Mittwoch, 08 Februar 2017 04:40

26.11.2016 +++Necrotic Woods + Hemelbestormer + Infesting Swarm + Hyems+++

geschrieben von

15068266 1154445717944129 4970550368048447855 o

Um Sieben ist Einlass im Helvete Metal Club in Oberhausen. Dort angekommen, erwarten mich schon die Jungs von Infesting Swarm und eine Überraschung beim Eintritt: 7-10€, zahl was du kannst. Ein ungewöhnliches, aber stimmiges Konzept, um auch den vermeintlich armen Ruhrpott-Studenten den Eintritt zu ermöglichen. Ich bringe gerade noch meine Jacke und das Equipment in den Backstage, hänge die Kamera um und vernehme auch schon die ersten Riffs von Necrotic Woods.


Das Intro von NECROTIC WOODS verpasse ich also. Dafür geht es gleich mit „Be My Corpse“ richtig zur Sache. Energisch bringt Kreischer Chris aka Thorn die etwa vierzig Menschen im Keller des Helvete zum taktvollen Nicken und auch die ersten Haare fliegen alsbald. Sowohl optisch, als auch musikalisch sind die fünf Ostwestfalen, die mit ihrem zweiten Album „The Nameless Dark“ antreten, gut mit den Norwegern Svarttjern oder Ragnarök zu vergleichen, was vielleicht auch an Thorns Ähnlichkeit zum Norwegischen Sänger Hans Fyrste liegt. Auch mit den weiteren Songs treffen die Jungs absolut meinen Geschmack: Abwechslungsreiche Riffs, sauberes Drumming und immer wieder der im Mittelpunkt stehende Frontmann. Black Metal mit Tiefe und Charakter! Obwohl die Band noch weitere Songs in Petto hätte, ist nach „My Kingdom Cum“ Schluss. Vom Mischpult hört man die Ansage „Zeit ist um“ und auf die Forderung des Publikums nach einer Zugabe kommt nur noch ein „Veranstalter sagt Nein!“, was mich ein bisschen an den Running Gag aus der Britcom-Serie Little Britain erinnerte. So endete der Opener noch mit einem ausgedehnten Tusch. 


Setlist:
Intro

Be My Corpse

The Indifferent Sun

A Hundred Ropes

Come Bleed For Me

Venus In Fire (Velvet Underground Cover)

My Kingdom Cum


Necrotic-Woods-M-UG-2

Necrotic-Woods-m-UG-5












Nach einer nicht gerade kurzen Umbauphase geht es mit einem Stilbruch im LineUp weiter: Die belgischen Postmetaller HEMELBESTORMER, die mich schon auf dem Unaussprechliche Culthe Festival zu Ostern in Münster umgehauen haben, geben sich die Ehre. Offensichtlich haben die vier auch in Deutschland schon eine gute Fangemeinde aufgebaut. So ist es nicht verwunderlich, dass die Besucherzahl auf knapp sechzig gestiegen ist. Im Helvete ist es nun bis auf die flackernden LEDs der Amps und die leuchtenden Logotafeln der Band komplett düster, was den druckvollen, teils melancholischen Sound des Gespanns eindrucksvoll untermauert. Ganz ohne Lyrics erfassen den Zuhörer schnelle und ruhige Passagen gleichermaßen. Das im Februar bei Debemur Mortis erschienene Album „Aether“ kann ich nur jedem Fan von Post und Sludge Metal empfehlen, kommen die Gitarristen Jo Driesmans und Filip Dupont doch fast ohne Wahwah-Pedal aus. Lediglich zum Ende von „Portal to the Universe“ knien sich die Saitenvirtuosen hin und spielen etwas an den Reglern ihrer Pedalsets.

 

Setlist:

1.After us the Flood

2.Starless

3.Portal to the Universe


HemelbestormerUG-M-5HemelbestormerUG-M-2

 

Nach dem Auftritt von Hemelbestormer leert sich der Keller wieder etwas, was aber die Lokalmatadore INFESTING SWARM nicht abhält, das Publikum mit feinem Post Black zu unterhalten. Gleich nach einem kurzen Intro brettern die fünf aus Essen und OWL stammenden Musiker mit „Desolation Road“ und einem nahtlosen Übergang zu „Abandoned Life“ los. Kräftiges Haareschütteln der mitgebrachten Fangemeinde ist die Folge. Leider wirkt Sänger Tim etwas platt und teilnahmslos, was aber vielleicht auch der fünfstündigen Fahrt von seinem derzeitigen Wohnort in Süddeutschland geschuldet ist. Das Publikum hat jedenfalls Spaß und auch dem Bassist Dominik Winter (Frigoris) ist die Spielfreude deutlich anzumerken. In den letzten Zügen von „Ending“ bricht Drummer Johnny dann noch einer seiner beiden Sticks, was dem Publium und auch mir nicht auffällt: Den Stick weiter vorne zu packen hilft. Mit einem Outro und einer „Geschichte“ verabschieden sich Infesting Swarm trotz Zugaberufen von der Bühne.


Setlist:

1.Intro

2.Desolation Road

3.Abandoned Life

4.Reversal

5.Year of no Light

6.Horizon on Fire

7.Ending

8.Outro


InfestingSwarmUG-M-4InfestingSwarmUG-M-5

 

Mittlerweile ist es knapp 23 Uhr als die Headliner HYEMS die Bühne betreten. Die fünf - ebenfalls aus Westfalen sowie dem hessischen Marburg stammenden Blackmetaller - treten mit ihrem genau ein Jahr alten Album „Devianz“ an, von welchem sie heute vier Songs („Schürt das Feuer“, „Devianz“, „Grimmen“ und „Hybris“) präsentieren. Zuerst mit dem Rücken zum nicht merklich vergrößerten Publikum stehend, ab den ersten harten Riffs aber voll in Rage, rotzt Keifer A.E.J den Gästen seine Lyrics mitten in die Fresse. Mit bleichem Corpsepaint und auch musikalisch erinnern die Musiker stark an die finnischen Horna, nur mit deutschen Texten, soweit man sie versteht. Weiter geht es mit einem Streifzug durch vergangene Veröffentlichungen, die der kahlköpfige Schreihals, beeindruckend wie ein Derwisch die Bühne für sich einnehmend, dem Helvete entgegenschmettert. Nachdem die Band nach etwa einer Stunde die Bühne verlassen will, gibt es dann doch noch die erste und einzige Zugabe des Abends: „Tribun“ von der 2013er EP „Im Jetzt die Asche“.

 

Setlist:

1.Schürt das Feuer

2.Devianz

3.Im Jetzt die Asche

4.Grimmen

5.Hybris

6.Ungeist

7.Tum Hiems Carmen Extulit Horidulum

8.Zugabe: Tribun


HyemsUG-M-6HyemsUG-M-5

 

Alles in allem war es ein wunderbarer Abend im Helvete mit abwechslungsreichem Metal zu echt günstigen Preisen. Solltet ihr eine der Bands auf einem LineUp in eurer Gegend finden, geht hin!


Weitere Informationen

  • Wann: 00.00.0000
Gelesen 438 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 08 Februar 2017 08:28
Lars

.


 Undergrounded 2017 - Impressum - Datenschutzerklärung