Sonntag, 15 November 2015 14:51

Vingulmork - Chiaroscuro

geschrieben von Ghostwriter
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Ob Bay Area, schwäbisches Outback oder italienische Arschebene – Thrash Metal gepaart mit Black Metal Elementen finden sich gehäuft in den Pampas dieser Welt. Ob man Oslo, Norwegen, unbedingt in diese „suburbane“ Kategorie einbeziehen mag, sei mal dahingestellt und ist natürlich schwer diskutabel.

Dass in dieser rauhen Umgebung dennoch auch Underground-Metal dieser Spielart in einer gehobenen Kategorie gedeiht gefunden werden kann, ist nicht erst seit „Darkthrone“ bekannt. Gylve möge mir diesen kleinen Seitenhieb verzeihen und es ist mir Ehre und Privileg, Vingulmork mit Ihrer Scheibe bzw. dem Debüt „Chiaroscuro“ und damit Black-Thrash mit Twist vorzustellen. Und man muss ihnen zugestehen – Hier wurden für ein Debüt schon Nägel mit Köpfen gemacht und man braucht sich nicht wundern dass hier das Label „Crime Records“ schon jetzt seine Finger im Spiel hat.

 

Mit 9 Songs und einer mittleren Spielzeit von knapp 3 Minuten rennen die Osloer durch das komplette Repertoire von Einflüssen die das Land so zu bieten hat und nach dem dritten Durchhören kann man Anleihen von Old Man's Child, oben genannten 'Thrones oder auch Dissection nicht verleugnen. Spielfreude ist hier höchstes Gebot und die dem Genre geschuldete Selbstironie ein natürliches Repellent für Möchtegern-Pseudo-Elite-Black-Metaller. Ob mit kurzen Nackenschlägen bei „Old Hate“, in dem sich ein dominantes aber sich wandelndes Riff, nur rotzig-beschwörend unterbrochen von Sänger Jostein Stensrud Køhn, durch den ganzen Song zieht oder bei „The Darkness You Can Touch“, wo sich Anfangs ruhige, BM-lastige Gitarrenmelodien mit absoluten harmonischen Gewaltexzessen (Blastbeats, Bassorgien und harten Screams) mixen – Hier wird die gesamte Sparte bedient.


Mir persönlich gefällt bei den Jungs, dass trotz anfänglich hervorstechender Monotonie und Gleichmütigkeit beim öfters Hören alle Nuancen hervorstechen, die so ein Album braucht. Riffing-Puristen kommen hier genauso auf ihre Kosten, wie Fans von durchdachten Soli und brachial-derben Growlterrors. Der Mix funktioniert, auch wenn es wie schon mehrfach erwähnt man ein paar Stunden für das Verständnis des Albums braucht. Die Songs enden durch die Bank weg mit einem hartem Break und gehen sofort ohne Schnörkel in den nächsten über, was die Illusion des reinen Durchrauschens noch verstärkt. Technisch schon sehr ausgereift, würde man sich vielleicht tatsächlich noch das eine oder andere Intro-Outro bzw. Verschnaufpause wünschen, damit man einen bessere Zugang zum Gebotenen bekommt und sich nicht vorkommt wie nach einem Restefick der letzten Ü-40er Party (nicht das man wüsste wie sich das anfühlt).

 

Trackliste:

01. Collapse and Rebuild
02. Hold Your Ground
03. (I Am) The Darkness You Can Touch
04. The Haunting
05. Old Hate
06. From Promise
07. Painting Lives
08. White Dress, Black Heart
09. It Will Suffice

Bewertung:

7,5 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Vingulmork
  • Album Titel: Chiaroscuro
  • Erscheinungsdatum: 13.11.2015
  • Fazit: Black Thrash wie er sein sollte und für ein Debüt sehr ausgereift - Mehr davon!
Gelesen 3291 mal Letzte Änderung am Sonntag, 15 November 2015 14:55

Medien

Hold Your Ground (Promo Single) Vingulmork

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