Mittwoch, 30 Dezember 2015 09:30

In Twilight's Embrace - The Grim Muse

geschrieben von Ghostwriter
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The Grim Muse The Grim Muse In Twilight's Embrace

Eigentlich könnte man sich diesen Werdegang immer so vorstellen – Aus Core-Kids werden irgendwann Metalheads. Wenn man gelernt hat, wie man seine Instrumente richtig bedient, von den einfach Strukturen und Lyrics trennt und sich auf die Ursprünge besinnt, kann man tatsächlich bei Metal landen.

Und zwar bei Gutem, was die vier Posener von In Twilight's Embrace beweisen. „The Grim Muse“, dem inzwischen dritten Album der Band, hört man fast garnicht mehr an, aus welcher Ecke es ursprünglich kam. Und so bekommt man nach dem zugegeben recht seichten Introssong ab Track „Dystopian“, hauptsächlich Death Metal auf die Ohren – und das der „älteren“ Schule.

 

Anders also als bei den Vorgängerwerken, die mein Geschmack überhaupt nicht getroffen haben, findet man sich auf der neuen Scheibe mit einem Tritt in „At The Gates“ fickt „Benediction“, fickt „In Flames“ und ja, fickt „Toxic Holocaust“ wieder, was aber auch mehr auf die sparsam eingestreuten Thrash Anleihen bezogen ist, die immer mal wieder bei den rotzig durchgeprügelten Passagen wie z.B. bei „Der Hellseher“ (I have a dream) oder Track „No“ zu hören sind. Dominierender Faktor auf der Langrille ist diesesmal also tasächlich Death Metal - drückende Drumparts gemixt mit klassischen eintönig-repetitiven Riffs, die immer wieder von Sänger Cyprian mit Stakkato-Growls unterbrochen werden nur um dann wieder von vorne zelebriert zu werden. Hier und da noch ein Solo präsentiert und trocken ist der Lack. Fast schon „Black Metal“ sind manche Einflüsse zu nennen, reduzieren sich hierbei aber auf die eine oder andere Gitarrenwand, dissectionalen E-Intros (Chaindead) oder Blastbeat Parts wie z.B. bei „The Fullmoon Strain“ auf der auch Sänger Gore sich mehr in der Rolle des Pandas wiederfindet..


Die 11 Songs auf der Scheibe der Polen rutschen mir also als altem Death- und Black Metal Fan wie Barbettenschmiere durch den heißgelaufenen Drehturm und sorgen für einen kleinen Begeisterungssturm, fügen sich doch alle Instrumente ohne echte Schwächen perfekt ins Bild. Trotzdem ist „The Grim Muse“ sehr melodisch, ausgereifter und ausladender geworden und hat dabei die Härte der alten Meister nicht vergessen. Die oben genannten Einflüsse haben zu einem interessanten Misch-Masch aus Göteborger Schule und älteren Einflüssen genommen, was mir als Kind der 80er mit dem besten aus beiden Welten sehr gut gefällt.

 

Trackliste:

 

01. Postmodern Postmortem
02. Dystopian
03. Der Hellseher (I Have a Dream)
04. A Wolf I Remain
05. Liepaja
06. The Fullmoon Strain
07. Chainclad
08. No
09. The Grim Muse
10. Gravitate Towards the Unknown
11. The Becoming



Bewertung:

8 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: In Twilight's Embrace
  • Album Titel: The Grim Muse
  • Erscheinungsdatum: 15.09.2015
  • Fazit: War ich nach dem Introsong „Postmodern Postmortem“, der etwas schwach vom Player ging, noch sehr vorsichtig, ist nach dem letzten Takt von „The Becoming“ nur noch ein wohliges Gefühl der Nostalgie übrig, mit dem man einen alten Haudegen wie mich doppelt zudecken kann.
Gelesen 2119 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 30 Dezember 2015 13:35

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The Grim Muse In Twilight's Embrace

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