Sonntag, 24 November 2013 12:48

Vyre - The Initial Frontier Pt.1

geschrieben von Ghostwriter
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The Initial Frontier Pt.1 The Initial Frontier Pt.1 Vyre

Erst vor kurzem haben wir von Aeons Confer „Symphonies Of Saturnus“ reviewt und es ist momentan schwer "en Vogue" atmosphärisch dichte Konzeptalben mit schwarzem Anstrich zu releasen. Dass hier relativ wenig Ausschuss produziert wird ist einerseits Segen und andererseits Fluch. Segen weil man durchdachte und sauber produzierte Ware geliefert bekommt und Fluch, weil die Kohle ja irgendwoher kommen muss!

Mit "The Initial Frontier Pt.1" haben Vyre auf jeden Fall in oben erwähnte Bresche geschlagen und wie bei so einigen anderen Releases aus dem Hause SCR wird hier nachdenklicher und tiefgründiger, zuweilen verspielter aber auch aggressiver Black Metal präsentiert. Die künstlerische Historie einiger der Bandmitglieder hat mitunter eine Handschrift im Werk hinterlassen. So waren einige der Member bei der BM Band Geist unterwegs, bevor sich nach „Unstimmigkeiten“ die Vyre Kombo zusammenschloss. Wie der Titel schon verrät ist das Album nicht einzeln zu betrachten, sondern bekommt Part 1 Anfang 2014 einen „Bruder“ der das Konzept vollenden soll (was die nur mittlere und dennoch ordentliche Länge des ersten Teils von knapp 50 Minuten erklärt).

 

Mit der „Small Bang Theory“ als Intro wird die Scheibe mit eingeläutet und verrät als reines „Distortion-Stück“ erstmal wenig über das, was da kommen mag. Titelstück „ The Initial Frontier“ schlägt dann sehr sphärisch in eine experimentelle Bresche ein und serviert klassisches Gitarrenwerk gekoppelt mit Growls und einigen spielerischen elektronischen Beiwerk. Choraler Sing-Sang gibt dem Track nochmal eine gewisse räumliche „Weite“, wie Sie bei so einem Werk über Universum und leeren Raum nicht fehlen darf. Vermeintlich wenig variiert wird dazu bei Track drei „Fragile Equilibrium“ und man bekommt mehr oder minder eine Fortsetzung des Track zwei serviert, bevor es in der Mitte mit Klavierbegleitung und einem begleitenden Gitarrensolo zum ersten „Aha“ Moment in Form einer kleinen verträumten Pause kommt bevor es wieder zurück in härtere Gefilde geht.

 

Mit „Coil Of Pipes“ wird das längste Stück präsentiert und hier lässt man auch erstmal etwas Zeit mit Glockenklängen und Gitarrenspiel verstreichen bevor es in bekannter Manier hart zur Sache geht. Die letzten zwei bis drei Minuten werden dann nochmal etwas bedächtiger ausgeführt und man bekommt wieder Zeit zum verschnaufen. Bei „Digital Dreams“ bekommt man erst einen kleinen Sprechpart von einem sehr stark akzentuierten nicht-Engländer vorgesetzt und wird dann sehr „ulverresque“ durchs Stück geführt bevor praktisch nahtlos in den letzten Track „Miasma“ übergeleitet wird. Dieser erinnert mich in den ersten Paar Takten schwer an Dissection, wird dann aber nochmal eine Spur „gemütlicher“ und druckvoller. Die erhabene Langsamkeit des Stücks macht das ganze etwas bedrohlicher und insgesamt melodischer und auch diesem Stück wurde ein kurzes Gitarrenoutro spendiert.

 

Insgesamt hat hier Vyre ein sehr ordentliches „Debüt“ abgeliefert das viele Eindrücke aktueller Bands dieser Spielart in sich vereint und doch etwas vollkommen eigenständiges erschaffen kann. Der Scheibe kommt die Erfahrung der Bandmitglieder aus vergangenen Projekten zugute und die Gastbeiträge von Künstlern wie Nostarion (Dämmerfarben) oder Martin Wiese (Enid) haben nochmal Akzente gesetzt. Man darf also schon jetzt auf Part zwei gespannt sein!

 

Tracklist:

01 Small Bang Theory

02 The Initial Frontier

03 Fragile Equilibrium

04 Coil Of Pipes

05 Digital Dreams

06 Miasma


Bewertung:

8,5 von 10 Punkten

 

Weitere Informationen

  • Band: Vyre
  • Album Titel: The Initial Frontier Pt.1
  • Erscheinungsdatum: 29.11.2013
  • Fazit: Insgesamt hat hier Vyre ein sehr ordentliches „Debüt“ abgeliefert das viele Eindrücke aktueller Bands dieser Spielart in sich vereint und doch etwas vollkommen eigenständiges erschaffen kann. Der Scheibe kommt die Erfahrung der Bandmitglieder aus vergangnen Projekten zugute und die Gastbeiträge von Künstlern wie Nostarion (Dämmerfarben) oder Martin Wiese (Enid) haben nochmal Akzente gesetzt. Man darf schon jetzt auf Part zwei gespannt sein!
Gelesen 2788 mal Letzte Änderung am Sonntag, 24 November 2013 12:55

Medien

The Initial Frontier Pt.1 Teaser Vyre

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