Sonntag, 08 Februar 2015 14:15

Red Raven - Chapter One: The Principles

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Chapter One: The Principles Chapter One: The Principles Red Raven

Red Raven wurde zwar im Oktober 2011 erst gegründet, doch die Wurzeln der Band reichen über mehrere Bands hinweg bis in das Jahr 2003 zurück. Doch erst mit dem Dazustoßen von Sänger Frank Beck wurde aus den Fragmenten der Bands die Besetzung geschaffen, die heute Red Raven bildet. "Chapter One: The Principles" ist nun das Debütalbum, welches drei Jahre nach der Gründung im Oktober 2014 erschien.

Während ich den Klängen von "Too Late", dem ersten Song vom Album, lausche, muss ich mich tatsächlich versichern, ob ich auch wirklich Red Raven im Player laufen habe oder ob nicht doch ein Rage-Album reingerutscht ist. Alles klingt doch sehr nach den alten Recken aus Herne, selbst die ersten Gesangparts haben eine große Ähnlichkeit mit der Stimme von Peavy Wagner. Doch bevor sie nur zu einer reinen Kopie von Rage verkommen, finden Red Raven schnell zu ihrem eigenen Stil und Weg.


Auf diesem spielen die Saarländer eine solide Mischung aus Heavy Metal und Hard Rock, welche zwar nichts Neues an sich ist, der man aber deutlich anhört, dass die Band sich von der grauen Masse abheben möchte. Das macht sich zum Beispiel beim Songwriting bemerkbar, welches etwas komplexer gestaltet wurde. Red Raven bleibt aber immer in dem Bereich, wo man die Ideen der Band auch ohne Musikstudium nachvollziehen kann und baut nicht allzu viele Wrickeleien in der Songstruktur ein.


Am meisten fällt aber der Gesang bei Red Raven auf! Denn mit Frank Beck hat man eine Stimme am Mikro, die einen sehr hohen Wiedererkennungswert hat. Egal, ob hart und rauh oder gefühlvoll und warm, Beck trägt alles ohne zu viel Pathos oder erzwungener Härte in der Stimme vor. Es ist wirklich angenehm zu hören, wie er nur seinen natürlichen Stimmumfang und Spektrum nutzt, um die Songs mit seinen Vocals zu bereichern und über diese Stimmungen zu transportieren. Und es ist angenehm, dass er sich nicht so in den Mittelpunkt stellt, wie es vielleicht manch anderer Sänger mit dieser Stimme machen würde.


Er könnte es auch nicht, denn auch von Instrumentenseite her gibt es nichts zu meckern. Die Rhythmusfraktion ist technisch sehr versiert, spielfreudig und macht ordentlich Druck von hinten. Von den Gitarren gibt es von scharfen und dreckigen Riffs, etlichen Soli und schönen Melodienläufen zu berichten. Das alles zusammen klingt sehr gut eingespielt und aufeinander abgestimmt und man merkt die große Erfahrung bei den Musikern. Hier kennt jeder seine Aufgabe, nutzt aber auch die Chance zu glänzen, wenn diese da ist.


Gesanglich top, instrumental und im Songwriting gut...warum zündet "Chapter One: The Principles" bei mir dann nicht so richtig? Gute Frage, die ich für mich aber schnell beantworten kann: weil es keinen Song gibt, der ein richtiges Highlight setzt und das Album dadurch mitreißt! Ob es nun "Too Late", "Planet Fear" oder "Famous", die Songs haben alle das gleiche gute Niveau und halten sich auch alle im (relativ) selben Tempobereich auf. Aber auch die beiden "ruhigeren" Nummern ("Far Away From Me" und "I Don't Care") bilden nicht so den Unterschied zu dem Rest, wie man es sich wünschen würde. In diesem ganzen Gleichklang geht für mich auf Dauer die individuelle Klasse der Songs und somit auch von Red Raven verloren und "Chapter One: The Principles" verliert mit der Zeit seinen Reiz.


Tracklist:

1. Too Late

2. Planet Fear

3. Silent World Of Mine

4. Foolsland

5. Famous

6. Far Away From Me

7. If You Don't Know

8. Walls Around My Chair

9. Another Little While

10. I Don't Care


Bewertung:

7,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Red Raven
  • Album Titel: Chapter One: The Principles
  • Erscheinungsdatum: 10.10.2014
  • Fazit: Gesanglich top, instrumental und im Songwriting gut...warum zündet "Chapter One: The Principles" bei mir dann nicht so richtig? Gute Frage, die ich für mich aber schnell beantworten kann: weil es keinen Song gibt, der ein richtiges Highlight setzt und das Album dadurch mitreißt! Ob es nun "Too Late", "Planet Fear" oder "Famous", die Songs haben alle das gleiche gute Niveau und halten sich auch alle im (relativ) selben Tempobereich auf. Aber auch die beiden "ruhigeren" Nummern ("Far Away From Me" und "I Don't Care") bilden nicht so den Unterschied zu dem Rest, wie man es sich wünschen würde. In diesem ganzen Gleichklang geht für mich auf Dauer die individuelle Klasse der Songs und somit auch von Red Raven verloren und "Chapter One: The Principles" verliert mit der Zeit seinen Reiz.
Gelesen 2323 mal Letzte Änderung am Sonntag, 08 Februar 2015 14:21

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