Donnerstag, 02 Juni 2016 22:04

Martyrion - Refugium: Exile (ReRecord)

geschrieben von Marc
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Refugium:Exile Refugium:Exile Martyrion

Zehn Jahre im metallischen Untergrund von Köln haben Martyrion schon hinter sich. Als erstes nachhaltiges Lebenszeichen wurde im Jahr 2011 das Debüt „Refugium: Exile“ unter eigener Flagge auf die Hörer losgelassen. Nun wurde die Scheibe neu aufgenommen und als Einstimmung zum bald erscheinenden zweiten Album „Our Dystopia“ über Boersma Records wiederveröffentlicht.

 

Bei dem Label, das seinen Sitz im beschaulichen Essen-Horst hat, zeigt man viel Vertrauen in das Fünfgespann aus der Domstadt: „Die Jungs sind wirklich Ausnahmetalente und wir setzen große Hoffnungen in die Zusammenarbeit und freuen uns riesig, Martyrion bei Boersma-Records begrüßen zu dürfen!“, lässt sich eine Mitarbeiterin auf der Homepage von Martyrion zitieren. So oder so ähnlich kommen ja öfter Lobbekundungen vonseiten des Labels. Schauen wir doch mal, ob Martyrion dieser Einschätzung gerecht werden!

 

Vom inhaltlichen Konzept her verorten sich Martyrion in einer möglichen endzeitlichen Zukunft des Jahres 2153, in der nur noch einige wenige Überlebende durch die Trümmer ziehen und sinnieren, wie die Menschheit so tief fallen konnte. Dementsprechend soll sich auch das Bühnenoutfit der Kölner gestalten, die meinetwegen aber gerne noch eine Schippe drauflegen und martialischer auftreten dürften.

 

Musikalisch ist jedoch das Göteborg des Jahres 1998 das Vorbild: melodischer Death Metal in der Schnittmenge von alten Hypocrisy, Ablaze my Sorrow und Dark Tranquility wuchtet aus den Boxen. Das wütende Gegrunze über eine Welt am Abgrund legt sich über ausgefeilte Schwedenriffs und treibende Drums, aufgelockert durch knackige Soli und ruhige Interludien. Einmal ist sogar klarer, weiblicher Gesang zu hören, wodurch nostalgische Erinnerungen an die Spätneunziger schließlich vollends geweckt werden.

 

Die Kölner sind aber weit davon entfernt, bloße Invasion-Records-Gedenk-Abziehbilder zu sein. Dazu steckt hörbar zu viel Herzblut in dem Album, das ich hiermit jedem empfehlen möchte, der auf melodischen Death Metal steht und neues Futter in dem Bereich auch mal abseits der größeren Labels ordert. Die CD gibt es für schlanke 5 Euro bei der Band und beinhaltet auch noch vier brauchbare Live-Tracks.

 

Tracklist

1. War and Apathy [Intro]

2. Breeding the Edge of Doom

3. To Where I Can Reach the Stars

4. Fallen Angel

5. Gale of Transience

6. The Day of Justice [Interlude]

7. Oblivion

8. Infinite Gravity

9. Drown

10. Equilibrium

11. The Wretched

12. The Misanthrope (Live at Metal Frenzy 2015)

13. The End of Eternity (Live at Metal Frenzy 2015)

14. To Where I Can Reach the Stars (Live at Metal Frenzy 2015)

15. Oblivion (Live at Metal Frenzy 2015)

 

Bewertung

8/10

Weitere Informationen

  • Band: Martyrion
  • Album Titel: Refugium:Exile (ReRelease)
  • Erscheinungsdatum: 24.03.2016
  • Fazit: Die Kölner sind aber weit davon entfernt, bloße Invasion-Records-Gedenk-Abziehbilder zu sein. Dazu steckt hörbar zu viel Herzblut in dem Album, das ich hiermit jedem empfehlen möchte, der auf melodischen Death Metal steht und neues Futter in dem Bereich auch mal abseits der größeren Labels ordert.
Gelesen 2299 mal Letzte Änderung am Freitag, 03 Juni 2016 19:58

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