Samstag, 03 Oktober 2015 15:00

Unter dem Radar: Gorilla Monsoon (Doom/Death/Stoner)

geschrieben von Ghostwriter
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Und bald ist die 15 voll und meines Erachtens werden immernoch viel zu wenige Feiern! So oder so ähnlich stelle ich hier die Dresdener Gorilla Monsoon vor die, wie immer in dieser Rubrik, vollkommen zu Unrecht unter dem Radar fliegen. 2001 gegründet, konnten sich die vier Dresdner schon bald nicht über zu wenig Aufmerksamkeit ärgern...

 

- gewannen sie doch schon nach vierjährigem Bestehen (und dem Aufnehmen von zwei Demos und einer Split mit den damals sehr untergründigen Stonern von „Weed In The Head“) 2005 nicht nur das Wacken Metal Battle, sondern auch einen Vertrag mit Armageddon Music. Kurz darauf folgte mit „Damage King“ 2006 das Debütalbum, das in Zusammenarbeit mit Tino Bensing und GCF Laboratory-Studio aufgenommen wurde und durchweg Rezensionen im oberen Drittel der Skalen erntete. Touren mit den angesehenen „Metal Church“ und „Trouble“ in den Folgejahren krönten diesen „Powerstart“, bevor 2008 mit „Extermination" die nächste Langrille auf den Markt geschoben wurde.


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Diese wurde allerdings von den meisten Zines durchwachsen aufgenommen – zu stark war das Gefühl, einen Black Sabbath Clon vor sich zu haben, der es zwar live besser wirkte, aber aus der Dose nicht 100%ig überzeugen konnte. Die Live-Qualitäten von Gorilla Monsoon wurden 2010 bei der Tour mit Disbelief als Headliner und diversen Konzerten immer wieder bewiesen. Anfang 2011 verließ Gitarrist Phil die Band und wurde von K.K. ersetzt und es wurde etwas ruhiger um die Dresdner, was aber niemand darüber hinwegtäuschen sollte, mit welchen Hammer die Band 2015 zurückkehren sollte.

 

In Zusammenarbeit mit Supreme Chaos Records (SCR) wurde Firegod – Feeding The Beast herausgebracht und hat nicht nur bei uns die Höchstnote abgegriffen. Dreckig, rotzig, räudig und inzwischen viel eigenständiger haben sich Gorilla Monsoon im Mix mit Heavy, Stoner Rock und Doomanleihen gefunden und pflügen mit neuer Energie durch die Republik. Man darf gespannt sein, wie mit dieser neuen Energie umgegangen wird!



Aktuelles Lineup:


Jack Sabbath: Vocals und Gitarre

K.K: Gitarre

Chris: Bass

Drumster: Schlagzeug


Diskographie:


2001 deflowered world (Demo)

2003: …demonstrating heavieness (Demo)

2005: A Lesson in Darkness (Split 10" mit Weed in the Head)

2006: Damage King (Album, Armageddon Music)

2007: Four to Conquer (EP, Armageddon Music)

2008: Extermination Hammer (Album, Wacken Records)

2015: Firegod - Feeding the beast (Album, Supreme Chaos Records)


Review zu "Firegod - Feeding The Beast"


GORILLA-MONSOON-Firegod


Wer denkt, dass man als Reviewschreiber bei UG immer nur tolle Musik hören darf, der irrt gewaltig! Meist ist es der Fall, das man verzweifelt nach Worten sucht, die als konstruktive Kritik an durchschnittlicher Musik zu verstehen und erkennen ist. Nur selten kommt man dabei in den Genuss einer wahren Perle wie "Firegod - Feeding The Beast", dem dritten Album der Stoner/Doom Metaler von Gorilla Monsoon.


Und dann weiß man gar nicht, wo man mit seinen Lobgesängen anfangen soll... zumindest geht es mir gerade so, weil ich schlicht und ergreifend überrumpelt bin von der Wucht, mit der das neueste Werk der Sachsen bei mir eingeschlagen hat. Am besten fange ich von vorne an. Das Album ist zehn Songs stark und jeder Song ist ein Meisterstück des Stoner Metals! Egal, ob es "Goatlord", "Hammerdown", "Bastard Business" oder "Call Of Gaia" ist, allen Songs wohnt ein heftiger Groove inne. So kommt man einfach nicht drumherum, jeden Song mit heftigen Kopfnicken zu begleiten und sich nach und nach seine Halswirbel zu zermalmen. Die Band sollte dem Album vielleicht eine Halskrause beilegen, welche man sich nach dem Anhören des Albums anlegen kann, denn akute Nackenschmerzen sind hier vorprogrammiert!


Für den Groove sorgen Bassist Chris und Drumster, der Mann an der Schießbude. Die Kombination aus dem treibenden Drumspiel und dem tiefen, unglaublich drückenden Bass sorgt für mächtig Dampf aus der Rhythmusabteilung. Dazu kommen die Gitarren von K.K. und Jack Sabbath, die mit grandiosem, räudigem Riffing glänzen und eine ordentliche Portion Southern Rock in den Sound von Gorilla Monsoon bringen. Zusammen mit den rauhen Vocals von Sabbath ergibt sich ein wuchtiger und kompromissloser Gesamtsound, der eins klar und deutlich zum Ausdruck bringt: Es ist uns egal, was andere sagen, wir machen das, was uns gefällt!


Dieser Einstellung verdankt man es auch, dass sich kleine Feinheiten wie die Mundharmonika zu Beginn von "Shotgun Justice" in den Sound der Sachsen einfinden können. Gerade diese Details sind es, die den tonnenschweren Sound etwas auflockern und dadurch noch etwas zugänglicher machen.


Auf zwei Songs möchte ich genauer hinweisen, denn sie stechen für mich aus dem hohem Gesamtniveau des Alums noch mal heraus. Zum einem ist das "March Of The Hellrock Inc.", ein im Midtempo gehaltener Song, den die Rhythmusfraktion majestätisch vorantreibt und der einen langsamen und qualvollen Tod jedweder Nackenmuskulatur in Kauf nimmt. Der andere Song ist "Law Of The Riff", in dem die Band klar macht, nach welchen Regeln sie Riffs und Songs schreiben: Harder! Louder! Deeper!

Dem kann ich nichts mehr hinzufügen und vergebe die Höchstnote an "Firegod - Feeding The Beast"! Wer, wie Gorilla Monsoon, alles richtig macht und solch ein Monster an Album abliefert, hat sich diese auch zu Recht verdient!


Tracklist:

1. Goatlord

2. March Of The Hellrock Inc.

3. Hammerdown

4. P.O.R.N.

5. Bastard Business

6. Law Of The Riff

7. Call Of Gaia

8. Shotgun Justice

9. Firegod

10. Glory Days


Bewertung:

10 von 10 Punkten


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Gelesen 2036 mal Letzte Änderung am Samstag, 22 Oktober 2016 17:47

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