Freitag, 18 März 2016 11:30

Axolotl - Voices Of Luna

geschrieben von Ghostwriter
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Voices Of Luna Voices Of Luna Axolotl

Axolotl habe ich schon seit 2013 auf dem Schirm und nachdem ich über ein paar Demos gestolpert war, hatte ich das Album-Debüt „Teutonic Invaders“ hart gefeiert. Mit „Voices Of Luna“ kommt 2016 und damit 3 Jahre später mitnichten ein weiteres ultraschlechtes Nightwish Album auf den Markt, sondern die zweite Langrille der Gelsenkirchener.

Die wichtigste Frage, die sich mir noch vor dem ersten Einlegen stellte: „Haben sich die Jungs weiterentwickelt?“ Nun, ich würde eher sagen „Ausdifferenziert“ - und das in alle Richtungen. Die Black Metal Elemente haben sich fast komplett verabschiedet, während die Thrash und Deathanleihen gestiegen sind. Was sich hier fast schon anhört wie eine Wahlprognose, ist so einfach nicht zu beschreiben.

 

Es hat eine Weile gebraucht warum gerade Titeltrack Voices Of Luna mich so in den Bann gezogen hat und nach dem vierten oder fünften Mal Hören traf mich der Nostalgiehammer hart ins Genick – Lange bevor ich meinen ersten tragbaren CD Spieler hatte und noch auf Tapes angewiesen war, auf die ich meine Songs überspielte, waren die finnischen Melo-Deather von „Cryhavoc“ ständiger Begleiter und nach kritischem vergleichen haben Axolotl in manchen Harmonien und Screamparts erschreckende (oder besser erfreuliche) Ähnlichkeiten! So hat Voices Of Luna als Paradebeispiel der Scheibe alles, was einem alten Melodeather und Thrashnuckel wie mir fehlen könnte. Ein feines melodisches Intro, dann die erste MG-Garbe auf die 12, gefolgt von einer Verschnaufpause mit Raum fürs grobe Riffing, immer untermalt von Matthes Frankenhoff - hier fühle ich mich wohl, auch wenn ich mir für den Song fast noch mehr das kurze „Sentenced-ereseque“ Outro von „Prosekturian Dawn“ gewünscht hätte! Aber das ist tatsächlich jammern auf hohem Niveau und das Ding sitzt dort wo es angenagelt wurde auch wie Jesus auf der Latte (bzw. sehr gut um das Bild zuende zu malen).

 

 

„The Day When The Sun Decided To Wake Up Too Early“ markiert nicht nur (neben dem Intro) den kürzesten Song, man rutscht auch in die Brutal Death Schiene ab – Knapp 2 Minuten saftige Ohrwatschn, die mich schwer an unsere Jungs von Corrosive erinnern. Aber nicht nur hier man einen Zacken zugelegt, auch „...to her golden Throne“ ist ein Paradebeispiel an Blitzkrieg mit Überlichtriffing, harten Screamgewitter und Doublebassterror vom Feinsten. Hier zeigt sich am deutlichsten dass, obwohl offenbar versucht wurden den BPM-Rekord von „Flight of the Bumblebee“ zu brechen, sehr wenige Verhaspler auszumachen sind und an der Gitarre einfach nur geliefert wird.

 

Auch der Hymnenfaktor ist hoch – Allerdings braucht es hierzu ein paar Durchläufe, denn der Teufel steckt im Detail und Trinklieder wie „Metal And Beer“ auf Teutonic Invaders vermisst man völlig. Als absolute Anspieltipps sind für die Kategorie The Rise Of The Waterdemon, Voices Of Luna und „Passion Of Possession“ zu empfehlen! Kurzum, wer sich vom etwas „lauwarm“ angehauchten Albumtitel nicht abschrecken lässt, bekommt eine Zeitreise auf die Ohren wie ich sie schon lange nicht mehr hatte - Mehr davon!

 

Trackliste:

  1. In A Prosekturian Mind (Intro)

  2. Warriors Of A 1000 Fires

  3. Passion Possession

  4. The Essence Of Freedom

  5. Voices Of Luna

  6. The Day When The Sun Decided To Wake Up Too Early

  7. Wielder Of Tranquility

  8. Prosekturian Dawn

  9. ..to Her Golden Throne

  10. The Rise Of The Waterdemon

 

Bewertung:

9,0 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Axolotl
  • Album Titel: Voices Of Luna
  • Erscheinungsdatum: 28.02.2015
  • Fazit: Kurzum, wer sich vom etwas „lauwarm“ angehauchten Albumtitel nicht abschrecken lässt, bekommt eine Zeitreise auf die Ohren wie ich sie schon lange nicht mehr hatte - Mehr davon!
Gelesen 1801 mal Letzte Änderung am Freitag, 18 März 2016 11:35

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