Freitag, 23 August 2013 10:56

Cathedral – The Last Spire

geschrieben von Bobbel
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Anfang 2011 kam Lee Dorrian mit der Hiobsbotschaft ums Eck, das sich Cathedral nach dem kommenden Album auflösen würden. Zwei Jahre hat man dann gebraucht um als Cathedral die Letzte Platte einzutrümmern. Doom braucht halt seine Zeit. So auch die Bewertung dieses episch zu nennenden Albums.

Wie dem auch sei, eine der wohl prägendsten Doom Metal Bands der Neunziger legt nach fast 25 Jahren Doom-Geschichte ihr Requiem 'The Last Spire' vor. Nach dem sich der Vorgänger 'The Guessing Game' stark in psychedelischen Gefilden bewegte findet man auf dieser Scheibe wieder vermehrt Stärken aus älteren Tagen wieder und weiss diese gekonnt einzusetzen. Ein faszinierendes, atmosphärisch dichtes Karussell durch die gesamte Bandhistorie. Das Intro mit Krähen-Geschrei, penetrantem Glockengeläut, der beständig wiederholenden Phrase 'Bring out your Dead' (evtl. ein Monty Python Verweis) und den langsam in Vordergrund drängenden Gitarren ist zwar etwas zu lang geraten erfüllt aber seinen Zweck und bereitet einen auf das da noch kommende zweckdienlich vor.


Mit dem ersten echten Stück 'Pallbearer' bekommt man gleich eine Doomwalze um die Ohren geklatscht. Der mit kuriosen Breaks, Bläsern und dezentem gesäuseltem Frauen Gesang daher kommende Song ist recht abwechslungsreich gestaltet, was ihm aber auf keinste weise den Doom Grove nimmt. Wenn ab ca. Minute 6 die Akustikklampfe gezupft wird und man zum Finale hin das Tempo erheblich steigert, dann hat man schon den ersten Knaller des Albums hinter sich gebracht. Der dritte Track im Bunde 'Cathedral of the Damned' erinnert ansatzweise an Forest of Equilibrium Großtaten und stampft sich eingängig, auch dank des Refrains ('living in the Shadow' Pause 'of a damned Cathedral' *mitgröhl*), in die Gehörgänge und bleibt einfach hängen. Da komm ich richtig in Laune mir eine Flasche Rotwein aufzumachen und das ganze Album bangend und Wein verschüttend anzuhören und vor lauter betrunkener Euphorie diesen Review zu schreiben.


Werk Nr. 4 'Tower of Silence' ist für mich der Über-Song des Albums. Alles was man an Cathedral liebt ist hier vertreten. Dorriansches Gekrächze, Lava Riffing per exellance. Dieser Song hätte auch auf der 'The Carnival Bizarre' Scheibe gut gepasst - Da hört der Nacken nicht mehr auf zu Jucken - Witchfinder Hopkins lässt grüßen. Im drauf folgenden Track 'Infestation of Grey Death' wird dann nochmals erheblich die Bremse gezogen. Jedes Riff wird ausgekostet, Bass und Schlagzeug pflügen majestätisch durch den Song. Genau das ist es doch was wir am Doom lieben. 'An Observation' ist der einzige Song der auch auf 'The Guessing Game' hätte stehen können und benutzt ähnlich wie 'Pallbearer' gesäuselten Frauen Gesang der die Sache irgendwie interessant macht. Dennoch bleibt das der schwächste Song der Platte, zumindest meines Erachtens nach.


Das Outro 'The last Laugh' greift nochmals das Thema der Intros auf und leitet fließend über auf den letzten Doom-Hammer, Schwanengesang und Schluss-Track der Platte 'This Body, Thy Tomb'. Hier fährt man alle Geschütze, in diesem Falle vor allem die Hammondorgel Orgel ,auf und macht den unvermeidlichen Abschied nur noch schwerer.

 

Tracklist:

1. Entrance To Hell

2. Pallbearer

3. Cathedral Of The Damned

4. Tower Of Silence

5. Infestation Of Grey Death

6. An Observation

7. The Last Laugh

8. This Body, Thy Tomb

 

Bewertung:

9,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Cathedral
  • Album Titel: The Last Spire
  • Erscheinungsdatum: 26.04.2013
  • Fazit: Tja wer zu letzt Lacht... In diesem Falle auf jeden Fall Cathedral. Liefert diese Inselpack gerade zum Abschied nochmal eins ihrer stärksten Alben der Bandgeschichte ab. Getrost nach dem Motto: Man soll gehen wenn's am Schönsten ist. Abwechslungsreich, vollgepackt mit genialen Breaks und einer geniale schaurigen Atmosphäre. Vieles erschließt sich erst nach Mehrfachem hören, aber das sind ja bekanntlich die besten Alben. Ein Muss für alle Doom Jünger und evtl. auch Leute die gerade erst in dieses Genre hinein finden. Ganz klare Kaufempfehlung. Eigentlich wollte ich ja einen Punkt abziehen weil sie ihren letzten Deutschland Auftritt beim Hammer of Doom dank The Devils Blood abgesagt haben, aber dafür ist das Album zu gut und ich nehme nur einen halben Punkt für das eher traurig designte Albumcover!
Gelesen 4236 mal Letzte Änderung am Freitag, 23 August 2013 11:19

Medien

Tower Of Silence (official) Cathedral

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