Freitag, 28 Februar 2014 14:22

Beyond Orcus - The Art of Rebellion

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The Art of Rebellion The Art of Rebellion Beyond Orcus

BEYOND ORCUS zählen zu den Undergrounded-Schützlingen. Umso erfreulicher ist es da natürlich, ein neues Album des Quartetts in den Händen zu halten. Vor allem, weil die Jungs mit „The Art of Rebellion“ ein schnelles, und spaßiges Album raus gebracht haben. Trotz einiger Unebenheiten zeigt es das Potenzial der Band.

Im Februar 2009 gegründet, kommt gerade rechtzeitig zur Feier des halben Jahrzehnts das neue Album der Coburger in unsere CD-Player. Elf Songs, rund 40 Minuten Spielzeit, bezeichnet wird das Ganze wahlweise als Melodic Thrash Metal oder Thrash-Metalcore, obwohl mir letztere Bezeichnung so noch nie untergekommen ist. Also los geht’s. Beyond Orcus machen es mir einfach, meine begrenzte musikalische Toleranz durch den Begriff „Core“ nicht all zu stark zu spüren, denn bereits das rund 40-sekündige Intro „The Rising“ ist melodischtes Gitarrengeklimper, dass einen langsam in das Album einführt.


Auf die langsame Einführung wird aber nach diesen 40 Sekunden in bester Thrash-Manier geschissen, jaulende Gitarren, hohes Tempo, treibende Drums werfen einen ins kalte Wasser. Aus diesem Wasser lassen einen die Jungs auch nicht mehr so schnell raus, das Tempo ist die ganze Scheibe hoch. Das Gute daran: Man will aus diesem Wasser gar nicht mehr raus. Viel lieber schnappt man sich ein Bier und lässt sich auf den Wellen mit treiben, welche die Songs verursachen.


Denn eines ist ja mal klar: Alle vier liefern eine klasse Leistung an den Instrumenten ab. Sowohl Schlagzeug als auch die drei Saiteninstrumente machen richtig Spaß. Fast jeder Song liefert mindestens ein geiles Riff, die Drums treiben das Ding voran. Zwar bin ich kein Freund von Breakdowns, glücklicherweise werden diese jedoch nur spärlich eingebaut – quasi eine versteckte, ab und zu den Kopf aus dem Wasser streckende Hommage an gewisse Core-Elemente – mein kleines, in dieser Hinsicht wenig tolerantes Metalherz ist zufrieden. Ein wenig anders sieht die Sache bei den Vocals aus. Diese sind zwar nicht krumm und schief, aber doch ein wenig schwach auf der Brust. Der Sänger sollte über der Musik stehen, sie mit seiner Aggressivität anführen – diese Fähigkeit geht den Vocals teils ein wenig ab.


Zweiter Negativpunkt: Die Refrains unterscheiden sich kaum. In fast jedem Song sind die Refrains sehr ähnlich aufgebaut, keiner hat wirklich Ohrwurmpotenzial, wodurch hier ein wenig Charisma und vor allem der Wiedererkennungswert ein wenig verloren geht – immerhin sollten die Songs live leicht zum Mitgröhlen sein und machen da sicherlich gut Laune! Was man der Band aber ohne jeden Zweifel zu Gute schreiben kann: Sie haben sich weiter entwickelt und verbessert. Vergleicht man ältere Songs mit dem neuen Material, fällt nicht nur die bessere Produktion auf. Auch die Riffs wirken reicher, das Tempo ist höher, die Songs mitreißender.


Halten wir also fest: „The Art of Rebellion“ ist ein Album, das Laune macht. Ein Album, das sich durch richtig gute Arbeit an den Instrumenten in die Ohren spielt, den Körper zum Bewegen bringt. Ein Album, das den Fortschritt der Band verdeutlicht. Ein Album, das ziemlich geiler, melodischer Thrash ist. Aber auch ein Album, den es im gesanglichen Bereich noch an Kraft fehlt.
Erhältlich ist das Ding bisher nur bei der Band persönlich, also einfach im Gesichtsbuch ne Nachricht schreiben.


Nichtsdestotrotz gibt es sicherlich tausende an dümmeren Ideen, als mal in das neue Album von Beyond Orcus reinzuhören. Ich bin mir zudem sicher, dass das Quartett noch Luft nach oben, noch mehr Verbesserungspotenzial hat – und freue mich auf zukünftige Werke.


Trackliste:

01. The Rising
02. Lambs to Mars
03. Headshot
04. Bang Your Head
05. Me, Myself and I
06. Conflicts
07. Strike of Deliverance
08. Art of Rebellion
09. No More Resurrection
10. The More We Pray
11. Mark Of Cain


Bewertung:

7,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Beyond Orcus
  • Album Titel: The Art of Rebellion
  • Erscheinungsdatum: Mitte Februar
  • Fazit: „The Art of Rebellion“ ist ein Album, das Laune macht. Ein Album, das sich durch richtig gute Arbeit an den Instrumenten in die Ohren spielt, den Körper zum Bewegen bringt. Ein Album, das den Fortschritt der Band verdeutlicht. Ein Album, das ziemlich geiler, melodischer Thrash ist. Aber auch ein Album, den es im gesanglichen Bereich noch an Kraft fehlt.
Gelesen 2025 mal Letzte Änderung am Freitag, 28 Februar 2014 15:08

Medien

The Art of Rebellion (Trailer) Beyond Orcus

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