Samstag, 29 Juli 2017 20:59

Unter dem Radar: Deadwood (Black/Post Metal)

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Die Anfänge von Deadwood liegen im Jahr 2004. Anfangs noch als Trio unterwegs, orientierte man sich in der ersten Zeit am Sound des Oldschool Black Metals. Doch nach und nach kamen immer mehr Post Rock Elemente hinzu und man pendelte sich irgendwo zwischen Black Metal und Post Rock, zwischen Aggressivität und atmosphärischer Melancholie ein.

2008 kam zum Gründungstrio um Chris, Marc und Daniel mit Flo ein weiterer Gitarrist hinzu, der auch den Gesang übernahm. Es folgten einzelne Auftritte mit Endstille, Shining, Koldbrann, Sarkom und Besatt, ehe man 2009 eine Demo aufnahm. Diese ist inzwischen ausverkauft. Weitere Verstärkung bekam man 2010 mit Johannes, der Flo als Sänger ablöste, 2012 stieg Marcel mit ein und übernahm eine der beiden Gitarren. 2014 erschien mit „Picturing A Sense Of Loss" das Debütalbum, welches von den Lesern von Undergrounded.de zum Album des Jahres 2014 gekürt wurde. 2017 wurde das Album als Vinyl mit einem neuen Cover und Design bei Sell Your Soul Records neu aufgelegt.


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Aktuelle Besetzung

Lukas – Bass

Marcel – Gitarre

Chris – Schlagzeug

Florian – Gitarre

Johannes – Gesang


Diskographie

2009 Demo

2014 Picturing A Sense Of Loss


Review zu „Picturing A Sense Of Loss"


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Cover Digipak (2014)


v600 Front

Cover Vinyl (2017)


Puristen aufgepasst: Hier bekommt ihr wieder was zu Meckern. Deadwood aus Hessen mischen Black Metal mit Post Rock und veröffentlichen nach zehn Jahren Bandgeschichte ihr Debütalbum „Picturing A Sense of Loss". Doch kann diese Mischung funktionieren?


Beim ersten Blick auf das Album kommt der interessierte Hörer etwas ins Grübeln. Sind sechs Songs für ein Album nicht etwas wenig? Schaut man sich die Dauer der Scheibe an, wird jedoch einiges klar. Die einzelnen Kompositionen erreichen alle Überlänge und versprechen epische Strukturen, wodurch das Album eine Gesamtspielzeit von 60 Minuten erreicht. Diese Erwartungen werden auch gleich mit dem Opener „Burden Of Remberance" erfüllt. Hasserfüllter Schwarzmetall trifft auf träumerische Passagen, welche gegen Ende des Songs erneut in wilde Raserei gipfeln. Großes Kino!


Auch „White Tears Gently Touching The Earth" verfolgt diese Linie und beinhaltet einen fließenden Übergang von anfänglicher Melancholie zu späterer Wut. Die Einzelteile der komplexen Lieder sind dabei durchgehend hochwertig gestaltet, so dass zu keiner Zeit Langeweile aufkommt. „Ending Circles" erinnert zeitweise an Alcest und stellt für mich das Highlight des Albums dar. Ambient Gitarren werden mit Blastbeats vereint und erzeugen eine unglaublich fesselnde und faszinierende Dynamik. Obwohl beispielsweise „Gefangen im Spiegel" auch ein wirklich beachtlicher Song ist, schaffen es Deadwood hier, kann es „Ending Circles" nicht vom Thron stoßen.


Eine der vielen Stärken der Band stellt das hohe Niveau der einzelnen Musiker dar. Hierbei sind nicht nur die Saitenfraktion und das Schlagzeug gemeint, sondern auch der wirklich hörenswerte Gesang! Glücklicherweise haben sich die Jungs auch in Sachen Produktion nicht an anderen Produktionen des Schwarzmetalls orientiert und liefern einen zeitgemäßen und klaren Sound ab.


Insgesamt liefern Deadwood ein mehr als beachtliches Debüt ab - die lange Wartezeit hat sich definitiv gelohnt. Fans von Alcest und Der Weg einer Freiheit werden diese Band lieben!

(Review von Samir für Undergrounded.de, geschrieben am 26.05.2014)


Tracklist

1. Burden Of Rememberance

2. White Tears Gently Touching The Earth

3. Ending Circles

4. Soiled

5. Gefangen Im Spiegel

6. na1.7

Weitere Informationen

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Burden Of Rememberance -Deadwood Deadwood

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