Samstag, 02 Februar 2013 19:22

01.02.2013 Inphinity 2013 - Beyond Orcus, Elvenpath, Bombard

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01.02.2013 Inphinity 2013 - Beyond Orcus, Elvenpath, Bombard Inphinity 2013

Studentenparties haben mit Metal oft so viel zu tun wie Hip Hop mit Musik. Das dies im Fall der Inphinity nicht zutrifft, konnte gestern beim 10ten Jubiläum mal wieder unter Beweis gestellt werden. Vielleicht ist es der Fachschaft für Informatik und Softwaretechnik geschuldet, dass sich hier besonders viele Metalheads tummeln,...

...aber die Party hat wiedermal bewiesen, dass zwei Floors, einer Metal und einer Mixed Music durchaus Sinn machen können. Auch die Bands, die diesmal komplett von Undergrounded gestellt wurden, konnten zum gelungenen Gesamtkonzept beitragen. Während das ursprüngliche Lineup leider kurzfristig umgeworfen wurde, da caliber.X ausgefallen sind, konnte mit Bombard ein sehr guter Partner aus dem Ländle gewonnen werden.

 

Das Billing war also einen Tag vor dem Event mit Beyond Orcus, Elvenpath und Bombard perfekt und sollte sich auf der Party selbst als echter Bringer erweisen – Aber erstmal der Reihe nach.

 

Beyond Orcus, aus dem schönen Franken legten vor einer noch recht dünnen Menge los, die sich aber schnell mehr und mehr verdichtete und den Metal Floor der Inphinity zum Kochen brachte. Hier offenbarte sich schnell das große Manko des Abends, das eindeutig im Bereich der Soundtechnik angesiedelt war. Sehr oft wurde einfach die Gitarre oder das Growlen von der Anlage geschluckt und machte eine durchgängig gute Soundqualität unmöglich. Um den Mischer und die Roadies zu entschuldigen muss man aber dazu sagen, dass dies auch im Wesentlichen an den Vorlagen der Stadt bzw. der Universität lag. Die geforderte maximale Lautstärke von 120db führte zu einem Automatismus der bei Erreichen des Maximums selbsttätig andere Lines zurückfuhr. Das erklärt zum Teil die Totalausfälle von Gesang oder Gitarre und wurde auch von Beyond Orcus während des Gigs moniert. Was die Jungs nicht davon abhielt ihrer Wut über Staat und Kirche Ausdruck zu verleihen. Aber auch witzige Momente prägten diesen Gig z.B. als dem Gitarrist klar wurde, dass seine eben erst zum Einsatz gebrachte Gitarre unglaublich verstimmt war. „Ganz kurz... ist jemand von der anderen Band auch da? Und zufällig Gitarrist? Irgendwo? Meine Gitarre ist verstimmt. Ganz bös' und ganz übel. Hat jemand ne Drop-D Gitarre zufällig da? Ansonsten geh ich schnell nach hinten und stimm sie mal schnell.“ Nichtsdestotrotz konnten die Jungs trotz der Widrigkeiten überzeugen und haben als erste Band des Abends ordentlich vorgelegt. Die Songs der Band, die durch die Bank weg technisch sehr ambitioniert und anspruchsvoll ausgelegt waren, sind kein typisches Partymaterial aber eine Freude für Gourmets der harten Ohrpflege.

Auch wenn die Menge sich noch ein wenig in vornehmer Zurückhaltung übte war zu diesem Zeitpunkt der Metalbereich zum ersten Mal im zehnjährigen Bestehen des Inphinity stärker besucht als der Mainfloor.

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Knapp 30 Minuten später heizten Elvenpath der von Beyond Orcus vorgewärmten Menge ordentlich ein und konnten vor einer dichten Crowd ihren ersten Gig in 2013 abfeiern. Wer technisch perfekten und trotzdem undergroundigen Power Metal hören wollte, kam hier voll auf seine Kosten. Der kräftige fast schon Opernqualität aufweisende Gesang von Frontschwein Dragutin oder die harten Gitarrenarbeit der zwei Frontklampfer, der Support durch den Bass oder die kräftige Drumarbeit von Drummer Tom, die Jungs konnten in allen Bereichen punkten. Allerdings waren auch hier wieder die bereits oben erwähnte technischen Probleme das Limit der Dinge – was die Crowd aber wohl am wenigsten störte. Die Gitarrensoli wurden hart gefeiert und auch die Bühnenqualitäten von Sänger Dragutin, der mit seinen Ansagen die Menge gekonnt dirigierte, rundeten den Auftritt der Frankfurter ab. Gerade die Nähe der Band zur Fanbase dürfte die Fans zum Ende des Auftritts zu Begeisterungsstürmen und „Zugabe“-Rufen mitgerissen haben – Was die Messlatte für Bombard als Headliner ordentlich hoch legte.

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Der krönende Abschluss sollte also im Bereich Heavy Metal Drecksau-Roll durch Bombard gebildet werden. Ein Riesendank auch nochmals hier von unserer Seite, da es nicht selbstverständlich ist, dass Bands innerhalb von 24 Stunden einspringen können. Ich muss an der Stelle erwähnen, dass die starke neue Platte von Bombard schon im Vorfeld mein größtes Interesse geweckt hat und ich daher besonders gespannt auf die Performance war. Ich persönlich wurde auch hier, trotz der Technikprobleme, nicht enttäuscht, auch wenn die Crowd gegen Mitte und Ende des Gigs immer spärlicher wurde. Vermutlich war das Sandmännchen schon zu lange vorbei oder Mutti hat angerufen, dass es schon stark auf 1 Uhr zugeht. Studenten heutzutage sind einfach nicht mehr das, was sie mal waren. Die Jungs lieferten vor dem harten Kern der Fans ein echtes Brett ab. Das neue Material von der „Switch Off The Bitch“ Platte wie z.B. Take A Breath, Too Drunk For Rock'n'Roll sowie Ridin' Down The Highway ließ gleichermaßen Köpfe und Ärsche wackeln. Was besonders auffiel war, dass sich bei Bombard eine Menge aufgebrezelte offenbar genrefremde Damen einfanden und sich von der Musik mitreißen ließen. Wenn da mal nicht der einen oder anderen ein neuer Musikhorizont eingeprügelt wurde!

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Abschließend können wir wohl behaupten dass uns gelungenen ist, der Inphinity einen geilen Metalfloor zu präsentieren und niemand enttäuscht nach Hause gegangen ist. Laut Orga war der Metalfloor zum ersten Mal in der Geschichte der Eventreihe zu Beginn des Gigs voller als der Mainfloor und während die Party dort auch in Gang kam hatten wir bei Elvenpath ein fifty-fifty Verhältnis. Es bleibt auch hier nur nochmal der Dank an die Fans, unsere Bands, die Orgas der Inphinity (speziell Svenja, Steffen und Michael) sowie Bombard, die so kurzfristig ausgeholfen haben. Vielleicht bekommen wir ja auch in 2014 die Chance, den einen oder anderen Act zu stellen und selbstverständlich werden wir die Videos zum Event Stück für Stück nachliefern um allen daheimgebliebenen einen visuellen Eindruck zu geben.


Stay tuned for more – The Underground will never die!

Weitere Informationen

  • Band(s): Beyond Orcus, Elvenpath, Bombard
  • Wann: 01.02.2013
  • Wo: Campus Uni Stuttgart-Vaihingen
Gelesen 2047 mal Letzte Änderung am Sonntag, 03 Februar 2013 10:52
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