Samstag, 15 Juli 2017 15:34

Unter dem Radar: The Flight Of Sleipnir (Stoner/Folk Metal)

geschrieben von Torn
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Gruppen, die sich mit der nordischen Mythologie auseinandersetzen, haben ihre musikalischen Wurzeln meistens im Viking oder Folk Metal und bewegen sich dabei in der Regel ziemlich flott über das Parkett. The Flight of Sleipnir aus Arvada, Colorado gehen es jedoch eine Spur ruhiger an und kombinieren Folk Metal mit - doch eher gemächlichem- Stoner Metal. Gewagt? Naja vielleicht..

Der Gründungstag von The Flight of Sleipnir liegt bereits 10 Jahre zurück, seit 2009 sind ganze sechs Alben ihrer Feder entsprungen. Nach dem Debut „Algiz + Berkanan" stellte sich mit den zwei folgenden Tonträgern "Lore" und "Essence of Nine" allmählich der einzigartige Sound von The Flight of Sleipnir ein. Dieser wurde in den Jahren danach noch deutlich verbessert, so dass gerade die letzten Werke sehr gute Kritiken eingebracht haben.


Auffällig dabei ist, dass die Alben seit "Saga" noch weitaus komplexer und länger geworden sind. Das Quartett nimmt sich die Zeit, um ihre Lieder aufzubauen und - mit dem steten Wechsel von akustischen Klängen und harten Passagen - auch interessant zu halten. Auch bei den Alben "V." und "Skadi" hört man diese Veränderung deutlich, wobei gerade bei letztgenanntem Album der Stoner-Einschlag wieder stärker hervortritt.


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Aktuelle Besetzung

David Csicsely - Instrumente, Vocals

Clayton Cushman - Instrumente, Vocals

Dave Borrusch - Bass

Justin Siegler - Guitars


Diskographie

2009 Algiz + Berkanan (LP)

2009 Winter Solstice II (EP)

2010 Lore (LP)

2011 Essence of Nine (LP)

2011 Apostle of Solitude / Rituals of the Oak / The Flight of Sleipnir (Split)

2012 Ascension (Compilation)

2013 Saga (LP)

2014 V. (LP)

2017 Skadi (LP)


Review zu "Essence of Nine"


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Für die Review gehe ich aber noch ein Stück weiter zurück und nehme das Album "Essence of Nine" aus dem Jahre 2011, da dies den Sound von The Flight of Sleipnir meiner Meinung nach am besten zusammenfasst - und auch nachhaltig geprägt hat.


Mit "Transcendence" beginnt das Album melodisch und tragend, bleibt dabei zunächst auch sehr langsam, während das Tempo im Mittelteil etwas angezogen wird. Dazu gesellt sich der raue, kreischende Gesang, der gegen Ende auch clean durch die Boxen tönt und damit den ersten größeren Kontrast darstellt. Ruhiger wird es direkt im Anschluss mit "Upon This Path We Tread", welches sich ähnlich wie der Opener aufbaut und gleichzeitig weiter mit akustischen Momenten spielt.


Die nächsten beiden Tracks führen dieses Muster noch weiter, nehmen die Akustik-Gitarre sogar als Basis. "As Ashes Rise (The Embrace of Dusk)" bleibt dabei allerdings instrumental, während beim Vorgänger "A Thousand Stones" der klare, überwiegend gehauchte Gesang zum Vorschein kommt, der ein weiteres Markenzeichen von The Flight of Sleipnir darstellt. Das anschließende „Nine Worlds" kann als Höhepunkt der Scheibe gesehen werden. Nicht nur, weil dies der - mit Abstand - längste Song des Albums ist, sondern auch, weil hier alle bisher gehörten Elemente ineinanderfließen und dadurch ein abwechslungsreiches Stück schaffen.


An dieser Stelle sollten auch die zahlreichen Soli nicht unerwähnt bleiben, mit denen The Flight of Sleipnir seit je her punktet. "The Seer in White" unterstreicht diese Aussage und präsentiert sich dabei ähnlich komplex wie die anderen Songs. Kurz vor Ende des Albums wird es mit "As Cinders Burn" noch einmal instrumental - und das gänzlich ohne E-Gitarren. Auch, wenn dieser Titel der kürzeste im gesamten Album ist, stellt er gleichzeitig den eingängigsten dar. Damit bietet er ebenfalls eine gute Grundlage für "The Serpent King", der sich gesanglich und musikalisch auch in der ersten Hälfte des Albums hätte einreihen können.


Das Gesamtpaket von "Essence of Nine" ist komplex, abwechslungsreich und unterhaltsam. The Flight of Sleipnir beweisen hier ihr musikalisches Können und schaffen gute 37 Minuten Spaß. Für Genre-Puristen und Neulinge im Bereich Metal sind die vier Amerikaner sicher gewöhnungsbedürftig. Wer sich jedoch von einem abenteuerlichen Mix zweier, doch sehr unterschiedlicher, Kategorien nicht abschrecken lässt, wird mit The Flight of Sleipnir sicher schnell warm.


Tracklist

1. Transcendence

2. Upon This Path We Tread

3. A Thousand Stones

4. As the Ashes Rise (The Embrace of Dusk)

5. Nine Worlds

6. The Seer in White

7. As Cinders Burn (The Wake of Dawn)

8. The Serpent Ring

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Gelesen 414 mal Letzte Änderung am Samstag, 15 Juli 2017 15:49

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