Donnerstag, 15 Mai 2014 10:47

Gotthard - Bang!

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Bang! Bang! Gotthard

Die Schweizer Hard Rocker von GOTTHARD sind seit über 20 Jahren im Geschäft. Selbst vom Tod ihres Frontmanns Steve Lee ließen sie sich nicht unterkriegen und veröffentlichten mit „Bang!“ das zweite Album mit neuem Sänger. Schon praktisch traditionell ergatterten sie sich den ersten Platz der Schweizer Charts und auch in Deutschland stiegen sie auf Platz 10 ein. Trotzdem fehlt dem soliden Album ein wirkliches Highlight.

Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht: Bereits mehr als dreieinhalb Jahre ist es her, dass Gotthard-Frontmann Steve Lee bei einem Motorradausflug in den USA verstarb. Die Zukunft der Band stand in Frage, war unklar. Mit Nic Maeder wurde dann ein mehr oder weniger adäquater Ersatz gefunden und im April diesen Jahres veröffentlichte die Band bereits das zweite Album mit neuem Sänger. Es hört auf den vielsagenden und zum Grübeln anregenden Namen „Bang“, beinhaltet vierzehn Songs und geht etwas über eine Stunde. Da ich den Vorgänger „Firebirth“ nicht gehört habe, kann ich Nic Maeders Leistungen nicht vergleichen und auch allgemein kann ich nicht von mir behaupten, dass ich jeden einzelnen Gotthard-Song kenne. Trotzdem erwarte ich gespannt guten Hard-Rock.


Der wird mir nach dem Intro mit dem Titelsong auch gleich geliefert. Rockige Riffs, Maeders gute Stimme, das Bein wippt vorsichtig mit. Auch mit „Get Up 'N' Move On” bieten die Schweizer eine rockige Nummer, die Spaß macht. Die Vocals sind kräftiger und auch variabler, der Song hat einen treibenden Charakter. So kann es weitergehen - Denk ich mir - Dachten sich Gotthard wohl nicht. Denn mit „Feel What I Feel“ wird’s schon ein wenig sanfter, das treibende fehlt mir, der Song ist beinahe schon kitschig in seiner Eingängigkeit – ein Problem, das dem Album zumindest für mich einiges an seiner Spritzigkeit raubt. Der ein oder andere Song könnte so auch von anderen massentauglichen Bands à la Green Day geben.


Die Tiefe der Lyrics lässt sich in etwa mit der Tiefe vergleichen, die man erreicht, wenn man mit einem Buttermesser in einen Baumstamm schneiden möchte. Das immer beliebter werdende Wort „Meh“ trifft es ganz gut. Oder gestisch gesehen ein Schulterzucken. Ja, es ist handwerklich nicht schlecht. Aber nein, es hat keinen wirklich großen Wiedererkennungs- und vor allem auch Langzeitwert. Mir fehlt in dem Album etwas, dass mich mitreißt, dass mich überrascht, hier mal ein packendes Solo oder ein erinnerungswürdiges Riff. Auch den Vocals fehlt ein wenig Abwechslung. Tiefpunkt ist für mich das schwache Duett „Maybe“, das so vor sich hinplätschert und kaum Emotionen transportieren kann. Dass die Band auch anders kann, zeigen immer wieder kleine Überraschungen zu Beginn einiger Songs ( zum Beispiel „C’est la Vie“), aus denen dann aber nichts gemacht wird, in den alten Trott zurückgefallen wird. Der letzte Song, „Thank You“, hingegen, ist nicht nur der längste Song des Bandgeschichte, sondern auch ein schöner Beweis, dass die Band nicht nur auf Zustandserhaltung aus ist. Starker Song!


Versteht mich nicht falsch, das Album ist keineswegs schlecht. Über Teile ist es schön rockig, teilweise auch groovig und lädt zum leichten Kopfnicken ein. Über den Rest ist es jedoch einfach nur seicht und vor allem nicht überraschend. Es fehlt etwas, das im Kopf bleibt, das nicht nach zehn Sekunden wieder vergessen ist. Die Band müsste ein wenig mehr in die Offensive gehen, etwas riskieren, um hier ein denkwürdigeres Album abzuliefern. Man kann sicherlich mal reinhören, man hat einmal seinen Spaß, das wars. Es ist solide, mehr nicht. Ein Schulterzucken eben. „Meh“.


Tracklist:

1. Let Me In Katie
2. Bang!
3. Get Up 'N' Move On
4. Feel What I Feel
5. C'est La Vie
6. Jump The Gun
7. Spread Your Wings
8. I Won't Look Down
9. My Belief
10. Maybe (Duett)
11. Red On A Sleeve
12. What You Get
13. Mr Ticket Man
14. Thank You


Bewertung:

6,5/10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Gotthard
  • Album Titel: Bang!
  • Erscheinungsdatum: 04. April 2014
  • Fazit: Die Band müsste ein wenig mehr in die Offensive gehen, etwas riskieren, um hier ein denkwürdigeres Album abzuliefern. Man kann sicherlich mal reinhören, man hat einmal seinen Spaß, das wars. Es ist solide, mehr nicht. Ein Schulterzucken eben. „Meh“.
Gelesen 2191 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 15 Mai 2014 11:16

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