Sonntag, 09 Februar 2014 20:59

08.02.2014 Fimbulwinter Open Air, Langendorf (Hessen) + Angur + Negator + Blood Fire Death + Die Gesellschaft Der Grauen Herren

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Wie soll man etwas passend reviewen wenn man selbst involviert ist weil man davon 110% überzeugt ist? Erwartet diesmal ein versucht objektives Review, denn in der Summe war das diesjährige und leider letzte Fimbulwinter Open Air nicht weniger als der perfekte Auftakt für die Open Air Saison 2014.

Verglichen zum letzten Jahr gab sich der Ragnarock Festival Ground von einer anderen, aber nicht weniger widerlichen Seite. Statt klirrender Kälte und Schnee gab es diesmal Temperaturen über Null und fiesen Wind, sowie Nieselregen und eine dadurch resultierende Schlammwüste, die der russischen Pampa 1943 wohl in kaum etwas nachgestanden hat. Als der Aufbau gegen 1700 abgeschlossen war und auch die ersten Biere geköpft waren, war die Stimmung im schwäbischen Lager etwas gedrückt, da der gemeine BA-WÜ Metalhead gefühlt schon bei der ersten kleinen Wolke lieber unter die Couch als auf den Battleground kriecht. Dass die hessischen Metalheads aus anderem Holz geschnitzt sind, sollte allerdings schnell klar werden. Als gegen 18:30 der praktisch augebuchte Charterbus auftauchte, und sich der Platz schlagartig füllte, war schon klar was für ein Abend das werden sollte.

 

Im Vorfeld mit günstigem Bier, Merch sowie Würstchen und dem gegen Spende verteilten Fimbulwinter Bändel ausgestattet, sollte es pünktlich um 20:00 losgehen. Wind und Wetter zum Trotz fand sich bei der ersten Band „Die Gesellschaft der Grauen Herren“, schon eine beachtliche Crowd vor der Bühne Marke Eigenbau. Der etwas eigenwillige Black Metal Sound der Jungs, der irgendwo zwischen Prog und Experimental hin und her schwappte war für mich persönlich zwar etwas gewöhnungsbedürftig, für die lokalen Fans aber ein Grund den Matsch vor der Bühne zum Kochen zu bringen. Wie es auf jedem Konzert sein sollte, wurde die Stimmung mit jeder Band gesteigert. Nach einer kurzen Umbaupause, die zum Bier und Würstchenkonsum sowie zum Aufwärmen in der muckeligen Kanonenofenatmosphäre der Hütte genutzt wurde, kam schon die Undergrounded Band "Angur" zur Präsentation, die mit Ihrem Pagan/Folkmetal einen Akzent im restlichen Billing setzte. Von der Menge ehrlich gefeiert, präsentierten die Jungs (Und Mädel) einige Songs aus dem alten Repertoire sowie auch drei neue Songs, die ordentlich einschlugen. Leider stand die Technik ab Angur unter keinem guten Stern mehr, wahrscheinlich aufgrund der Witterung fiel nach und nach etwas anderes aus. Mal wurde die Drehleiher gemutet, mal streikte die Gitarre was zu einiger Verzögerung im Ablauf sorgte. Dass die Langendorfer Meute Spaß versteht, war aber auch hier schnell klar. Unter lauten „Mehr Drehleiher“ Rufen wurden diese Problem zumindest einigermaßen unter Kontrolle gebracht, so dass Angur auch den Gig ordentlich zu Ende spielen konnten.

 

Mit „Blood Fire Death“ kam als Drittes eine sehr versierte Bathory Cover Band auf die Bühne, die offenbar den Fanclub zusammen mit Negator angekarrt geteilt hatten. (Die letzten zwei Bands verwüsteten nun nämlich schlussendlich den Platz vor der Bühne komplett mit einem tobenden Mob aus Metalheads und ein paar Langendorfern, die Lust hatten mal wieder etwas ganz anderes zu sehen.) Zu Blood Fire Death kann ich kaum etwas sagen kann außer dass sie Bathory Klassiker mit einem Augenzwinkern und einer ordentlichen Portion aufs Maul versilbert haben. Es macht einfach Spaß wenn alle Bandmitgliedern mit Elan zur Sachen gehen! Aber auch hier gab es wieder die eine oder andere Unpässlichkeit der Soundtechnik, die wiederum durch schnellen Eingriff der Techniker behoben wurde.


Mit "Negator" betrat der Headliner die Bühne, der nach einer kurzen Ansage von unserem Björn (Chapter Hessen/Veranstalter) von einem kleinen Feuerwerk unterbrochen wurde und direkt danach die Hölle entfesselte. Mit brachialer und menschenverachtender Gewalt wurden Brecher wie z.B. „Eisen Wider Siechtum“ oder „Der Infanterist“ in bestem Schwarzmetall zum Besten gegeben. Trotz der kriechenden Kälte und Feuchtigkeit und einem ruinierten Drum-Mic, war die Meute vor der Stage nicht davon abzuhalten mit gleichem Kaliber zurückzufeuern und einen Begeisterungssturm zu entfesseln. Das perfekt ausbalancierte Billing war aus meiner Sicht einfach nur der Schuss ins Schwarze und dem letzten Fimbulwinter Open Air mehr als würdig. Was mich dennoch wirklich wehmütig stimmt ist auch genau dieser Punkt. Volle Hütte und trotzdem soll alles vorbei sein? Daran kann und will ich nicht glauben! Das Publikum hat solche elitären Events schlicht verdient und durch den Zuspruch auch bewiesen, dass es würdig ist!

 

Für UG war das Event definitiv das erste Highlight in diesem Jahr und neben der Verleihung der UG Ehrennadel an den Chapterführer Hessen sowie an die Veranstalter Björn und Dany, die sich zusammen mit dem Fimbul und dem Ragnarock um Undergrounded verdient gemacht haben, ein erinnerungswürdiger Moment! Auch wenn uns in der Schlacht zu später Stunde unser Banner dreist geklaut wurde (Die Schuldigen sind theoretisch identifiziert), waren die knapp 700km Fahrt jeden Kilometer wert und wir freuen uns schon auf das Ragnarock und den darauf stattfindenden Battleground(ed) im Sommer!



Wie immer haben wir auch hier ordentlich gefilmt und die Ergebnisse werden zusammen mit den Fotos Stück für Stück nachgereicht! Wir sehen uns an der gleichen Stelle um ein paar Monate Zeitversetzt am Ragnarock Open Air!

The Underground(ed) will never die.

Weitere Informationen

  • Band(s): Angur + Negator + Blood Fire Death + Die Gesellschaft Der Grauen Herren
  • Wann: 08.02.2014
  • Wo: Langendorf (Hessen)
Gelesen 2747 mal Letzte Änderung am Montag, 10 Februar 2014 09:05
Grave

Stolz kann sich nur erlauben wer bereit ist alles zu verlieren.

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