Samstag, 11 März 2017 12:19

18.02.2017 - Dark Arts Gathering II +++ Quallus, Path, Turia, Graveyard Ghoul, Wederganger+++ Ostbunker, Osnabrück

geschrieben von
Dark Arts Gathering II Dark Arts Gathering II Tobias Petri

Während sich die Veranstalter auf kleinen bis mittleren Konzerten in Nordrhein-Westfalen über mangelnde Besucherzahlen beklagen, erfreut sich das Dark Arts Gathering im niedersächsischen Osnabrück guter Besucherzahlen. Der Ostbunker ist bei weitem keine große Venue, doch im Pott hätte das LineUp wohl weniger Gäste gezogen. Macht es die geringe Größe der Location aus? Ist die Bandauswahl mit einem Mix aus internationalen und lokalen Bands ausschlaggebend oder hat der Veranstalter einfach nur viele Freunde? Fühlen wir dem Ganzen doch mal auf den Zahn...

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Den Anfang macht eine, mir und wahrscheinlich 95% des Publikums, völlig unbekannte Band namens Quallus. Gleich zu Beginn wird man von fetten, doomigen Riffs angegriffen und augenblicklich in eine düstere, abstrakte Welt mitgenommen. Man taucht ein in ein Meer voller harter, atmosphärischer Wellen und wird schnell in die dunkle Finsternis hinabgesogen -bis einen der Scream-Gesang des Sängers Otti, gleich eines Hais, packt und wild herum schleudert. Die Band begeistert mich mit einem ausgefeilten Gitarrenspiel, akzentuiertem Drumming und unterstützendem Bassplay. Der Screamgesang fügt sich harmonisch in das gesamte Klangbild ein und wirkt nie überladen. Solltet ihr das Leipziger Quintett mal auf einem Flyer sehen, geht hin!

 

Setlist:

1.Moonshiner

2.Dripped

3.Versus

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Nach einer kleinen Umbauphase und Linecheck schickten sich die Lokalmatadore Path an, die Stimmung nach oben zu treiben. Mit einem Mix aus deathlastigen Black Metal und einigen paganen Einschlägen, ist die Bandbreite der drei Osnabrücker recht weit gefächert. Einen einheitlichen Stil sucht man hier vergebens, dennoch hat jeder Song eine Richtung und die Musik wirkt keineswegs samplerlastig. Path wirken unterhaltend, doch wollen sich die eingespielten Samples einer zweiten Gitarre oder andere Gimmicks nicht so recht in das Klangbild einfügen. Der Gesang des Organisators Tobias Petri ist dennoch druckvoll und kommt im schon gut gefüllten Ostbunker gut zur Geltung.

 

Setlist:

1.1095 A.D.

2.Tranquilitas ante Tempestate

3.Dilectus Vulgi

4.Annotatio Sacerdotis De Morte Mercatoris Innocentis

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Turia konnten schon beim Openerslot des Unaussprechliche Culthe Festivals 2016 beim Autor punkten und die Schwesterband „Lubbert Das“ war schon bei der ersten Ausgabe des Dark Arts Gathering dabei. Diese begeisterte auch im Vorprogramm von Ulha in Köln einen Monat zuvor. Die drei jungen Musiker aus Nimwegen bringen krachigen Atmosperic Black Metal erster Güte auf die kleine Bühne des Ostbunkers. Nur von Kerzenlicht und einem Spot beleuchtet erzeugt Gitarrist O dank Pedalboard eine besondere Stimmung, die Drummer J mit kräftigen Blastbeats aber auch ruhigen Passagen druckvoll auf das Publikum überträgt. Das Screaming der Sängerin „T“ kommt gut an, obwohl sie sich in Sachen Bühnenpräsenz den beiden Musikern gegenüber geschlagen geben muss (die ihre Instrumente teilweise in cholerischer Manier bedienen).

 

 Turia-2Turia-7

 

 

Als Co-Headliner geben sich final das Oldenburger Trio Graveyard Ghoul die Ehre. Mit ihrem oldschooligen Death-Thrash sorgen die Jungs schnell für Headbanging und einen kleinen Pogo im vollen Konzertraum des Ostbunkers. Disgracer, Tyrantor und Hooded Tombcrusher treten mit ihrem Ende 2016 erschienenen Album „Slaughtered-Defiled-Dismembered“ an, liefern aber einen ganzen Reigen von Songs quer durch ihre drei Alben der letzten fünf Jahre. Eingängig und voll in die Fresse bleibt gefühlt kaum ein Bein regungslos. Gegen Ende ihres etwa einstündigen Slots wird es allerdings doch etwas eintönig und mit etwas Überziehung wird es Zeit für den Headliner Wederganger.

 

Setlist:

1.Distasteful Hunger

2.Born without Bones

3.Sentenced to the knife

4.Vomit to the Grave

5.Secrecy of Dying Flesh

6.Savage Note of Disease

7.Amputation Masturbation

8.Visual Horror Sacrifice

9.Mouldered to Madness

10.Scraping from a Coffin

12.Castle Freak

13.Putrid Stench of Death

14.Pestilent

15.Into Abyssal Spheres

 Graveyard Ghoul-3Graveyard Ghoul-2

Hatte man die letzten Jahre noch das Gefühl, innovativer Black Metal käme nahezu nur noch aus osteuropäischen Staaten, wie z.B. von Cult of Fire (CZ), Batushka (PL) oder den grandiosen Mgla (PL), sind wohl derzeit Bands aus Westeuropa wie Fluisteraars (NL), Wiegedood (BE), die eingangs erwähnten Lubbert Das (NL) und nicht zuletzt Urfaust (NL) auf dem Vormarsch. Dem fügen sich die Gelderländer Wederganger nahtlos an. Von einem Intro begleitet, kommen die fünf Musiker einer nach dem anderen auf die kleine Bühne im Ostbunker. Gleich beim ersten Song „Walmend Graf“ kreischt Sänger „Botmuyl“ nahezu unaufhörlich ins Micro und die agressive Stimmung greift augenblicklich auf das Publikum über. Vor die Bühne kam man nun kaum noch ohne sich mit Ellbogen durchzukämpfen. Bei „Gelderse Drek“ passiert dann das, wovor einem jeden Musiker graut: Der Amp für die Vocals verabschiedet sich und ein Pedalboard ist ohne Saft. Die Holländer machen das beste draus und überspielen die Situation mit einem angenehmen Instrumentaljamming, welches Teile vom Track „Dodendans“ inne hat. Nachdem ein Ersatzamp von Turia gestellt wird, kann es mit der Show weiter gehen und auch Cleansänger „Alfschijn“ kann - mit einer Kerzenlaterne in der Hand - in gewohnter Heidevolk-Manier zeigen, was er drauf hat. So kann also in den Geburtstag von Drummer „Onmens“ hinein gefeiert werden, ohne das es zu weiteren Störungen kommt. Mit „Heengegaan“, einem Vorgeschmack auf das nächste Album, verabschieden sich die Niederländer von der Bühne.

 

Setlist:

1.Walmend Graf

2.De Galgenberg

3.Dwaalichtbezwering

4.Gelderse Drek

5.Wera-Wulfa

6.Vlammenvonnis

7.Heengegaan

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Das Dark Arts Gathering bot mit einem guten Querschnitt verschiedener Subgenres ein tolles LineUp im extremen Metalbereich. Eine kleine, aber nicht nur soundmäßig tolle Location, faire Eintritts- und Getränkepreise verhalfen den Veranstaltern zu einem wirklich gelungenen Abend mit einem kleinen, technisch bedingten Ausfall. Aber naja... Da steckt man halt nicht drin. Es bleibt sich auf eine Wiederholung mit weiteren interessanten Neulingen und alten Hasen zu freuen! Undergrounded ist sicher wieder vor Ort.

Weitere Informationen

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Gelesen 839 mal Letzte Änderung am Montag, 13 März 2017 16:59
Lars

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