Montag, 16 November 2015 11:24

Infection - Acrotomophile Mutilator

geschrieben von Soundchaser
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(3 Stimmen)

11 Songs in etwas mehr als 30 Minuten, vorgetragen von 2 Peruanern. Ein heftiges Coverartwork, heftige Mucke. Death Metal und oh je…was soll ich zu diesem Album sagen? Die Texte bewegen sich allesamt auf einschlägigem Terrain, werden, trotz englischer Songtitel, offenbar auf spanisch gegrowlt.

Nicht, dass man das, was Shouter Guliano rausrotzt, auch nur ansatzweise verstehen würde, auf Englisch wäre es wohl nicht besser. Dass im Death Metal die Texte nicht eben von Romantik, Feingeistigkeit oder lyrischer Tiefe strotzen, ist nichts Neues, ich persönlich empfinde Texte wie „Kidnapped and Killed“, „Regurgitating Human Parts“ oder „Feasting with Feces“ – vor allem im Kontext zum Cover – als tongewordene Wichsvorlage kranker Gehirne. Echt, so ein Coverartwork ist einfach nur dämlich! Lieber ein paar Zombies oder etwas anderes Brutales, aber was soll diese frauenverachtende Gewaltphantasie, das ist doch Mist!

 

Die Musik wirkt auf mich, als hätten Guliano und Antonio eine Reihe von Death Metal Riffs und Licks genommen und durch den Schredder gejagt, der an einen Zufallsgenerator angeschlossen ist. Jetzt echt nichts gegen komplexe Strukturen, aber dieses Album ist wie ein blutiger Flickenteppich, der einem zusammengerollt über den Schädel gezogen wird. Immer und immer wieder. Stinklangweilig, weil Infection einerseits ermüdend technisch vorgehen, ohne echte Raffinesse zu bieten, quasi nie vom Gaspedal gehen und die Songs nicht einmal ansatzweise Erinnerungswert besitzen. Die beiden Peruaner ersticken jeden guten Ansatz sofort wieder mit dem nächsten Output aus dem Schredder im Keim. Nein, Infection, Brutalität allein, sowohl tonal als auch verbal, gepaart mit allzu bemühter Komplexität und einem Vergewaltigungscover, sind kein Garant für ein tolles Album. Diese Scheibe ist für mich persönlich Materialverschwendung und allenfalls für Hörerinnen und Hörer geeignet, die eine gute halbe Stunde lang einen Trip in ein musikalisches Folterkabinett machen möchten und akzeptieren können, dass hier von Anfang bis Ende durchgeknüppelt wird. Meine nächste Aktion: Vom Handy löschen!

 

Tracklist:
1. When Children Murder

2. Tetrodotoxin
3. First-Degree Murder
4. Kidnapped and Killed
5. Psychopath
6. Wish You Were Dead (Again)
7. Feasting with Feces
8. Regurgitating Human Parts
9. Acrotomophile Mutilator
10. Devouring the Living
11. Worse Than Being Dead


Bewertung:
2 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Infection
  • Album Titel: Acrotomophile Mutilator
  • Erscheinungsdatum: 30.07.2015
  • Fazit: Diese Scheibe ist für mich persönlich Materialverschwendung und allenfalls für Hörerinnen und Hörer geeignet, die eine gute halbe Stunde lang einen Trip in ein musikalisches Folterkabinett machen möchten und akzeptieren können, dass hier von Anfang bis Ende durchgeknüppelt wird. Meine nächste Aktion: Vom Handy löschen!
Gelesen 3976 mal Letzte Änderung am Montag, 16 November 2015 11:30

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Kidnapped and Killed Infection

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