Donnerstag, 25 Juni 2015 18:35

Vinegar Hill - monophobia

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Vinegar Hill existieren seit 2007 und haben sich dem melodischen Death Metal mit Synthesizer-Elementen verschrieben. Nach dem ersten Demo 2007, einer EP 2009, dem Debut-Album 2012 und zwei Singles 2014, erschien im Mai 2015 nun das zweite Album der Band. Laut Bandinfo hat man „spätestens mit den beiden Single-Releases 2014 „Faint Cold Fear“ und "Firebirds" (Acousticsart Records, Blank TV) … den früheren Vergleichen mit der Göteborg-Szene längst einen höflichen Mittelfinger gezeigt, und in souveräner Manier bewiesen, dass VINEGAR HILL EIGENSTÄNDIGKEIT wirklich fett formatiert.“. Das ist zwar richtig, aber die Vergleiche mit schwedischem Todesblei sind ja durchaus auch eine Auszeichnung und musikalisch gibt es schon gewisse Parallelen zu Bands wie In Flames, Dark Dranquility, Soilwork und Scar Symmetry.

Die Produktion ist amtlich und auf dem aktuellen Stand der Technik, erfüllt die Hörgewohnheiten und die Hitdichte ist tatsächlich recht hoch. Mit dem zweiten Album hat man sich aber auch ein Stück weit vom Göteborger Schwedenstahl dahingehend distanziert, als dass man sichtlich um Eigenständigkeit bemüht ist und eigene Elemente einfließen lässt. Sehens- und natürlich auch hörenswert sind übrigens auch die Musikvideos der Band, hier hat man sich ordentlich ins Zeug gelegt und bei „The Cage“ vermitteln Vinegar Hill auch gleich noch eine ernste Aussage: es geht um das bewusstere Einkaufen, um dem teils unwürdigen Umgang mit Tieren entgegenzuwirken. Auch hier hebt sich die Band von den sonst so häufig anzutreffenden Horror- und Gore-Texten positiv ab.


Die Platte richtet sich eher an Hörer des modernen Melodic Death Metal, was nicht heißen soll, dass nicht auch traditionelle Death-Elemente dabei sind, aber durch den Einsatz von Synthesizern, dem variablen Gesang, der von Klargesang über Thrash-Gebrüll, und Shouts bis hin zu gutturalem Death-Gegrunze reicht, muss man schon etwas tolerant sein. Die Songs sind allesamt abwechslungsreich, dennoch eingängig und machen einfach durchweg Spaß. Somit kann ich diese CD allen Melodic Death-Fans uneingeschränkt empfehlen! Anspieltipps sind: „The Shadowman“ "The Cage", „Solitary Bay“, "Beauty No More", "Something That Sleeps" und "Firebirds". Daran lässt sich auch schon die beeindruckende Hit-Dichte erkennen: Vinegar Hill machen fast alles richtig. Zwei Kleinigkeiten gibt es dann aber doch zumindest anzumerken: erstens hat das Album nur rund eine halbe Stunde Spielzeit und „Faint Cold Fear“ fällt in doppelter Hinsicht ab: der Sound ist hörbar schlechter als bei allen anderen Songs und auch die Komposition liegt für meinen Geschmack deutlich unterhalb des bisher gebotenen Niveaus.


Alles in allem ist und bleibt es aber eine tolle CD, die eine weitaus höhere Ohrwurm-Dichte aufzuweisen hat als viele etablierte Bands (ich darf hier gar nicht an die letzten relativ schwachen Veröffentlichungen von In Flames oder auch Scar Symmetry denken). Abgesehen davon schaffen es Vinegar Hill jedem Song ihren eigenen Stempel aufzudrücken und experimentieren vor allem beim Gesang mutig mit verschiedenen Stilrichtungen, was zwar der Die-Hard-Death-Fraktion nicht unbedingt gefallen wird, aber es bereichert die Kompositionen ungemein und sichert dem Hörer Langzeitspaß.



Tracklist:

01. The Shadowman
02. The Cage
03. Promises
04. Beauty No More
05. Solitary Bay
06. Something That Sleeps
07. The Ominous Needs
08. Firebirds (Single Version)
09. Faint Cold Fear (Single Version)


Bewertung:
8,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Vinegar Hill
  • Album Titel: monophobia
  • Erscheinungsdatum: 13.05.2015
  • Fazit: Alles in allem ist und bleibt es aber eine tolle CD, die eine weitaus höhere Ohrwurm-Dichte aufzuweisen hat als viele etablierte Bands (ich darf hier gar nicht an die letzten relativ schwachen Veröffentlichungen von In Flames oder auch Scar Symmetry denken). Abgesehen davon schaffen es Vinegar Hill jedem Song ihren eigenen Stempel aufzudrücken und experimentieren vor allem beim Gesang mutig mit verschiedenen Stilrichtungen, was zwar der Die-Hard-Death-Fraktion nicht unbedingt gefallen wird, aber es bereichert die Kompositionen ungemein und sichert dem Hörer Langzeitspaß.
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