Dienstag, 19 Juni 2018 21:15

Ováte - Ováte

geschrieben von Torn
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Wenn sich zwei Live-Musiker von Taake bzw. Gorgoroth zusammenschließen, um Black Metal zu praktizieren, sind die Erwartungen natürlich hoch. Dass Ováte ganze drei Jahre brauchten, um die erste Platte zu liefern, hat an dieser Situation nichts geändert. Dafür schlägt diese auf Anhieb hohe Wellen.

„Brodd“ und „Aindiachai“ sind die beiden Übeltäter, die sich seit 2015 Ováte schimpfen und von ihrer Erfahrung bei Taake, Gorgoroth und weiteren, unbekannteren Bands profitieren wollen. Das Debütalbum trägt der Einfachheit halber den gleichen Namen wie die Band und beginnt mit dem kraftvollen Track „Morgenstjerne“. Während in den ersten Minuten ein hohes Tempo dominiert, wird der Opener zum Ende hin etwas gemächlicher. Die Riffs lassen Teile der alten Schule anklingen, der Gesang ist anfangs harsch, später überwiegend clean. Der Geschwindigkeitsverlust tut der anfänglichen Stärke, mit der uns das Duo hier aufs Trommelfell hämmert, übrigens keine Abbruch -eher im Gegenteil.

„Song til ein orm“ gibt sich ebenfalls sehr treibend, lässt nach knapp eineinhalb Minuten aber erste Beatwechsel zu. Die Gitarre spielt sich neben dem rauen Gesang gleichermaßen aggressiv ein und bietet kurzweilige Melodien, die im Gedächtnis bleiben.Allerdings wird gegen Ende des Titels wieder etwas weniger aufs Gaspedal getreten. Kontraste können die Herrschaften von Ováte also. Und die alte Schule bleibt ebenfalls weiterhin spürbar, genauso wie im dritten Track „Illhug“. Musikalisch sind die Ähnlichkeiten zu Taake hier sehr deutlich, wenngleich sich der Gesang davon stark unterscheidet. Ováte stampfen sich in unsere Gehörgänge und treffen dabei gekonntdie Töne. Der Rhythmus ist stringent, die Soli sitzen. Bislang eine solide Vorstellung und da kommen ja noch 15 Minuten.

Diese starten mit „The Horned Forest King“, dem einzigen englischsprachigen Titel der sonst norwegisch dominierten Platte. Auch hier ziehen bewährte Muster ihre Bahnen. Die Riffs sind allerdings gefühlt nicht so bedrohlich wie zuvor. Mit dem ersten Tempowechsel wird daran kontinuierlich gearbeitet. Auffällig ist, dass dieser Track ohne allzu hohes Tempo auskommt. Klar, bei reinem Black Metal wird selten gemütlich vor sich her getrottet. Aber der gehörnte Waldkönig scheint im Gegensatz zu seinen Vorgängern doch eher zu spazieren. Zeit genug um vor dem erwarteten Finale noch einmal zu verschnaufen.

Denn „Inst I Tanken“ versenkt sich in der gleichen Kerbe, welche schon die ersten 20 Minuten von „Ováte“ anklang. Aggressive Gitarren gepaart mit fiesem Gebrüll. Zwar gibt sich der Schlusstitel weiterhin nicht allzu schnell, die Rhythmuswechsel reißen ihn aber aus dem angesetzten Trott wieder heraus. Zum Ende hin wird es dann wieder langsamer, die Flut klingt ab. Ihre Erosion allerdings hinterlässt Spuren. Das Debüt von Ováte ist geglückt.

Trackliste:

1. Morgenstjerne
2. Song til ein orm
3. Illhug
4. The Horned Forest King
5. Inst i Tanken

Bewertung:

8 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Ováte
  • Album Titel: Ováte
  • Erscheinungsdatum: 01.06.2018
  • Fazit: Auch wenn die anfänglich losgetretene Energie in der zweiten Hälfte des Albums nachgelassen hat, wurden die Erwartungen überwiegend erfüllt. Ováte präsentieren sich in ihrem Debüt mit starkem, eingängigem Riffing, der nötigen Portion Oldschool und lassen es so gewaltig krachen. Solide Scheibe mit geringfügigen Luftreserven nach oben.
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Ováte - Morgenstjerne (official) Ováte

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