Montag, 08 Dezember 2014 13:03

Belfry - Rest in Pieces

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Der Winter naht! Und mit ihm Melodic Death Metal aus deutschen Landen. Doch kann uns eine Mauer aus Gitarrensound vor den Untoten schützen, welche sich in den Liedern von 'Belfry' tummeln? Wir werden sehen.

Die vierköpfige Band 'Belfry' ('Glockenturm') aus Düsseldorf existiert seit 2002 und hat bereits 2 Demos veröffentlicht. Nun präsentiert sie uns ihr erstes Komplettalbum. Nach eigenen Angaben handelt es sich dabei um Melodic Death.
Beachtenswert sind die Texte, denn hier geht es um das Thema 'Horror'. Entsprechend bekommen wir es inhaltlich mit Vampiren und Zombies zu tun, dürfen aber auch einen Flugzeugabsturz aus Passagier-Perspektive miterleben.

Ob diese Mischung funktioniert?

Mit dem Opener 'They Walk Around' erfolgt ein wirklich guter Einstieg mit einem Refrain zum Mitwippen. Leider mit nur knappen 3 Minuten Laufzeit, man möchte aufspringen und laut nach mehr verlangen.

Die euphorische Stimmung erhält dann aber schnell einen Dämpfer. Denn bereits im folgenden Track taucht er plötzlich auf: der Klargesang. Und der schädigt das Album ungemein, ist er doch in allen Songs außer dem Opener und 'Inglorious Resentmen' (Track 4) enthalten.

Dabei soll an dieser Stelle nicht Klargesang an sich verteufelt werden, der ist bei Melodic Death natürlich zu erwarten und auch immer Geschmacksache. Aber 'Belfry' scheitern schlicht an der Umsetzung.
Besonders deutlich wird das bei 'Vampires' (Tracks 5) und 'Born Again' (Track 6), wobei sich 'Vampires' zusätzlich in Verbindung mit schwachen Texten (wenn wohl auch humoristisch angehaucht) als absoluter Tiefpunkt des Albums entpuppt.

Das Klargesang auch besser klingen kann, zeigt dann 'Winterbreath' (Track 9), der sich als erfreulich langes (6 Min.) und komplexes Machwerk erweist.
Bei aller Kritik zeigt doch gerade dieser vorletzte Track 9, dass 'Belfry' in instrumentaler Sicht einiges zu bieten haben. 
Zudem beschränken sie sich nicht allein auf die Schublade Melodic Death, sondern greifen auch tiefer in die Kiste um Heavy Metal und anderer Spielarten hervorzuholen.

Dennoch springt insgesamt der Funke einfach nicht über, außer dem Opener haut kein Titel auf Anhieb um.
Auch die Texte könnten insgesamt mehr hergeben und überzeugen nicht gänzlich.

Thema und Opener stecken hohe Erwartungen, die leider nicht gehalten werden - was primär an mittelmäßigen Klargesangspassagen und weniger an der instrumentalen Umsetzung liegt.
Schade, dass geht besser!

 

 

Mitglieder:

Michael Krücken - Gitarre, Gesang
Benedikt Walljasper - Gitarre, Gesang
Matthias Walljasper - Bass
Martin Schmidt - Schlagzeug

Tracklist:

1. They Walk Around 02:47
2. No Escape 03:48
3. Hellraiser 03:54
4. Inglorious Resentmen 05:00
5. Vampires 02:27
6. Born Again 04:02
7. Lost 05:07
8. Adiposity 03:31
9. Winterbreath 06:01
10. Hate (Bonus-Song 2011) 04:39
 41:16

Punkte:

 6/10


Weitere Informationen

  • Band: Belfry
  • Album Titel: Rest in Pieces
  • Erscheinungsdatum: 12.09.2014
  • Fazit: Das Niveau des Openers wird leider nicht gehalten, dabei kann sich 'Belfry' musikalisch durchaus hören lassen. Allerdings ziehen die mäßigen Klargesangspassagen und eher schwache Texte das Album arg nach unten. Und das ist ärgerlich, zeigt doch der Opener, dass die Jungs das auch besser können. Bitte am Klargesang arbeiten (oder auf Growls umstellen) und an den Texten feilen. Dann wird das was.
Gelesen 1634 mal Letzte Änderung am Montag, 08 Dezember 2014 13:43

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Belfry - Rest in Pieces

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