Freitag, 21 Juni 2013 10:14

Blood Ceremony – The Eldritch Dark

geschrieben von Dornen König
Artikel bewerten
(4 Stimmen)
The Eldritch Dark The Eldritch Dark Blood Ceremony

Auf Blood Ceremony ist einfach verlass, so auch auf ihrem dritten Okkult-Folk-70ger-Doom-Rock-Ritual Hammer oder was auch immer. Manche Bands sind nun mal schwierig einzuordnen. Die Schnittmenge aus Jethro Tull, Coven und natürlich Black Sabbath hat sich auf den vorigen Alben schon bewährt und wird auch im neuesten Werk 'The Eldritch Dark' wieder zur Genüge zelebriert, aber nicht ohne die ein oder andere Überraschung parat zu haben. Vorweg, Fans greifen bitte ohne Bedenken zu.

Seit 2006 sind die Okkult-Kanadier um Multi-Instrumentalistin Alia O'Brien (Gesang, Flöte, Tasteninstrumente...) nun schon Unterwegs und keinesfalls müde, was Songs wie 'Witchwood', eine klasse Rocknummer mit den diskreten Southern Rock Einlagen beweist, oder die etwas aus dem Rahmen fallende reine Folk-Nummer 'Lord Summerisle', welche zur eh schon sehr angenehm abwechslungsreichen Platte beiträgt.


Das Album ist weniger doomig bzw. hart ausgefallen, was mehr Freiraum für die Instrumentalisierung und Experimente lässt und der Truppe gut steht. Neue Folk-Einflüsse, wie die leicht Country angehauchten Geigen im Song 'Ballad of the weird Sisters' oder die schon erwähnte Folk-Nummer die mit einem eingängigen, genial gesungenem Duett mit dem Bassist (ja-ha Bassisten können mehr als man denkt) zu Punkten weiß, kommen hinzu. Generell bin ich der Meinung, das Alias Gesang sich kräftiger und selbstbewusster anhört und mehr Variationen zulässt. Die bewährte alte Hure namens Hammondorgel wird effektiv penetriert und wirkt, nicht wie bei vielen Bands der Okkult-Welle fehl am Platz oder einfach nur als Mittel zum Zweck. Auch Classic-Rock angehauchte Gitarren-Soli werden vermehrt eingestreut und lockern das Werk insgesamt nochmals auf. Der Titel-Song der Platte ist die wohl härteste Nummer und wartet mit einem fast schon angepissten Gesang von Alia auf und hätte so auch auf dem Erstling auftauchen können, wenn da nicht das mittlerweile recht ausgetüftelte Songwriting wäre, was einen weiteren Pluspunkt der Platte darstellt. Beinahe jeder Song hat irgendwann eine Wendung die ihn für geraume Zeit umkrempelt oder in einen Instrumentexzesse ausartet. Mehr als ein Gänsehaut-Moment is garantiert.


Schon zuvor und vor allem nach diesem Album muss Blood Ceremony den Vergleich mit Großen Namen wie Coven, Jethro Tull, Black Widow und wie sie auch alle heißen mögen nicht scheuen. Für mich waren sie eh schon immer die besseren Devils Blood (diese Spitze möge mir erlaubt sein). Ein Album, das durch seine strengen Genre Begrenzungen dennoch zu überzeugen weiß und sie auch teils angenehm selbst auslotet, hatte ich schon lang nicht mehr aufm Teller. Von mir ein ganz klare Empfehlung und ergo: Von mir, als Fanboy der ersten Stunde, gibt’s dafür natürlich die volle Punktzahl. Für mich bisher eins der besten Alben anno 2013.

 

Tracklist:

01. Witchwood

02. Goodbye Gemini

03. Lord Summerisle

04. Ballad of the Weird Sisters

05. Eldritch Dark

06. Drawning Down the Moon

07. Faunus

08. The Magician


Cover und Umfang:

Das Cover wurde lustigerweise von Annick Giroux gestaltet, ihres Zeichens Autorin des 'Hellbent   for Cooking' Heavy Metal Kochbuchs. Das Cover gleicht einem Wiener Schnitzel, es ist lecker, man weis was man bekommt, aber ist an sich nix besonderes. Es tummeln sich diverse Faune und Satyren auf dem Cover im mittelalterlichen Holzschnitt Stil. Das Booklet ziert dann nochmals das Cover und beinhaltet alle Texte und ein Bühnen Foto der Band in der Mitte. Farblich ist alles in dunklen Braun und Beige Tönen gehalten aber auch das Weinrot, welches mittlerweile, nebst Lila, so was wie ein Aushängeschild des Genre geworden zu sein scheint. Wenn ich die Vinyl Version dahabe wird das alles nochmal aktualisiert. Die Aufmachung einer CD ist nun mal nicht das gleiche wie die des großen Pappkameraden.

Abwechslung (10/10)

- zwar größtenteils im Midtempo gehalten aber mit vielen Arrangements und Stimmungs-Wechseln

Sound (9/10)

- der Bass wummert angenehm warm

- Hier klingt alles rundum echt, ungefiltert, getriggert oder nach sonstigem neumodischen Schwindel

Gesamtpunktzahl

10 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Blood Ceremony
  • Album Titel: The Eldritch Dark
  • Erscheinungsdatum: 28.05.2013
  • Fazit: Von mir, als Fanboy der ersten Stunde, gibt’s dafür natürlich die volle Punktzahl. Für mich bisher eins der besten Alben anno 2013.
Gelesen 3272 mal Letzte Änderung am Freitag, 21 Juni 2013 10:24

Medien

"Goodbye Gemini" (OFFICIAL) Blood Ceremony