Mittwoch, 12 April 2017 11:31

08.04.2017 - Goldgrube Kassel + Obelyskkh + Abest

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Obelyskkh Obelyskkh Moshpit Crew Kassel

Am 08.04.2017 tobte in der Goldgrube in Kassel ein Sludge-Gewitter: ABEST und OBELYSKKH traten auf, letztere im Rahmen ihrer Tour zum neuen Album „The Providence“.

Ursprünglich sollte das Konzert um 20.30 Uhr starten, doch wegen des Bundesligaspiels BVB – FCB wurde der Beginn auf 21 Uhr verschoben – eine sowohl für Fußballfreunde als auch für notorisch Unpünktliche entgegenkommende Geste!

Um kurz nach 21 Uhr legten ABEST dann mit „Halt“ los. Nach kurzer Zeit war klar, dass es sich bei der Band aus Göttingen, die Post-Metal mit aggressiven Punk-Elementen vermischt, um eine Abrissbirne handelte: „Ligatur“, „Shiver“ und „Asylum“ kamen einerseits brachial daher, doch andererseits zeigten sich immer wieder atmosphärische Momente. Interessante und eigenwillige Mischung, die dennoch zu funktionieren schien. Nach „Mine“ und „The Fall“ schlossen ABEST mit dem womöglich an Atmosphäre reichstem Song „Nebel“ und wurden mit viel Applaus verabschiedet. Die Band lieferte eine brutale und gleichzeitig emotionale Show mit einer gehörigen Portion Wut dahinter ab und freute sich nach eigener Aussage sehr, nach 3 Jahren wieder in Kassel spielen zu dürfen. Das nahm man ihnen sofort ab, da sie insgesamt sehr authentisch rüberkamen. Ihre eigenwillige Musik mag nicht jedermanns Sache sein, doch ihre energiegeladene Show anzusehen lohnt dennoch.

Weniger hektisch ging es bei den anschließenden OBELYSKKH aus Fürth zu. Wer eine Band, die eine Art Geheimtipp für ein bestimmtes Genre ist, noch nie gesehen hat, geht nicht ohne Erwartungen zum Konzert und so war es auch in diesem Fall. Stoner Doom Metal und Artverwandtes hat zurzeit zwar Hochkonjunktur, doch die Spielart dieser Band, die auch psychedelische Elemente, Sludge und Clean-Gesang verarbeitet, lässt sie herausstechen. Passenderweise eröffneten sie ihren Gig mit „The Providence“, denn es handelte sich hier schließlich um einen Auftritt innerhalb ihrer Tour zum gleichnamigen neuen Album. Der Sound in der Goldgrube fiel optimal aus, um die dröhnende Wucht von OBELYSKKH angemessen rüberzubringen und von Anfang an gingen zahlreiche Besucher bei den doomigen Rhythmen mit. Weiter ging es mit dem eingängigen „Raving Ones“ sowie dem melodischen „The Ravens“ vom vorherigen Album „Hymn to Pan“. Anschließend folgte ein brandneuer Song, der noch keinen Namen hat, und dann die durch Vogelgezwitscher eingeleitete Hymne an den gehörnten Naturgott selbst – sicherlich ein Höhepunkt der Show! Übrigens fiel zunehmend auf, wieviel Spaß v.a. Drummer Steve Paradise beim Spielen zu haben schien, denn er ging die ganze Zeit ab wie Schmidts Katze. Nach „Northern Lights“, ebenfalls vom neuen Album, folgte das mächtige „Mount Nysa“ als weiteres Highlight! Mit „Nyx“ kam die Band zum Ende, doch die Besucher zeigten sich derart begeistert, dass sie lautstark eine Zugabe forderten. Drummer Steve bedachte sie im Gegenzug mit einer Menge Herzchen. Also gab es noch „The Man Within“, bevor der Konzertabend endgültig vorbei war. Durchweg beeindruckend war die gesangliche Leistung von Sänger Crazy Woitek, der immer wieder ohne Patzer zwischen Geschrei und Cleangesang wechselte. Und erneut muss noch einmal Steve Paradise erwähnen werden, der sich zum Schluss auf die Bassdrum stellte, um das Publikum zu honorieren.

Soviel Hingabe und Begeisterung erlebt man auf Doom-Konzerten wirklich selten, versuchen doch die meisten Bands eine kühle Attitüde zu wahren. Aber gerade deshalb und wegen des wirklich überzeugenden Auftritts von OBELYSKKH hat dieser Abend sehr viel Spaß gemacht. Auch an der Organisation und am Sound gab es nichts auszusetzen, sodass man zufrieden nach Hause gehen konnte. Gerne wieder!    

Weitere Informationen

  • Band(s): Obelyskkh, Abest
  • Wann: 08.04.2017
  • Wo: Goldgrube Kassel
Gelesen 672 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 12 April 2017 11:39

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