Mittwoch, 05 Juni 2013 08:41

Rock Hard Festival 2013

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Rock Hard Festival 2013, da jedes Jahr so ziemlich jeder Mensch den ich kenne dort ist und das Festival zusammengefasst immer eins der Highlights nicht nur im NRW-Metal ist also ein absoluter Pflichttermin!
Grade noch rechtzeitig eingecheckt, ein Bier auf die Hand und schon ging es los mit der wilden Fahrt.

FLESHCRAWL war für mich die erste Band des Rock Hard Festivals 2013 und für  die frühe Stunde an diesem Freitag hatten sich neben mir und meinem Dunstkreis auch schon recht viele andere Leute versammelt. Zwar gab es technische Probleme weswegen die Jungs gegen Ende des Sets nur noch mit dem Sound einer Gitarre vor sich hin ballerten, trotzdem kann man sagen FLESHCRAWL spielten solide ihr Set runter und die Stimmung bei allen Anwesenden war ebenfalls ausgezeichnet .


Eher zurückhaltend kann man die Stimmung wohl bei den nun folgenden DENIAL OF GOD bezeichnen. Zwar hatten die Blackmetaller ebenfalls eine gute Hand voll Leute vor die Bühne bewegen können, aber nach Deathmetal jetzt fast oldshool Black riss die Leute jetzt aber nicht grade von den Hockern. Ein gewisser Mix an Genres muss natürlich gegeben sein, aber so „früh“ auf einem ROCK Hard wirkten sie eher deplatziert. Dies soll zwar keine Aussage über ihre Musikalische Leistung sein, aber die Stimmung kochte eben auch nicht über.


Ganz anders stellte es sich da bei den Jungs von AUDREY HORN dar. Das Resümee dieser Band vorweg, aber sie sind wohl das, was das Rock Hard ausmacht. Sie machten nach eigener Aussage Rock ´n Roll der für Piraten, oder eher Wikinger ist. Der Mob sah das ähnlich und honorierte die Darbietung mit der mit Abstand besten Stimmung des Abends. Der Sänger hüpfte fröhlich umher das seine Krawatte nur so wehte der Gitarrist poste was das Zeug hielt… Wie gesagt, Rock ´n Roll und somit das Festival nun auch endgültig eröffnet.


Weiter am Abend folgte dann ASHES OF ARES, die unter Anderem neue Band des ehemaligen ICED EARTH Sängers Mat Barlow. Das war es auch schon was über die Jungs bekannt war.  Nichts im Netz, keine Hörproben, nichts. Nur eben mächtig geheimnisvolles Getue sowie Pressemitteilungen der Plattenfirma und Co. Es herrschte gespannte Stimmung was da wohl kommen mag und die Einigkeit, „das kann nur Top oder Flopp werden“. Dann ging es los und was soll man sagen, es ist eben der Barlow, die Musik hingegen sehr einfallslos, Mid-tempo ohne technische Raffinesse oder außergewöhnlichen Songwriting. Nun der Mob war auch eher von Mat Barlow als von der Musik begeistert, was nicht zuletzt an den „Barlow, Barlow, Barlow“ Rufen zu bemerken war. Da der Mat ja nun aber auch nicht neu ist im Geschäft, wusste er den Mob dann gegen Mitte des Sets auf „Ashes“ Rufe anzulernen. Nun, Gesang ist eben genau der, wie man ihn von ICED EARTH kennt, die Musik hat aber leider absolut nichts. Ob sich das durchsetzt wird sich zeigen. Momentan leben sie jedenfalls von Mat´s Bekanntheit.

 

Den Headliner am Freitag stellte U.D.O. Wer jetzt nicht der Oldschool/Power/Poser-Metaller vor dem Herrn ist, musste mit dieser Truppe erst mal warm werden. Der Name Udo sollte dann aber doch jedem Metaller ein Begriff sein, dem ungelernten Metaller kann man aber an dieser Stelle sagen, so wird das gemacht! Standen da wo sonst Wände aus Fullstacks die Bühne säumen 12 Strobos, die für Laune sorgten. Falls sie damals das Posen nicht mit erfunden haben, haben sie es zumindest perfektioniert. Die obligatorischen 15 minütigen Gitarrensolos  hatten natürlich beide Gitarristen unabhängig voneinander. Bleibt zu sagen dass auch mir, der ich ja eigentlich ein Freund der harten Schiene bin, doch ein Kopfnicken abgerungen wurde.


Licht aus, Licht an und schon war es Samstag und damit Zeit für DESAsTER! Jeder Mensch, der sich jemals eine Kutte genäht hat, hatte nun einen Pflichttermin. Kreator, Sodom und Konsorten - aus genau dieser Ecke und auch schon genauso lange gibt es die Jungs von DESASTER. Black/Thrash „at its Best“ und definitiv einer meiner persönlichen Favoriten auf diesem Rock Hard 2013 bewiesen die Jungs, dass ein Metronom zwar 'ne gute Sache ist, aber zum auf die Fresse hauen absolut niemand braucht. Wie aber schon in einem meiner vergangenen Reviews aus  2012 war leider auch dieses Mal wieder viel zu wenig los vor der Bühne. Pech für jeden der sie sich entgehen ließ, ich hörte im Nachhinein der Show nicht nur einmal, dass sie von Null auf 100 zum Favoriten kletterten. Zusammengefasst lieferten die Jungs einfach mal wieder eine Show wie man sich thrashiger nicht wünschen kann und ebenfalls alles an guten Songs quer durch die Diskographie enthielt.


Nächste Kapelle auf meiner Liste war die Truppenamens NAGLFAR. Im letzten Jahr bereits auf zwei namhaften Festivals bestaunt, war ich auch dieses Mal wieder gespannt was es geben würde. Mein Resümee des letzten Jahres war, dass die gesamte Show mit Licht und allem PIPAPO im Dunkeln echt gut kommt, bei Tag die Atmosphäre leider nicht so recht aufkommt. Nun und das war wohl auch dieses Mal wieder der Fall. Zwar war auch hier wieder nichts an der Show auszusetzen und musikalisch sind NAGLFAR echt eine Wucht, aber man muss einfach zusammengefasst sagen: Blackmetal kommt bei Sonnenschein einfach nicht so rüber wie es sein sollte. Trotzdem dürfte keiner enttäuscht zum Bierstand zurück gewackelt sein denn wie gesagt, musikalisch echt 'ne klasse Sache! Bleiben wir bei den Nordmännern und kommen zu ENSIFERUM. Im Laufe der Jahre wird wohl jeder schon mal die Blondinen von ENSIFERUM live gesehen oder zumindest von ihnen gehört haben. Auch diesen Samstag lieferten sie wieder ihr Standardset ab. Zwar habe ich schon bessere Shows von den Finnen gesehen, aber gut war die Show auch dieses Mal. Zwar hätten doch durchaus noch mehr Leute vor die Bühne gepasst, aber genug Hörner, Pogo und Kopfschütteln gab es auch hier. Der Backdrop ließ es schon vermuten und so kam dann auch neben vereinzelten Hits der Vergangenheit viel neues Zeug von der aktuellen Platte „Unsung Heroes“.

 
Der Sonntag wurde mir mit Desaster… ach ne, GOSPEL OF THE HORNS eingeleitet. Wie die Einleitung vermuten lässt, besteht hier durchaus eine gewisse Ähnlichkeit. Spricht man nun von leicht einseitigem Songwriting und holperigen Zusammenspiel, muss man aber eben auch anmerken, dass manchmal, aber nur manchmal, weniger mehr ist. Das war durchaus solides Handwerk was die Jungs da ablieferten und im Handwerk ist nun mal nicht alles sauber, da muss es knallen! Und das tat es! Und so sage ich auch hier jedem der auf richtig oldschooligen Thrash steht, geh' mal hin!

 

Den Headliner für am letzten Abend gab KING DIAMOND oder auch „King Digimon“ wie es im Nachhinein nicht zur einmal über den Zeltplatz hallte… und nun wird es kontrovers denn die Meinungen gingen speziell was die Musik betrifft doch arg auseinander! Klar ist, der Königsdiamant rückte mit einer 1a Show an, ein Bühnenbild wie man es auf der verhältnismäßig übersichtlichen Kanalbühne des Rock Hard selten gesehen hat. Absolut stimmig, klasse Licht, Stimmung kurz um, die Show war echt genial! Für alle Freunde der Oper und Kopfstimme dürfte auch die Musik ein Fest gewesen sein. Musikalisch ebenfalls absolut auf den Punkt und zu Recht der Headliner für die Sonntagnacht, aber für alle Freunde der harten Metallmusik war der extrem hohe Gesang über die gesamte Show hinweg mit der Zeit doch etwas anstrengend. So bleibt zu sagen, wer auf viel Show und eine durchgestylte Metal-Oper steht und sich dazu noch in der Welt von Kopfstimmen wohl fühlt, der ist beim „King“ absolut auf seine Kosten gekommen. Wer sich eher angrunzen lässt, der wurde hier nicht glücklich und das muss bei der doch teilweise überglorifizierenden Berichterstattung auch mal klar gesagt werden.

 

Zum Abschluss kann man sagen, es war mal wieder ein riesen Spaß. So wie jedes Jahr und es ist wohl davon auszugehen, dass auch für das kommenden Jahr nicht nur der Zeltplatz wieder restlos ausverkauft sein wird. Was die Bands betrifft war in diesem Jahr kaum was für meinen persönlichen  Geschmack dabei und auch bei Bands wie ENSIFERUM etc. habe ich schon mehr Bewegung im Mob gesehen, ist hier soweit aber auch irrelevant, denn für tausende Andere war es wohl das Festival Highlight 2013 wie mir nicht nur einmal mitgeteilt wurde. Die Organisation war ebenfalls wieder klasse, der Sound war top nur das Wetter hätte grade die ersten Tage durchaus besser sein dürfen. Aber man kann ja auch nicht alles haben.

 

Undergrounded, ich und alle Leute die mir über den Weg gelaufen sind kommen gerne im nächsten Jahr 2014 wieder zur nächsten Ausgabe des Rock Hard Festivals.


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Gelesen 3388 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 06 Juni 2013 10:18
Dustin

 


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