Samstag, 13 Februar 2016 13:05

Unter dem Radar: Hyems (Black Metal)

geschrieben von Ghostwriter
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„Hyems spielen den Soundtrack zur Vergletscherung des Lebens. Nihilistischer Lärm, ein Sturm aus Schnee und Eis, der die Sinnlosigkeit unseres Seins vertont.“ Mit dieser Selbstbeschreibung trifft es der Black Metal Fünfer aus Marburg sehr gut und es ist höchste Zeit für uns mal näher Draufzuschauen.

 Ab 2000 als Hyems unterwegs (Oder seit 1997 als Hiems), war es bis einige Demoaufnahmen und Live-Auftritte unter dem Banner des Labels Restrain Records wie ein einziges großes Luftholen, bevor 2007 das erste Album „Antinomie“ auf den Markt platzte. Unzufrieden mit dem eigenen Tun und der Verachtung für die Eitelkeiten, Experimente und Unwägbarkeiten der Vergangenheit wurde 2013 mit „Im Jetzt Die Asche“ der Phönix in selbige gestampft und wieder auf das konzentriert, was schon immer der Kern von Hyems darstellte - FUCKING BLACK METAL.


Anfang 2015 wurde der nächste Schritt unternommen und beim Kölner Label Bret Hard unterschrieben. Unter dem Banner dieser hochrespektablen Institution war Ende 2015 der nächste Wurf „Devianz: Dem Menschen Ein Wolf“ getan, mit dem nun durch die Lande marschiert wird und nur eines zurückbleibt – Kalte Asche und ein geiles Hörerlebnis!

 

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Aktuelle Besetzung:

A.E.J. – Vocals

J.K – Drums

D.M. – Guitar

D.W. – Guitar

F.B. – Bass


Diskographie:

2004 Freiheit und Pest (Demo)

2007 Antinomie (Album)

2013 Im Jetzt Die Asche (Demo)

2015 Devianz: Dem Menschen ein Wolf (Album)


Review zu "Devianz: Dem Menschen Ein Wolf"

 Albumbild


Manchmal gibt es Bands, an die gerät man erst recht spät und das obwohl es sie schon seit Jahren gibt. Peinlicher wird es dann, wenn man sich bereits eine Bühne teilte und der Name beinahe präsent sein müsste. Und aus diesem Grund begrüße ich Hyems mit ihrem bereits 27.11.2015 erschienenen 4.!!! Werk „Devianz: Dem Menschen Ein Wolf“ -

 

Zwar habe ich die Band erst relativ spät wahrgenommen, bin aber voller Erwartungen an dieses Werk herangetreten. Aus dem hessischen Marburg stammend – wählten die Herren hier das Studio von Nico Rubner für den Mix. Eine, wie ich finde, gute Wahl und final wurde das Ganze dann von Dan Swanö entsprechend gemastered. Somit entstand dieses krachende Werk melodischen Black Metals, welches über Bret Hard Records veröffentlicht wurde – das uns auch hier und da mit ein paar Melodic Death Metal Anteilen versorgt. Deutsche Texte, mit fiesem variablen Kreischgesang, tragende Drums gepaart mit melodischen Riffs. Die Gitarrenarbeit leistet hier definitiv die melancholisch düstere und zugleich auch „grimmige“ Grundstimmung. Zugegeben entdeckt man viele Parallelen zu bekannten Bands. Vor allem hatte ich hier und da Behemoth, Tsjuder und – zumindest an einer gesanglichen Stelle im Titel „Niedergang“ – Cradle of Filth entdecken können. In erster Linie aber sticht hier ein deutlicher Anteil an Naglfar und Dissection raus. Mein Fazit: Alles in allem ein rundes und gelungenes Werk mit gutem Sound und einer absoluten Stimmigkeit in den Songs. Am meisten gefallen die Titel „Hybris“ und „Niedergang“ – und vor allem der Grund, dass hier in Deutsch getextet wird. Ist die Sprache doch so gesehen für Black Metal doch stark und facettenreich.

 

Was bei Hyems auffällt ist zudem, dass sie es über die Jahre auch geschafft haben immer wieder Live zu überzeugen, zuletzt als Headliner auf unserem Ground Force Black, was das Musikvideo des Songs „Schürt das Feuer“ beeindruckend beweist. Respekt & diesmal schenke ich doch die notwendige Beachtung!

 

Tracklist:

1. Devianz

2. Verlebt

3. Hybris

4. Grimmen

5. Antinomie

6. Schürt das Feuer

7. Kain

8. Niedergang


Weitere Informationen

  • Band: Hyems
  • Erscheinungsdatum: 1997
Gelesen 1172 mal Letzte Änderung am Samstag, 20 Februar 2016 16:56

Medien

Schürt Das Feuer (official) Hyems

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