Samstag, 22 Oktober 2016 16:02

Unter dem Radar: Ashtar (Black Doom)

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Black Metal, Doom und Sludge... all das vereinen Witch N. und Marko Lehtinen und erschaffen daraus düstere, rohe und ungeschliffene Klangwelten. Sie erschaffen daraus den Sound von Ashtar!

Seit 2012 gibt es das Duo, das von Basel aus seine Songs über Abgründe, Melancholie und Chaos und der Schönheit in diesen Dingen verbreitet. Im Juni 2015 erschien mit „Ilmaasari" ihr Debütalbum bei Czar Of Bullets als CD. Etwas später erschien das Album auch als Tape bei dem französischen Labe Antiq und als Vinyl bei Throne Records.


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Aktuelle Besetzung

Marko Lehtinen - drums, guitar, vocals

Witch N - vocals, guitar, bass


Livebesetzung

Matthias Edel – guitar

Hannes Reitze – guitar

Frederyk Rotter – guitar


Diskographie

2015 Ilmasaari


Review zu „Ilmasaari"


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Mit nur sechs Songs auf der Tracklist erscheint das Album auf dem ersten Blick nicht sonderlich vollgepackt. Doch der erste Eindruck täuscht, denn jeder der Songs ist fünf Minuten lang oder mehr, und bei "Celestial" stehen sogar volle zwölf Minuten Länge zu Buche.


Es ist auch nicht schlecht, dass sich Ashtar auf diese sechs Songs beschränken, denn so können diese ihre volle Wirkung auf den Hörer besser entfalten. Jedes der Stücke gleicht einem düsteren, ungeschliffenen Edelstein, der jeder für sich schon eine eigene starke Ausstrahlung hat, aber erst in die Fassung des gesamten Albums eingefasst seine volle Kraft und Schönheit entwickeln kann. Schönheit ist hier aber nicht Hochglanz, sondern etwas Dunkles, Rohes und Verstörendes, was den Songs innewohnt. Die Schönheit der Musik liegt hier in einer dunklen Kraft, die von Ashtar in kreative Bahnen gelenkt wird und durch die sich die Songs unbemerkt im Kopf festsetzen, bis man ihnen verfallen ist.


"Ilmasaari" ist aber ein Album, das wachsen muss. Es wird nicht gleich beim ersten Hören zünden und auch nicht beim zweiten oder dritten. Es braucht Zeit, ehe man hinter der augenscheinlich einfachen Fassade der Songs die Details und Feinheiten entdeckt, die in diesen versteckt sind. Jedes der sechs Stücke hat so seine kleinen, besonderen Momente, die mal mehr und mal weniger offensichtlich sind. Zum Beispiel wäre da der Beginn von "Collide", bei dem mit Digeridoo-Klängen und einer traurigen Violine eine Gänsehautstimmung erzeugt wird, wie ich es nur selten erlebt habe. Oder die Vocal-Parts in "Moons", wenn Screams und Klargesang gemeinsam den Hörer in den Hörgenuss entführen. Das ist zwar nichts Neues, aber auch die alten und einfachen "Tricks" muss man erst einmal so hinbekommen, dass sie den Hörer nochmal mit- und vom Hocker reißen.


Auch atmosphärisch schafft es das Duo, den Hörer mitzunehmen und ihn in die Tiefen seiner Musik abtauchen zu lassen. Geschaffen wird dies durch eine sehr gute und intensive Gitarrenarbeit, auf der für mich auch das Hauptaugenmerk der Beiden liegt. Egal, ob es nun zähfließende Doomriffs sind oder rasende Black-Metal-Parts, alles ist mit viel Gefühl aufeinander abgestimmt und bekommt durch die zwei Gitarren eine hohe Intensität. Auch bei den Vocals achten Lehtinen und Witch N. darauf, dass sie sich in das Gefüge der Songs und der Instrumente gut einpassen. Screams oder Klargesang werden etwas leiser gestellt und bekommen dadurch einen beschwörenden, fast hypnotisierenden Klang, welcher sich auf den Riffteppich der Gitarren legt. Die anderen Instrumente spielen da nur eine untergeordnete Rolle. Die Drums machen mit präzisem, metronomartigen Spiel auf sich aufmerksam, was mich teilweise an Drumcomputer erinnert, und der Bass gibt den Songs noch etwas Tiefe mit bzw. geht er im Gesamtsound unter.


Damit komme ich auch leider zum einzigen negativen Kritikpunkt, den ich bei "Ilmasaari" anbringen muss: der matschige Gesamtsound bzw. die schlechte Abmischung des Albums! Gerade wenn die Gitarren einen der schnelleren Black Metal-Parts spielen, die Drums doch mal etwas aus sich heraus gehen und es dazu noch Vocals gibt, dann gibt es nur noch Brei zu hören. Dazu kommt, dass der Bass, wie oben schon erwähnt, teilweise nicht existent erscheint. Hier hätte ich mir eine etwas sattere Abmischung des Albums mit etwas mehr Druck gewünscht, da ich denke, dass so mancher Song dann noch etwas besser wirken könnte.


Der Hörgenuss wird dadurch aber nur wenig getrübt. Denn insgesamt ist „Ilmasaari" als Debütalbum ein feines Werk geworden, welches mit dichter Atmosphäre, sehr guter Gitarrenarbeit und einem Händchen für Höhepunkte in den Songs glänzt.


Tracklist

1. Des siècles qui éternellement séparent le corps mortel de mon âme

2. She Was A Witch

3. Celestial

4. Moons

5. These Nights Will Shine On

6. Collide

Weitere Informationen

Gelesen 900 mal Letzte Änderung am Samstag, 22 Oktober 2016 16:14
eviloli

Just when I know all of life's answers, they changed all the questions!

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