Dienstag, 07 Oktober 2014 18:56

Ajuna - Prisoners of the Sun

geschrieben von
Artikel bewerten
(1 Stimme)
Prisoners of the Sun Prisoners of the Sun Ajuna

Ajuna – was auf den ersten Blick unscheinbar und nicht einordbar erscheint, ist ein dänisches Post Black Metal-Projekt. Ihr Debütalbum „Prisoners of the Sun“ ist mehr als nur ein wenig sperrig und alles andere als leichte Kost, gleichzeitig auch aber ein kleiner Juwel, der zwar noch ein wenig ungeschliffen daherkommt, einem jedoch viel zu leicht durch die Lappen gehen kann.

Über die Band selbst, Ajuna, gibt es nur wenig in Erfahrung zu bringen. Sowohl die Bandmitglieder als auch die Aufmachung der Band und das Cover des Albums machen deutlich: Hier steht die Musik im Vordergrund. Was man gleich festhalten sollte: „Prisoners of the Sun“ ist sicherlich kein Album für den trven Black Metal-Fanatiker. Man braucht Kompromissbereitschaft, denn trockener Post Black Metal wird hier nicht geboten. Es ist facettenreicher, vielschichtiger, doch dazu später mehr.

Produziert wurde das Album von ex-Hatesphere Jacob Bredahl. Die Produktion ist nicht schlecht, wirkt aber stellenweise ein wenig distanziert und steril, wobei ich hier durchaus Absicht unterstellen möchte. Auch wenn ich von einer solchen Produktionsweise kein großer Fan bin, muss ich dem Ergebnis Tribut zollen: Es passt einfach. Diese Sterilität schlägt sich in der Atmosphäre nieder und hat einen unheimlich gefangennehmenden Effekt. Dieser stellt sich aber nur ein, wenn man dem Debüt der Dänen seine volle Aufmerksamkeit widmet. Die ist es aber auch wert.

Das Album beginnt sofort mit einem kreischenden Riff, ehe oben beschriebene Atmosphäre sofort zupackt. Zwar wirkt alles zu Beginn sehr chaotisch, eine wirklich dichte Wand aus Gitarren und Drums macht es nahezu unmöglich, bestimmen zu können, was was ist. Die Vocals tun ihr übriges. Sowohl die hohen Vocals als auch die fast schon animalisch tiefen sind wirklich stark – besonders dann, wenn sie sich im Duett ergänzen. Das songeröffnende Riff bei „Tribute“ kehrt jedoch immer wieder im Hintergrund zurück und dient als Leitfaden. Nichtsdestotrotz erschafft bereits „Tribute“ einen Strudel aus Verzweiflung. Beim schleppenden Beginn von „Invisible Cut“ öffnet sich dieser dann weiter, nur um mit der rasenden Fortsetzung des Songs über einem zusammen zu brechen.

Trotz allem merkt man der Band noch einiges an Potenzial nach oben an. Manchmal verfängt sie sich ein wenig zu lange in einem Thema, rast dort zu sehr, wo ein wenig langsamer besser wäre – ein waschechter, wenn auch noch nicht vollständig geschliffener Black Metal-Juwel. Unfassbar, dass das Teil fast sieben Monate in unserer Cloud versauerte und auch von mir nur ein paar Mal schrägt angeschaut und liegen gelassen wurde. Es war definitiv ein Fehler. Einer, den mir Ajuna hier gnadenlos aufgezeigt haben.

Das Ziel der Dänen mit ihrer Musik ist es, ein „introvertiertes Universum“ zu erschaffen. So sperrig das im ersten Moment auch klingen mag: Wer sich „Prisoners of the Sun“ anhört, versteht, was Ajuna vorhatten – und spürt, dass sie es wirklich gut umgesetzt haben. Trotz der erstickenden Dichte der verzweifelten und sterilen Atmosphäre wirkt die Musik nicht verwaschen, der musikalische Vortrag nicht pathetisch oder ausgelutscht. Gleichzeitig schafft die Band es, ihre Emotionen zu transportieren – jedoch nur, wenn man sich darauf einlässt. Unfassbar ist auch, mit welcher Routine und Entschlossenheit die Dänen hier zu Werke geht. Es ist immerhin ihr Debütalbum. Am längsten Song auf dem Album, „Death“, merkt man zudem, dass die Band keinesfalls limitiert ist und auch bei längeren Titeln die Spannung aufrecht erhalten kann.

„Prisoners of the Sun“ ist ein schwerer Brocken, der einen ein wenig hilflos zurücklässt und auf jeden Fall nichts für „kurz mal zwischendurch“ ist. Für Freunde von atmosphärisch dichtem Black Metal ist es jedoch wirklich zu empfehlen; die teilweise schon fast depressive Spielart könnte das Album auch für Liebhaber dieser schwarzmetallischen Spielart hörenswert machen.


Bewertung: 8,5/ 10 Punkten

Tracklist:

01. Tribute
02. Medicin
03. Invisible Cut
04. Suntomb
05. Kaos
06. Death
07. Winter

Weitere Informationen

  • Band: Ajuna
  • Album Titel: Prisoners of the Sun
  • Erscheinungsdatum: 27.09.2013
  • Fazit: „Prisoners of the Sun“ ist ein schwerer Brocken, der einen ein wenig hilflos zurücklässt und auf jeden Fall nichts für „kurz mal zwischendurch“ ist. Für Freunde von atmosphärisch dichtem Black Metal ist es jedoch wirklich zu empfehlen; die teilweise schon fast depressive Spielart könnte das Album auch für Liebhaber dieser schwarzmetallischen Spielart hörenswert machen.
Gelesen 2847 mal

Medien

Suntomb Ajuna

Footer Impressum Datenschutz

 Undergrounded 2020 -  ImpressumDatenschutzerklärung