Sonntag, 14 Juli 2013 21:44

11-13.07.2013 RockHarz Festival 2013 + Tankard + Soulfly + Accept + Finntroll +++

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11-13.07.2013 RockHarz Festival 2013 + Tankard + Soulfly + Accept + Finntroll +++ RockHarz Festival 2013

Die kurzfristigsten Aktionen sind wohl immer die Geilsten. Donnerstag kurz nach 16.00 Uhr gings im Tiefflug die 500 Kilometer in die sächsische Pampa zum 20. Jubiläum des Rock Harz, was in einer persönlichen (für die Distanz) Rekordzeit von 5 Stunden (mit Stau) runtergerockt wurde.

Möglich wurde dies durch eine kurzfristige Einladung zur ersten IRock Messe (durch Metal Promotions), die zum ersten Mal auf dem Gelände stattfand und die äußerst kulante Haltung des Rockharz Managements, welches Undergrounded noch zwei Akkreditierungen spendierte. So konnte ich also kurz nach 21.30 und bei schönsten Abendrot noch mein Zelt aufbauen und fand durch Zufall direkt General Dustins Campground, der allerdings nicht anzutreffen und pflichtbewusst wie jeder UG-General schon schwer am Ackern war.


Den Donnerstag ließ ich dann bei Met und den letzten Takten von Subway to Sally bzw. Kreator ausklingen, die beide wiedermal solide Kost ablieferten und die versammelte Menge ordentlich zum Kochen brachte. Mit leichtem Rausch wars mir dann allerdings zu blöd meine Luma noch richtig aufzublasen und so wurde spontan halb auf dem Boden genächtigt was aufgrund des konsumierten Mets nicht sonderlich störte.


Der Freitag begann ordentlich mit dem Kennenlernen der anwesenden Photozunft der verschiedenen Mags sowie Kalle-Rock, dem dann später noch mit Cam und Können bei einem Live-Interview mit dem Sänger Chris Laut von Ohrenfeindt assistiert wurde. Das Wetter war wie hingemalt und sollte sich (bis auf die dann zum Teil relativ „milden“ Nächte) auch bis zum Sonntagmorgen nicht ändern. Die ersten Bands am Freitag konnten direkt zum Start einiges an Publikum versammeln, was aus der Erfahrung heraus doch schon ein zu erwähnendes besonderes Faktum darstellt. Besonders Orden Ogan konnten mit Ihrer Mischung aus Power-Folk richtig begeistern und ebneten für Emergency Gate den Weg, die trotz meiner kleinen Abneigung gegen Core genauso zu begeistern wussten.


Richtig Rakete wurde es dann mit den Grindfuckers, die mit ihren Standard Gassenhauern wie z.B. „Halb und Halb“ sowie dem Material des neuesten Albums „Ohne kostet extra“ abgingen. Hervorzuheben wäre für mich persönlich am Freitag noch die Briten der Dragonforce, die mit ihrem Power Metal und dem unermüdlichen Einsatz der springbockenden Gitarristen auf der Bühne fast mehr Party machten als die Zuschauer. Besonders Herman Li war mit seinen überragenden Solofähigkeiten ein echter Brecher und gefundenes Fressen für die Fotozunft. Gegen 14:00 wurde dann das eigentliche Highlight abgefeuert, nämlich eine Führung durch die Kulissen des Rock Harz mit Jens-Martin Baumgartner, der sich als einer der Hauptorganisatoren des RockHarz die Zeit nehmen konnte, um einen Einblick in die Logistik hinter dem Festival zu geben.


Der anschließende Besuch der ersten IRock Messe, (über die ihr zu einem späteren Zeitpunkt noch einen Extra-Bericht bei uns lesen könnt) war für mich, auch aus beruflicher Sicht, nochmal ein echter Gewinn. Zu sehen wie sich das RockHarz auch für Innovationen rund um Müll, Wasser und Dixiinhaltentsorgung sowie Sound und Bühnentechnik bemüht, zeugt von einem auch in Zukunft erfolgreichen Ansatz. Nach knapp einer Stunde und einigen beantworteten Fragen wurde dann wieder auf dem Festival gerockt. Die Mainacts am Freitag wie z.B. Dark Tranquillity, Elu und Iced Earth boten wie immer solide Kost, waren mir persönlich aber kein echter Hingucker, da leider schon 100 mal gesehen und „ausgelutscht“ (was die Fans wohl anders empfunden haben dürften). Accept war kurz vor den Brasilianern eine echte Granate und neben den erwähnten Dragonforce mein freitäglicher Favorit. Soulfly war leider eher eine Enttäuschung, da man das Gefühl hatte, dass Max so gar keinen Bock hatte und man das den Songs anhörte – Das habe ich auf jeden Fall schon mal besser gesehen.


Der Samstag startete wie der Freitag aufgehört hat – Mit leckerem Bierfrühstück und der Besteigung der Teufelsmauer, die eine beliebte Pilgerstätte der RockHarzer darstellt und einen sehr guten Ausblick auf das gesamte Gelände sowie die startenden und landenden Flugzeuge des Ballenstedter Flughafens bietet. (Apropos Flughafen, Kalle du Sack, bin immer noch neidisch auf das Fliegerpic und das alles nur weil ich dich da hingeschleift hab ^^) Die erste Band schwarzer Engel konnte auch wieder mit einigem Publikum beginnen, war aber auch ein relativ weicher Gothrock-Start und besonders für die Kollegen mit leichtem Kater wohl ganz erträglich.Gespaltenes Feedback bekamen am Samstag die Jungs und Mädels von Van Canto sowie die Erlanger Spaßcombo JEE BEE OHH, wo „intern“ zum Teil in hitzigen Diskussionen erörtert wurde, ob das Metal ist, sein soll oder überhaupt sein darf.


In beiden Fällen entschied aber natürlich das Publikum eindeutig mit Massenansturm und tosendem Applaus besonders im Falle von J.B.O, die mit all den Mitgröhl-Songs für Gänsehaut sorgten. (Ich kann mich nicht erinnern „Ein guter Tag zum Sterben“ so perfekt praktisch nur von der Crowd gesungen zu hören). Tankard waren zwischen den Bands nochmal ein „Oldie“ Augenschmaus und wurden nebenbei von Thomas Berger mit der Kamera begleitet der die Chance nutzte, Aufnahmen der Thrash Elite für seine Doku „Heavy Metal Made In Germany“ einzufangen. Aus meiner Sicht ein lohnendes Ziel, da die alten Herren mit genug Power für zwei Bands die Menge mit z.B. „Empty“ zum Mitsingen animierten und auch sonst richtig Gas gaben. Mit Eisbrecher und Avantasia wurde es gegen Abend dann nochmal rockig-beschaulich während Finntroll und Fiddlers Green bis um kurz vor zwei das Ende des 20. Jubiläums des Rock Harz einläuteten.


Es gibt sehr sehr wenige Festivals dieser Größe die sich ein so familiäres Flair wie das Rock Harz behalten konnten. Trotz der inzwischen über 13.000 Besucher ist das Rock Harz sehr geräumig angelegt und mit den zwei großen Bühnen kam es nur bei den Main Acts zu vernachlässigbarem Gerangel. Der Campground sah beim Durchlaufen auch noch sehr weitläufig aus und man hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass sich die Camper gegenseitig auf den Füßen standen. Während das Wetter optimal mitspielte und Sonnenschein gepaart mit einer leichten Brise zwar für Wärme, aber nicht direkt für Hitze sorgte, (auch wenn der aufgewirbelte Staub besonders für die Kameras problematisch war,) waren auch die technischen Voraussetzungen perfekt.


Der Sound war aus meiner Sicht extrem gut abgemischt und auch die Lautstärke war im Gegensatz zu vielen Festivals nicht zu leise und nicht zu laut, so daß am Rande der Crowd noch Unterhaltungen möglich waren. Dies mag nicht zuletzt damit zusammenhängen, daß im Rahmen der IRock Messe an einigen Punkten des Festivals permanent Schallmessungen genommen wurden um direkt im Techtower die richtige Regulierung zu ermöglichen. Das nenne ich mal Hightech-Kundenservice meine Damen und Herren! Fressbuden-technisch waren die Preise guter Durchschnitt und auch alles an Büdchen vertreten was man so als 0815 Konsument benötigte.


Einziger Kritikpunkt hier war das Fehlen von einem größeren Süßigkeitenangebot, der so weit ich weiß nur von einem Stand abgedeckt wurde – Kompensation durch günstiges und kühles Bier schuf aber auch für das Manko Abhilfe. Das Personal war, besonders im Fall der Fressbuden, der Duschen und der Spüldixis zuvorkommend, nett und oft für einen Plausch zu haben. Im Falle der Security (TDS) manchmal vielleicht etwas ruppig aber dennoch sehr angemessen und kompetent.


Fazit: Liebes RockHarz 10 Punkte!! - wo warst du all die Jahre? Mein erster Besuch wird hier definitiv nicht der letzte gewesen sein und ich kann das Festival nur jedem empfehlen, der familiäre Festivals den ganz großen Playern vorziehen mag.


BILDER FOLGEN!!!

Weitere Informationen

  • Band(s): Tankard, Soulfly, Accept, Finntroll, etc
  • Wann: 11.07.2013
  • Wo: Flughafen Ballenstedt - Sachsen-Anhalt
Gelesen 3189 mal Letzte Änderung am Freitag, 10 Januar 2014 22:11
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