Freitag, 03 Juni 2016 19:34

Sunrunner - Heliodromus

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Heliodromus Heliodromus Sunrunner

Obwohl es für einen Eintrag bei metal-archives.com nicht gereicht hat („Apparently, multiple moderators chimed in and reached a consensus that the band was too rock-based to be acceptable“) haben wir uns das neue Album „Heliodromus“ von SUNRUNNER natürlich genauer angesehen. Das Ergebnis erfahrt ihr im folgenden Review.

Heliodromus heißt der sechste Initiationsgrad des persisch-römischen Mysterienkults zu Ehren des Sonnengottes Mithras und ist in diesem Sinne eigentlich eine Selbstbetitlung der in Portland wohnhaften Band Sunrunner (lat. helios „Sonne“ und lat. prodromus „Kurier“, also derjenige der zur Sonne und zurück läuft, der Sonnenläufer). Dabei reiht sich „Heliodromus“ nun als drittes Album in die Diskografie der Band ein, die ihren Stil selbst als „A mix of Classic Heavy Metal and Prog Rock...but […] not Prog Metal“ bezeichnet.

 

Die einzelnen Stücke sind sehr abwechslungsreich und werden durch Elemente (vermeintlich) genrefremder Einflüsse wie Prog Rock, Folk, Jazz und Instrumente wie Flöten und Bouzouki angereichert. Dabei dominiert der sehr warme Gitarrensound die gesamte Atmosphäre des Albums, während beispielsweise das trocken abgemischte Schlagzeug eher im Hintergrund aktiv ist. Bei den in Richtung Classic Rock bis Power Metal tendierenden Stücken klingt dies insgesamt etwas zu dünn und kraftlos, die eher folkig bis doomig gehaltenen Arrangements funktionieren dementgegen allerdings sehr gut. Ein positives Beispiel hierfür ist das dritte Stück des Albums, „Corvax“. Nach einem kurzen Intro auf der Bouzouki legt die Band in schleppendem Midtempo los, verspielte Melodien, Tempowechsel und weitere Instrumente entführen den Hörer auf eine vielschichtige, dabei aber keinesfalls zerfahrene Reise durch die Klangwelt der Sonnenläufer. Die Bouzouki schließt das Stück wiederrum ab und führt das Stück an den Anfang zurück.

 

Durch den Abwechslungsreichtum schafft es die Band, den Spannungsbogen über die gesamte, fast einstündige Spielzeit leichthändig aufrechtzuerhalten. Der Abschluss des Albums und gleichzeitig der Titelsong nimmt dabei über zwanzig Minuten ein, die Band entschuldigt sich mit dem Hinweis „no jamming“ augenzwinkernd dafür und betont die Ambitionen der Band in kompositorischer Hinsicht.

 

Was bleibt, ist der Eindruck eines teils entspannten, teils anspruchsvollen Albums, das durchaus auch so gehört werden kann und will – entweder nebenbei oder doch bewusst mit Blick auf die vielfältigen Einflüsse und das musikalische Können der Band. Zwischen den Stühlen fühlen sich Sunrunner wohl und machen dabei vieles richtig. Wer braucht da schon einen Eintrag bei Metal Archives?

 

Tracklist:

1. Dies Natalis Soli Invicti
2. Keeper's Of The Rite
3. Corax
4. The Horizon Speaks
5. Star Messenger
6. The Plummet
7. Technology's Luster
8. Passage
9. Heliodromus

 

Bewertung:

7,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Sunrunner
  • Album Titel: Heliodromus
  • Erscheinungsdatum: 08.09.2015
  • Fazit: Zwischen den Stühlen fühlen sich Sunrunner wohl und machen dabei vieles richtig. Wer braucht da schon einen Eintrag bei Metal Archives?
Gelesen 1946 mal Letzte Änderung am Sonntag, 26 Juni 2016 21:11

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