskey (mit Eis und Cola) im Gepäck zu haben, während man sich in "The Path Of No Return" dem Ziel entgegenschiebt, kann einem die eine oder andere Träne ins Auge treiben. "I Like Slunder" lädt, etwas weniger melancholisch gestimmt, zum Fingertrommeln auf dem Lenkrad ein, die abwechslungsreiche Drumarbeit die immer wieder von taktisch gesetzten Breaks und Tempiwechsel machen diesen Songs zu einer ganz eigenen Gemütsfahrt. Hom Som Hauster Aleine - Ist dabei das Powerstück des Albums, auch wiederum langsamer gehalten, aber treibend, rockig, doomig und absolut oldschoolwürdig, als würde Black Sabbath eine Powerballade mit Darkthrone komponiert haben. Das Finale des Stücks, das wütend von Ese und nach einem kleinen Intermezzo eingeleitet wird treibt mir regelmäßig Gänsehaut den Rücken runter. Der Abschluss des Albums ist mit "Past Burden Strength" ein wahres Meisterstück - und gitarrenseitig, bzw. wohl auch gesamtkompositorisch das Stärkste. Nun wird hier auch nicht gerade mit hohem melodischen Anspruch gearbeitet, aber die Riffs sind absolut on Spot, genau wie Vocals und Drumming. Inklusive dem eher verträumten Ende, das die letzen Meter mit lauter werdenden Verstärker-Distortion und einem verträumten Gitarrensolo, liefert dies einen epischen Ausklang.

Review 2013:

Obwohl es „Slegest“ erst seit ca. 3 Jahren gibt und 2012 erst eine EP und jetzt im (R)Oktober die neue Platte „Loyndom“ herausgekommen ist, gehen die Wurzeln doch um einiges tiefer. So ist das Mastermind hinter Slegest ein gewisser „Ese“, der den meisten noch von Vreid oder davor von Båååv bekannt sein dürfte.

Nach (oder schon lange vor) dem Ausstieg von Vreid soll der Wunsch nach einer rockigeren künstlerischen Aktivität aufgekommen sein und so kam es dann zu diesem Stück Black'n Roll in Form von „Loyndom“. Aber mal Butter bei die toten Fische – Loyndom ist kurz – ziemlich kurz. Mit nur acht Tracks und einer Gesamtspielzeit relativ überschaubar und echte „Epen“ sucht man hier auch vergebens, was bei Black'n Roll aber nicht weiter ins Gewicht fällt. Auch wenn man in dem Kontext etwas Speed und Power erwarten könnte, ist hier ein langsames und stellenweise nachdenkliches Werk entstanden.

 

Deutlich wird das vor allem bei „The Path Of No Return“ das nicht nur das längste sondern auch eines der langsamsten Stücke ist. Fast schon doomig und etwas knödlig mit eintönigen bzw. wenig variierten Riffs und nicht mehr als unterstützenden Drums sowie Ese's BM-verrauchten Stimme geht es hier schleppend vorwärts. Wäre keine kurze Pause im Stück, hätte ich fast den Wechsel zu „Faceless Queen“ verpasst der noch eine ganze Weile im gleichen Tempo weitermacht bevor es nach einer knappen Minute etwas schneller zur Sache, aber auch wieder mit wenig Veränderungen vonstatten geht. Und hier offenbart sich die größte Schwäche des sonst durchschnittlich gut gelungen Albums – Die Eintönigkeit. Bei einem so kurzen Album hätte ich tatsächlich mehr Inspiration erwartet und nicht nur ab und zu ein kleines eingeschobenes Solo in den Sound-Einerlei wie bei „Dirt Life Death“ oder einem netten Einstieg und etwas mehr Variation bei den dominierenden Gitarren wie bei „Logna sin fiende“.

 

Keine Frage, ich mag Black'n Roll und es gibt derzeit einige wirklich sehr interessante Neuveröffentlichen, allerdings ist Lyondom für mich etwas zu tranig unterwegs. Gut produziert und durchaus hörbar – In höheren Gefilden aber definitiv nicht einzuordnen. Das nächste Album sollte definitiv mehr Dampf und auch mehr Ideen haben, sonst bleibt außer Fahrstuhlmusik oder Beschallung beim Bodenwischen leider nicht viel übrig.

 

Tracklist

  1. Ho Som Haustar Aleine

  2. Rooted In Knowledge

  3. I Slike Stunder

  4. Logna Sin Fiende

  5. The Path Of No Return

  6. Faceless Queen

  7. Dirt Life Death

  8. Past Burden Strength

 

Bewertung:

5,5 von 10 Punkten

 

Weitere Informationen

  • Band: Slegest
  • Album Titel: Loyndom
  • Erscheinungsdatum: 15.10.2013
  • Fazit: Das nächste Album sollte definitiv mehr Dampf und auch mehr Ideen haben, sonst bleibt außer Fahrstuhlmusik oder Beschallung beim Boden wischen leider nicht viel übrig.
Gelesen 1872 mal Letzte Änderung am Samstag, 02 Juni 2018 14:04

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Ho Som Haustar Aleine Slegest
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