Donnerstag, 08 September 2016 12:43

Entropia - Ufonaut

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Entropia liefern mit 'Ufonaut' ein genreübergreifendes Werk ab, dass dem Hörer viel abverlangt. Ob das Ergebnis überzeugt, lest Ihr hier.

Entropia? Bislang nicht gehört. Dabei sind die Polen keine Neulinge, ihr Debütalbum und Vorgänger von 'Ufonaut' erschien immerhin schon vor drei Jahren.


Ein erster Blick auf das vom polnischen Künstler Kuba Sokólski gestaltete Cover lässt den Betrachter erst ungläubig blinzeln, bietet dann aber einen reichhaltigen Augenschmauß: Die bizarre Kreuzung aus Schädel, Tintenfisch, großem Auge und wer-weiß-was wirkt angenehm verstörend ohne zu überzeichnen.


Mit einer Mischung aus Neugier und gesunder Skepsis legen wir also mal die Scheibe auf. Und was uns da aus den Boxen entgegenquillt ist vor allem eines: Keine leichte Kost. Die Zuordnung zu einem bestimmten Genre fällt schwer, selbst gibt die Band ihren Stil als wilde Mixtur aus Black-, Sludge- und Post-Metal an. Trotz Doom-Elementen ist das Album dabei recht hektisch und aufwühlend.


Die Verwendung des Keyboards erfolgt nicht übertrieben, wobei dem Hörer vor allem ungewohnte Elemente bestehend aus teils bizarren 'Alien'-Effekten und Gesang mit starkem Echo auffallen dürften. Während die dem Science-Fiction-Charakter des Albums geschuldeten Soundeffekte anfangs noch verwirren mögen, passen sie letztlich doch gut ins Gesamtbild. Der Echo-Effekt unterstreicht dabei dezent den sehr gelungenen Gesang, der sich damit auch im Verhältnis zu den Instrumenten gut einfügt.


Aus all dem wird hier eine einzigartige musikalische Atmosphäre geschaffen, die den ganz eigenen Stil von 'Entropia' ausmacht. Dabei ist letztlich jeder Titel einzigartig: Seien es die fast schon orientalisch anmutenden Zwischenklänge in 'Mandala', die shoegaze- bis black-artigen Klänge von 'Veritas' oder die sphärischen Passagen am Beginn von 'Samsara' – Abwechslung ist garantiert.


Beim ersten Hören wirkt alles noch etwas chaotisch, erst dann entdeckt man Rhythmus und Struktur. Hier ist ein Album entstanden, das dem Hörer volle Konzentration abnötigt. Bringt man aber die nötige Zeit auf, so findet man schnell Zugang und lernt 'Entropia' zu schätzen. Wer Freude an musikalischen Experimenten hat, sollte hier zugreifen.



Tracklist:

01. Fractal       06:13

02. Samsara    06:00

03. Ufonaut     05:48

04. Apogeum   06:33

05. Mandala     06:54

06. Paradox      05:09

07. Veritas        06:36

                         43:13

 

Mitglieder:

Marek Ceńkar        - Bass, Gesang

Patryk Budzowski  - Schlagzeug

Damian Dudek       - Keyboards

Michał Dziedzic      - Gitarre, Gesang

Kuba Cołta              - Gitarre

 

Bewertung:

9/10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Entropia
  • Album Titel: Ufonaut
  • Fazit: Gelungenes genreübergreifendes Kunstwerk. Kaufempfehlung.
Gelesen 2172 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 08 September 2016 12:52

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