Samstag, 25 März 2017 12:25

+++13.03.2017 + Gorgoroth, Melechesh, Earth Rot + K19, Kassel +++

geschrieben von

Bereits um 18 Uhr an diesem Montag öffnet das K19 seine Tore. Einige wenige Tickets für das heutige Konzert mit Gorgoroth als Headliner sind noch da, dennoch wird die Veranstaltung auch zum Ende hin nicht ausverkauft sein. Trotzdem ist die Halle zu meiner Ankunft nach dem Auftritt von Incite schon gut gefüllt, während vor dem Eingang noch geraucht wird. Ich habe also noch etwas Zeit, bis Earth Rot auf die Bühne treten und kann mir ein Bild von dem Laden machen.

Das K19 ist ein relativ normaler Klub mit ranzigem Charme mitten in einem Baugebiet. Dem Besucher fällt direkt auf, dass die Bühne auf der rechten Längsseite des Konzertraumes zu finden ist. Eigentlich habe ich mit solchen Konzepten z.B. aus der Weststadthalle in Essen eher schlechte Erfahrungen gemacht, aber gerne lasse ich mich eines Besseren belehren.

 

Earth Rot-14Earth Rot-12

Nach einer kurzen Umbauphase und Linecheck stehen auch schon Earth Rot auf der relativ kleinen Bühne und legen nach einem kurzen Einspieler mit „Cthonian Virtues“ von der gleichnamigen EP direkt los. Das Quartett aus Australien findet sofort Anklang beim Publikum und auch den Weg in mein Gehör. Haare fliegen und auch das Mädel mit dem aufgemalten Corpsepaint in der ersten Reihe hat sichtlichen Spaß. Weiter geht es mit einigen Songs ihres ersten Longplayers bis mit „Waves of the blackest mire“ der erste und einzige Song ihres neuen Albums „Renascentia“ gespielt wird. Schließlich sind die Vier auch auf Tour, um die Scheibe zu promoten und Sänger Jared Bridgeman (Ex-Advent Sorrow) lässt es sich auch nicht nehmen, zum Kauf ebenjener aufzufordern. Zwei Songs später und nach einer Spielzeit von etwa einer halben Stunde folgt der Abgesang mit „Black Tears“ vom Album „Follow the Black Smoke“.

Setlist:

1.Cthonian Virtues

2.The Paet

3.Terraform

4.Martyrdom unseated

5.Waves of the blackest mire

6.Hunger

7.Black Tears

 

Melechesh-1Melechesh-9

Melechesh, die seit einigen Jahren aufgrund religiöser und persönlicher Probleme nun in den benachbarten Niederlanden eine neue Heimat gefunden haben kann man getrost als Urgestein in der Black Metal Szene betrachten, können die vier Israelis doch bereits auf 20 Jahre Bandbestehen und sieben Full-Length Alben zurückblicken. Da verwundert es nicht, dass viele Fans gerade wegen ihnen nach Kassel gekommen sind. Mit „The Pendulum Speaks“ und „Tempest Temper Enlil Unraged“ hauen die Black-Deather gleich zu Beginn zwei starke Songs ihres aktuellen Albums „Enki“ raus und die fast 200 Besucher in der kleinen Konzerthalle sind begeistert. Bis auf die Bereiche direkt neben der Bühne, haben alle das Geschehen auf dieser fest im Blick. Im hinteren Bereich drücken sich die Besucher auf die Podeste, um besser sehen zu können. Auch soundmäßig kann man sich kaum beschweren. Nahezu überall kommen die Instrumente des teilweise katatonisch wirkenden Bassisten, die Drums, sowie die Gitarre des charismatischen Sängers und Lead-Gitarristen Melechesh Ashmedi gut zur Geltung. Nach einer Reise durch die komplette Diskografie der Band enden Melechesh mit „Rebirth of the Nemesis“ vom 2006er Longplayer „Emissaries“

 

Setlist:

1.The Pendulum speaks

2.Tempest Temper Enlil enraged

3.Ladders to Sumeria

4.Grand Gathas of Baal Sin

5.Deluge of delusional Dreams

6.Mulitiple Truths

7.Triangular Tattvic Fire

8.Rebirth of the Nemesis

 

Gorgoroth-8Gorgoroth-11

Es ist nun etwa 22 Uhr als Gorgoroth die Bühne entern. Einer nach dem anderen kommt durch den Vorhang und nimmt seinen Platz am Instrument ein, während das Intro Unheil verkündet. Als Hoest auf die Bühne kommt ist das Geschrei groß und sofort beginnt der Taake-Sänger „Bergtrollets Hevn“ ins Mikro zu rotzen. Kennt man Host auf der Bühne doch meist cholerisch Dinge durch die Gegend werfend, kommt er einem während des gesamten Gigs eher zürückhaltend vor. Er spielt ein wenig mit dem Publikum und den Kameras, verdreht hier und da die mit roten Kontaktlinsen verzierten Augen, aber auf seine Taake-typischen Ausraster wartet man vergebens. Bei Gorgoroth ist er nunmal eine andere Kunstfigur. Weiter geht es mit „Aneuthanasia“ und „Prayer“ vom 2009er „Quantus Possunt ad Satanitatem Trahunt“. Auch Fans des legendären „Under the Sign of Hell“, welches 2011 eine Neuauflage erlebte, kommen mit „Revelations of Doom“, „Blood Stains the Circle“ und „Krig“ nicht zu kurz. Zum Ende hin gibt es noch das traditionelle „Unchain my Heart“ von der „Incipit Satan“ auf die Ohren. Eine vom Publikum eingeforderte Zugabe fällt leider aus und noch vor elf verlassen Gorgoroth die Bühne, um ihre Tour fortzusetzen.

 

Setlist:

1.Bergtrollets Hevn

2.Aneuthanasia

3.Prayer

4.Katharinas Bortgang

5.Revelations of Doom

6.Forces of Satans Storm

7.Oeddelegelse og Undergang / Blood Stains the Circle

8.Cleansing Fire

9.Destroyer / Incipit Satan

10.Krig

11.Kala Batman

12.Unchain my Heart

 

Fazit:

Gorgoroth knallen einfach immer wieder die Hütte weg. Egal ob mit Pest, Gaahl oder Hoest an der Front. Melechesh bieten astreinen, oldschoolig-thrashigen Black Metal und es macht einfach Bock dieser Spielfreude zuzusehen und zu hören. Mit Earth Rot wurde ein würdiger Supporter gefunden. Freunde des Genres sollten sich die Band jedenfalls hinter die Ohren schreiben.

Sound und Licht sind im K19 überaus gut abgemischt und machen Vorfreude auf kommende Veranstaltungen, wie das Konzert von Aura Noir im Mai. Den Club sollte man auf jeden Fall weiter auf dem Schirm behalten.

Weitere Fotos findet ihr hier

Weitere Informationen

  • Wann: 00.00.0000
Gelesen 867 mal Letzte Änderung am Samstag, 25 März 2017 13:56
Lars

.


 Undergrounded 2017 -  ImpressumDatenschutzerklärung