Freitag, 11 November 2016 21:39

11.11.2016 – Bloodshed Rituals European Tour – Bochum, Matrix + Inquisition + Rotting Christ + Mystifier + Schammasch

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Inquisition Inquisition Season Of Mist

Die „Bloodshed Rituals European Tour“ ist schon Geschichte – höchste Zeit also ein Fazit zu ziehen!

Am 11.11. machte Inquisitions „Bloodshed Rituals European Tour“ Halt in der Bochumer Matrix. Auch die Undergrounded-Redaktion hat eine Redakteurin losgeschickt, um von dort zu berichten und das Wort zu verbreiten. Den Eröffnungsslot übernahmen Schammasch. Die Schweizer Band durchlief während ihres nun 7-jährigen Bestehens eine musikalische Wandlung von dem früheren Black/Death Metal bis zum aktuellen Avantgarde/Black Metal. Während ihres 35-minütigen Auftritts haben sie Songs all ihrer bisher veröffentlichten Alben präsentiert, der Fokus lag allerdings deutlich auf ihrem neuesten und bislang umfassendsten Werk „Triangle“. Dieses wurde erst im April dieses Jahres veröffentlicht und behandelt drei Facetten desselben Themenkomplexes spiritueller Natur.
Eventuell gerade aufgrund dieser tiefgreifenden musikalischen Trinität waren die Erwartungen im Vorfeld groß – und sie wurden nicht enttäuscht! Bis auf die äußerliche Aufmachung von Zeremonienmeister und Sänger C.S.R. gab es keinerlei Ausgefallenes, doch ihre Bühnenpräsenz war von dem ersten Moment an mehr als überzeugend. Sie haben die perfekte Balance der statischen Darbietung gefunden, ohne dabei zu vergessen, welche atmosphärischen Möglichkeiten ihnen die Bühne bietet und schafften mit minimalen Mitteln eine unvergleichliche Stimmung – überragend! 


Setlist: 1. Consensus                                IMG 9909 1
              2. Golden Light
              3. Diluculum
              4. Metanoia
              5. Black but Shining  

             


 


Als nächstes betraten Mystifier die Bühne. Die letzte Veröffentlichung in Form eines Full-Lengths ist schon ein paar Tage her, doch waren die Brasilianer seitdem nicht untätig und veröffentlichten 2015 eine DVD. Zwar waren sie nicht die dienstälteste Band dieser Tour, aber mit 27-jährigem Bestehen dürften sie ebenfalls einiges an Erfahrung haben – kaum zu glauben, wirkte ihr Auftritt eher rumplig und weniger ruhig. Ihre Bühnenpräsenz war zwar stark, doch das übertrieben pathetische Performen und die überschwänglichen Glücksbekundungen zwischen den Songs, auf dieser Europa-Tour dabei zu sein, machten sie teils unglaubwürdig.
Andererseits darf nicht unerwähnt bleiben, welche Hölle das Trio – besonders Sänger Diego – losgetreten hat, bediente er zusätzlich noch den Bass und das Keyboard – Respekt vor dieser Leistung!

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Rotting Christ übernahmen innerhalb dieser Tour den Slot des Co-Headliners. Auch sie durchliefen während ihrer fast drei Dekaden andauernden Bandgeschichte einige Genres. Von Black Metal über Gothic Metal und Extreme Metal, dürften sie sich mittlerweile im Bereich des Dark Metals etabliert haben. Im Gegensatz zu ihren vorher aufgetretenen Kollegen hatte man als Zuschauer sofort das Gefühl, eine Einheit vor sich zu haben. „Rituals“ ist das neueste Werk der Griechen, in dem sie sich wieder mehr auf ihre kulturellen Wurzeln besannen und den griechischen Hintergrund beleutechteten. Dieses sollte thematisch ins Schwarze der Tour getroffen haben und so gaben sie von ihrer neuesten Veröffentlichung auch live einiges zum Besten. Das Publikum wurde allem Anschein nach von ihrer energetischen und nahezu perfekten Show überzeugt.



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Inquisition! Im Prinzip muss man nicht viel sagen, wenn es um das nun in den Vereinigten Staaten ansässige Duo geht. Zwei Monate vor Antritt der Tour veröffentlichten sie ihren neuesten Silberling „Bloodshed Across The Empyrean Altar Beyond The Celestial Zenith“ und Fans konnten sich auch über die live Darbietung einiger neuer Songs freuen. Ihre Version des Black Metals macht besonders ihre noch immer hörbaren Wurzeln im Thrash Metal, die plötzlichen Tempowechsel und die inhaltlichen Themen wie Kosmologie, Astrologie und Prähistorik aus – all dies spiegelte sich schon im Artwork des Bühnenbilds wider: Ineinander verschlungene DNA-Stränge, welche in Drachenköpfen enden – ja, so mancher ist wirklich geboren, um zu führen. Eine These, welche gerade für das Genre des Black Metals maßgeblich ist.
Inquisition sind wohl das beste Beispiel dafür, dass auf das Nötigste reduzierte Musik oftmals die eindrucksvollste ist. Von der ersten Sekunde an füllte besonders Sänger Dagon den Raum bis in die hinterste Ecke einnehmend aus und die Stimmung erreichte mit „Desolate Funeral Chant“ ihren Klimax.

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Fazit: Die Show der „Bloodshed Rituals European Tour“ in der Bochumer Matrix war ein unvergesslicher Abend. Die Zusammenstellung der Bands für diese Tour war einfach überragend, jede zeigte eine Facette des Black Metals und je weiter der Abend voran Schritt, desto tiefer drang man in die okkulten Sphären vor.
Die Show wurde an diesem Abend – subjektiv gesehen – sehr gut besucht und das anwesende Publikum zeigte mehr als deutliches Gefallen. Besonders sei nochmals der Opener Schammasch erwähnt, welcher schon im Vorfeld ein absoluter Geheimtipp war. Jeder, der sich von „okkultem und spirituellem Black Metal mit Hang zum Avantgarde“ angesprochen fühlt, sollte sich diese Band unbedingt genauer anhören!

Weitere Informationen

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Gelesen 888 mal Letzte Änderung am Dienstag, 27 Dezember 2016 00:37
Anna Apostata

Aika Multaa Muistot


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