Montag, 22 Mai 2017 23:30

12.-13.05.2017 - Acherontic Arts Fest III - Turbinenhalle 2 Oberhausen + SVARTIDAUĐI + URFAUST + SULPHUR AEON + SINMARA +++

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Acherontic Arts Fest III Acherontic Arts Fest III Ván Records

Am 12. und 13. Mai 2017 fand in der Turbinenhalle 2 in Oberhausen das Acherontic Arts Fest III statt. Das von Ván Records veranstaltete Festival genießt genau wie das Label selbst einen besonderen Ruf im Underground. Nachdem die zweite Ausgabe des Acherontic Arts im letzten Jahr ein voller Erfolg war, haben wir uns auch in diesem Jahr auf den Weg in den Ruhrpott gemacht, um das außergewöhnliche Line Up, das hauptsächlich aus Bands aus dem Hause Ván besteht, zu erleben.

Mit neun Bands pro Tag stand ein ordentliches Programm an, dass es nicht nur in Puncto Anstrengung in sich hatte:


Tag 1: II + SKAN + DARIO MARS AND THE GUILLOTINES + WOLVENNEST + SONNE ADAM + THE RUINS OF BEVERAST + DREAD SOVEREIGN +  SVARTIDAUĐISLÆGT

Tag 2: RA AL DEE EXPERIENCE + VENOMOUS SKELETON + CONCATENATUS + GGU:LL + ASTROSONIQ + ANTLERS + URFAUST + SULPHUR AEON +  SINMARA

                                                     

Um 14 Uhr öffneten sich am 12. Mai die Tore zu den heiligen Hallen und um 15 Uhr lieferten I I den Auftakt. Die Band aus 
Leipzig hat das Rad im Black Metal zwar nicht neu erfunden, doch sie lieferte ein solides Set ab, das Liebhabern dieses Genres gefallen haben dürfte. Die Performance fiel dabei ziemlich steif aus, was von ebenfalls starrem, rotem Licht untermalt wurde. Wenngleich der Sound etwas matschig war, harmonierten die düstere Atmosphäre, die hier geschaffen wurde, und die rote Bühnenbeleuchtung gut. I I als Opener des Festivals war eine gelungene Wahl und machten neugierig auf alles weitere, was der Tag bringen würde.  
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Nach der Umbaupause folgten um 15.50 Uhr SKAN. Sie starteten mit dem kraftvollen „The Eye“ und in dieser Manier ging es weiter: Der atmosphärische Blackened Death Metal, den man hier um die Ohren gehauen bekam, hatte es in sich, wobei vor allem die Wechsel zwischen Blast-Parts und melodischen Parts sehr ansprechend waren. Es gab wesentlich mehr Bewegung auf der Bühne als bei den Vorgängern und die Band wirkte dabei sehr harmonisch - was keine Selbstverständlichkeit ist, wenn die eine Hälfte in den USA wohnt und die andere in den Niederlanden. Mit Gitarrist Ron van Herpen findet sich übrigens unter den Wölfen von SKAN eine ehemaliges THE DEVILS BLOOD-Mitglied. Der Auftritt verlief rundum tadellos und fand völlig zu Recht viel Anklang beim Publikum. SKAN dürften heute viele neue Fans gewonnen haben.

Setlist: 1.The Eye  IMG 6237 1

            2. Awaken

            3. Maka Sapa

            4. For The Love Of Death

            5. Father Qayin








Um 16.40 Uhr sollten DARIO MARS AND THE GUILLOTINES spielen, doch leider steckten sie in den an diesem Tag wieder einmal heftig ausfallenden Staus fest und schafften es nicht rechtzeitig nach Oberhausen. Erstaunlicherweise wurde keine der nachfolgenden Bands nun vorgezogen, sondern es entstand eine Lücke, bis WOLVENNEST wie geplant um 17.30 Uhr die Bühne betraten. Diesen Leerlauf konnte man jedoch gut an den Merch-Ständen überbrücken.


IMG 6285 1WOLVENNEST fuhren ein überragendes Bühnenbild mit antiken Kandelabern, zahlreichen menschlichen und tierischen Schädeln und viel Räucherwerk (sogar mehr als bei URFAUST am nächsten Tag!) auf. Um das Kerzenlicht besser zur Geltung zu bringen, wurde weitestgehend auf Bühnenbeleuchtung verzichtet. Zusammen mit dem getragenen, von häufige Wiederholungen und Synthesizern geprägten Ambient Rock/Metal ergab dies eine sehr harmonische Kombination. Sängerin Shazzula stand dabei mit ihrem Synthesizer optisch deutlich im Fokus und bewegte sich kaum, während ihre Mitmusiker eine gute Performance hinlegten. WOLVENNEST gaben eine interessante Mischung aus vermeintlicher Monotonie und psychedelischem Rausch zum Besten und konnten ebenfalls von sich überzeugen.



Setlist: 1. Intro                                                                              

            2. Partir

            3. Unreal

            4. Tief Unter

            5. Out Of Darkness Deep


IMG 6612 1Überraschenderweise wurden den inzwischen angekommenen DARIO MARS AND THE GUILLOTINES nun noch 20 Minuten Spielzeit eingeräumt – eine erfreuliche Geste für die Band, die mit Sicherheit zu den außergewöhnlichsten des Festivals zählte, und alle, die sie sehen wollten. Zu Anfang fiel es dem ein oder anderen Besucher möglicherweise schwer, sich auf den psychedelischen Voodoo Rock’n’Roll der Brüsseler einzulassen, doch nach und nach ließen sie sich von den tanzbaren Rhythmen mitreißen, spätestens bei „Soulless“ und dem Schlusslied „Banned From Ever“. Frontfrau Bineta Saware passte optisch und mit ihrer Wahnsinnsstimme perfekt zur Musik, besonders ihr wilder Tanz und die ekstatischen Schreie – ganz in Voodoo Manier – blieben in Erinnerung. Auch wenn es nur ein kurzes Set war, hat es sich gelohnt, sich den erfrischenden Auftritt von DARIO MARS AND THE GUILLOTINES anzusehen.







Setlist: 1. I Wish I Was You

            2. How The Story Goes

            3. Soulless

            4. Banned From Ever


Logischerweise war jetzt der Zeitplan durcheinander greaten, doch man bemühte sich, es nicht ausufern zu lassen, und SONNE IMG 6721 1ADAM legten um 19 Uhr statt 18.30 Uhr los. Die ersten beiden Songs „Shine“ und „Bestow The Crown Of Death“ brachte gleich zum Ausdruck, in welche Richtung es gehen sollte: Death Metal á la NECROS CHRISTOS. Die Jungs aus Israel holzten sich so amtlich durch ihr Set, dass der Boden des Podests, auf dem sich die Merch-Stände befanden, wackelte. Sie begannen stark, doch leider stellte sich mit der Zeit eine gewisse Monotonie ein. „Take Me Back To Where I Belong“ stach gegen Ende noch einmal hervor, bevor sie die Bühne verließen. Insgesamt hat die Band jedenfalls einen amtlichen Auftritt abgeliefert.

Setlist: 1. Shine

            2. Bestow The Crown Of Death

            3. The Day I Chose To Rot

            4. Armed With Hammers

            5. We Who Worship The Black

            6. I Sing His Words

            7. Sonne Adam

            8. Take Me Back To Where I Belong

            9. Apocalypse


IMG 6880 1Um 20 Uhr betraten THE RUINS OF BEVERAST die Bühne. Die einzigartige Band aus Aachen, in der sich Musiker von u.a. SECRETS OF THE MOON und ESSENZ finden, hat sich längst einen Namen gemacht – und spielen sie auch selten, so gibt es in der Regel imposante Konzerte zu genießen. Dieses Mal mochte der Funken allerdings nicht überspringen. Das mag an der Setlist gelegen haben, die primär aus Material vom erst kürzlich erschienen Album „Exuvia“ bestand, und was eventuell beim Publikum noch nicht so bekannt war. Die Leute waren bisher eh bei jeder Band auffallend zurückhaltend gewesen und wenn man dachte, das ändere sich bei dieser Underground-Größe, so lag man daneben. Die Songs plätscherten bei nicht gutem Sound vor sich hin und weiter passierte nichts. Der Klassiker „Mount Sinai Moloch“ ließ zwar aufhorchen, doch selbst der kam komisch rüber. Scheinbar war dieses Mal der Wurm drin, hat man doch schon weitaus bessere und beeindruckendere Gigs von THE RUINS OF BEVERAST gesehen. Vielen Gesprächen nach zu urteilen, ging es anderen Leuten, die in der Band den heimlichen Headliner des Tages gesehen hatten, ähnlich. Schade!


Mit den um 21.45 Uhr beginnenden DREAD SOVEREIGN wurde es allerdings kaum besser. Die Epic Doomer schienen einige Die Hard-Fans im Publikum zu haben, andere gaben sich nun endgültig ihrer ersten Erschöpfung hin und ruhten sich aus, wieder andere zogen längst die frische Luft auf dem Balkon der stickigen Halle vor. Natürlich ist Epic Doom wie alles andere auch nicht jedermanns Geschmack und die Jungs aus Irland machten ihre Sache durchaus gut, aber irgendwie führten THE RUINS OF BEVERAST und DREAD SOVEREIGN hintereinander zum Durchhänger des Tages. Man wünschte sich bei den anschließenden SVARTIDAUĐI, dass sie zwischen den beiden gespielt hätten, denn sie lieferten den nötigen Aufwachmoment.IMG 7140 1

Setlist: 1. Thirteen Clergy To The Flames

            2. For Doom The Bells Tolls

            3. This World Is Doomed

            4. Spines Of Saturn

            5. We Wield The Spear Of Longinus






Die Black Metaller aus Island legten um 23 Uhr los, nunmehr 50 Minuten nach der angesetzten Zeit. Bei SVARTIDAUĐI sticht der Bass live des Öfteren heraus, aber an diesem Abend ganz besonders. Einerseits wirkte das nichtmal störend, andererseits hätte das Sound-Verhältnis etwas ausgewogener sein können. Ansonsten gab es am Auftritt nichts zu bemängeln: Die Band legte ein Brett hin, wie man es von ihr gewohnt ist, und das als Aufrüttler nun auch wirklich gut tat. Nach den vorangegangenen schleppenden Stunden endlich wieder Vollgas! Auch wenn danach noch SLÆGT folgten, hatten SVARTIDAUĐI die längste Spielzeit an diesem Tag und waren somit absolut verdienter Headliner.

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Nach der schwarzen Motivationsspritze wurde es mit SLÆGT zum Abschluss des Tages noch einmal erfrischend rockig. Der Black/Heavy Metal der jungen Dänen ging gut nach vorne, nach den ersten zwei Songs hatten sie viele Zuschauer schon auf ihrer Seite. Die Jungs strotzten vor Energie, umso ärgerlicher, dass sie zwischendurch von einer gerissenen Gitarrensaite ausgebremst wurden. Die Situation meisterten sie souverän, auch wenn eine gewisse Nervosität zu spüren war, und danach ging wieder die Post ab. Da sich allerdings irgendwann endgültig die Müdigkeit einstellte und noch eine einstündige Fahrt bevorstand, sind wir nicht bis ganz zum Ende geblieben, damit wir am nächsten Tag wieder erholt auf der Matte stehen konnten. Was wir von SLÆGT gesehen haben, konnte jedenfalls durchweg überzeugen. IMG 7547 1

Setlist: 1. Remember It’s A Nightmare

            2. Egovore

            3. Beautiful and Damned

            4. The Tower

            5. Domus Mysterium

            6. Move in Chaos



Fazit Tag 1:

Der Tag begann zwar holperig aber stark und ließ dann leider nach. Waren mit SKAN und DARIO MARS AND THE GUILLOTINES noch energetische Bands am Start, verlief der späte Nachmittag und frühe Abend schleppend und nahm erst mit SVARTIDAUĐI wieder etwas an Fahrt auf. Hinzu kam die seltsam gedrückte Stimmung im Publikum, das die meiste Zeit phlegmatisch wirkte und nur selten Begeisterung ausdrückte, aber wahrscheinlich bedingten sich diese beiden Aspekte gegenseitig. SLÆGT brachten am Ende nochmal etwas Schwung in die Bude, doch man hoffte insgeheim, dass der zweite Tag besser werden würde.


 

Der zweite Tag begann ebenfalls mit Einlass um 14 Uhr und bereits beim Betreten der Konzerthalle fiel auf, dass vor allem eine Band einen bleibenden Eindruck hinterlassen hatte: Es roch noch immer nach den Weihrauch-Kaskaden von WOLVENNEST vom Vortag. Den Anfang machten um 15 Uhr RA AL DEE EXPERIENCE. Das Akustik-Duo, dessen Gitarrist auch bei NECROS CHRISTOS tätig ist, präsentierte seine aus Gitarre, Percussions und partiellem Gesang bestehende orientalische Musik im Schneidersitz auf einem Teppich sitzend. Dabei spielten sie bewusst mit Lautstärke, auch wenn sie ohnehin in der großen Halle schon sehr leise rüberkamen, und konnten ihren Stücken dadurch stellenweise viel Ausdruck verleihen. Lediglich der pointierte Gesang war hier und da etwas durchwachsen. Bei dem Duo aus Berlin handelte es sich um einen wunderbaren und entspannenden Auftakt für den zweiten Tag, bevor es mit Metal der harten Gangarten weiterging.    
  
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Um 15.50 Uhr folgten VENOMOUS SKELETON, die ihre Musik als „Arcane Death Metal“ bezeichnen. Hier handelte es sich um die gleichen Musiker wie bei SONNE ADAM am Vortag, nur dass sie dieses Mal unter anderem Namen Death Metal mit doomigeren Elementen spielten. Der Sound war leider wieder matschig, doch an der Darbietung der Band gab es nichts auszusetzen. Ein solider Gig, nicht mehr und nicht weniger. IMG 7893 1

Setlist: 1. Awakening

            2. Mare Tenebrarum

            3. Venomous

            4. Chalice To The Other World

            5. Arcane Chants Of Death

            6. Echoes Of Light


Die nächste Band war CONCATENATUS um 16.40 Uhr. Das Duo aus Chile bot atmosphärischen Black Metal mit sehr vielseitigem Gesang, der von nahezu DSBM-artigem Kreischgesang über die Tiefen der Kehle bis hin zu fast schon cleanem Gesang bei „Aeons“ reichte. Der Mix aus schnellen Black Metal-Parts, doomigen Atmosphären und dem leidgeplagten Gesang machte sich in Kombination mit erneutem starren roten Licht wie bei II gut. Balrog, der allein vorn auf der Bühne stand, kam zwar nicht so ganz aus sich heraus, doch das tat der ansonsten zufriedenstellenden Leistung der beiden Chilenen keinen Abbruch. Besonders die Vocals, die von beiden Musikern kamen, blieben wirklich in Erinnerung. Die Südamerikaner bildeten mit ihrer eigenwilligen und unterhaltsamen Mischung einen guten Übergang zwischen VENOMOUS SKELETON und der nun nachfolgenden Gruppe.

Setlist: 1. Intro + Liberum EsentiaIMG 7971 1

            2. Mantra Of Jhator

            3. Echoing Cacophony

            4. Aeons

            5. Sigil Of Trance




IMG 8101 1Denn anschließend stand mit GGU:LL die wohl dröhnendste Band auf dem Programm. Mit jedem Anschlag von „Hoon“ waberte ihr Hyptonic Drone Doom mehr durch die Turbinenhalle, bis man von den Tiefen komplett umhüllt war. Freunde von sehr schleppendem Doom dürften bei den Holländern voll auf ihre Kosten gekommen sein. Die primär grüne Bühnenbeleuchtung passte perfekt. „Het Smerige Kleed Van De Ziel“ wurde logischerweise ohne die bekannte Farida Lemouchi präsentiert, doch das funktionierte genauso gut. Als die Musik in der letzten Hälfte von „Het Masker Vande Wereldt Afgetrocken“ einen Tick schneller wurde, wurde man davon schon fast überrascht, so sehr hatte man sich an die Langsamkeit bereits gewöhnt. Wem das nicht zu extrem war, der wohnte hier einem kraftvollen Auftritt von GGU:LL bei.







Setlist: 1. Hoon

            2. Het Smerige Kleed Van De Ziel

            3. Untitled

            4. Het Masker Vande Wereldt Afgetrocken  

            5. March 28 1941, Drowning


Nun folgten nach GGU:LL um 18.30 Uhr eine zweite aus dem Rahmen fallende Band: Ihre Landsmänner ASTROSONIQ. Die IMG 8306 1sogenannten „Wizards of Oss“ präsentierten einen interessanten, mit vielen psychedelischen Elementen gewürzten Mix aus (Space) Rock, Metal und Jazz. Das Psychedelische gepaart mit schweren Riffs stand dabei im Vordergrund und Sänger Fred van Bergen, der mit weißem Hemd und Sonnenbrille aussah, wie aus den 80er Jahren entsprungen, verlieh der schwer fassbaren Mixtur optisch eine weitere ungewöhnliche Note. Die Musik, die wiederum eher in die 60er und 70er Jahre passte, war evtl. schwer zugänglich, doch Freunde der genannten Genres konnte sie begeistern und wer sich nicht gegen die Reise in andere Galaxien sträubte, konnte hier einen überzeugenden Auftritt erleben. Und vielleicht war dem ein oder anderen aufgefallen, dass SKAN-Gitarrist Ron van Herpen hier erneut auf der Bühne stand.

Setlist: 1. Sound Grenade

            2. Afterlife Rulers

            3. Grifter

            4. Ego Booster

            5. As Soon As They Got Airborne


IMG 8417 1Danach standen um 19.45 Uhr ANTLERS aus Leipzig an und boten einen Kontrast zur Vorgruppe, der schärfer nicht hätte sein können. Im Gegensatz zu vielen Black Metal-Bands optisch schlicht auftretend, machte ihre Musik dafür umso mehr her: Gab es eben noch Space Rock auf die Ohren, donnerte nun erdiger Black Metal durch die Halle und dürfte für diejenigen, die die Band noch nicht kannten, für Überraschung gesorgt haben: Diese Band gehört sicherlich mit zu den besten, die Deutschland zu bieten hat! Bestechend war vor allem der tiefe, vielseitige Gesang. Während bei den meisten Bands die Auftritte reibungslos verliefen, hatten die Leipziger, von denen zwei schon am Vortag bei II auf der Bühne gestanden hatten, bedauerlicherweise wohl im Vergleich mit den meisten technischen Problemen zu kämpfen: Nicht nur, dass der Sound vergleichsweise bei ihnen am schlechtesten war, dann riss dem Bassisten auch noch eine Saite und eine unangenehme Stille entstand. Die übrigen Bandmitglieder taten nichts, um die Pause irgendwie zu überspielen, was ziemlich unbeholfen wirkte. Man konnte nicht einmal erahnen, ob der Auftritt weitergehen würde, entsprechend ratlos reagierte auch das Publikum. Nachdem eine neue Saite aufgezogen worden war, ging es dann auch weiter, aber die Verzögerung führte dann auch noch dazu, dass ANTLERS bei ihrem eigentlich erst vorletzten Lied abgewürgt wurden. Insgesamt also ein holperiger Gig, der von der musikalischen Leistung her dennoch überzeugen konnte. Schade drum!

Setlist: 1. Theom

            2. Heal

            3. Hundreds

            4. Carnival Of Freedom and Betrayal

            5. Metempsychosis


Als URFAUST um 20.45 Uhr auftraten, stürmten fast alle Festivalbesucher in die Halle – der Hype um die Ausnahmeband ist ungebrochen. Bei ihnen war es so voll, wie es bei dem verhältnismäßig wenigen Publikum nur sein konnte. Wie man es von URFAUST gewohnt ist, gab es auch heute ein stimmungsvolles Bühnenbild mit einem Altar voller Kerzen, Räucherwerk und Schädeln, doch speziell für ihren dritten Auftritt bei der Acherontic Arts-Reihe hatten sie sich etwas Besonderes einfallen lassen: Rechts stand der Altar und links Synthesizer. Während sie ihr Set zum Besten gaben, konnten viele im Publikum nicht ruhig stehen bleiben und nach jedem Song brandete Jubel auf – eine Seltenheit an diesem Wochenende. Die sechs Tracks deckten ein breites Spektrum durch die gesamte Diskographie ab und konnten damit die alteingesessenen und die neueren Hörer gleichermaßen begeistern. Die ohnehin schon wahnsinnige Atmosphäre, die die beiden Niederländer zustande bringen, sollte gegen Ende dann von den Synthesizern noch weiter auf die Spitze getrieben werden, doch möglicherweise war dies nun zu viel des Guten. Das liegt im Auge des Betrachters und muss subjektiv entschieden werden, eine Besonderheit war es aber allemal.

Setlist: 1. MedleyIMG 8697 1

            2. Meditatum III

            3. Die kalte Teufelsfaust

            4. Unter Töchtern der Wüste

            5. Rituale I

            6. Rituale II





IMG 8918 1Jetzt gab es einen brachialen Bruch: Um 22 Uhr legten die Death Metaller SULPHUR AEON mit ihren „Incantation(s)“ los. Kenner der Band wissen, dass es hier eine Menge Lovecraft zu hören gibt, was durch maritime Outfits der Band auch optisch unterstrichen wird. Besonders stimmig war das Bild, wenn die Bühne in blaues oder grünes Licht getaucht wurde. Die Jungs aus dem Ruhrpott gaben bei diesem Heimspiel alles, hatten sie doch an diesem Tag auch die längste Spielzeit. „Gateway To The Antisphere“, „Swallowed By The Oceans Tide“, „Into The Courts Of Azathoth“ – es wurde bei perfektem Sound ein Knaller nach dem nächsten rausgehauen. Wohl aber hätte der Sound etwas leiser sein können – andererseits ging einem so die Doublebass noch mehr durch Mark und Bein. Die Show war an Wucht kaum zu überbieten und das Publikum entsprechend begeistert. Die „Ia! Ia! Cthulhu Fthagn“-Rufe am Ende von „Ruins Underneath The Waves“ rundeten den durchweg überzeugenden Auftritt perfekt ab. Die Band, vor allem Sänger M., strahlten eine imposante Präsenz aus, Sound, Atmosphäre und Stimmung waren super – man ist geneigt zu sagen, dass es sich bei SULPHUR AEON um den besten Gig des gesamten Festivals handelte. Durch die längste Spielzeit hatten sie zwar bereits die Headliner-Position des zweiten Tages inne, doch im Grunde hätte nach ihnen Schluss sein können – es war schwer, diesen fulminanten Auftritt noch zu toppen. Das war wirklich „Devotion To The Cosmic Chaos“ in Bestform gewesen.





Setlist: 1. Incantation

            2. Inexorable Spirits

            3. Devotion To The Cosmic Chaos

            4. Gateway To The Antisphere

            5. Swallowed By The Ocean’s Tide

            6. Onwards… Towards Kadath

            7. Into The Courts Of Azathoth

            8. Ruins Underneath The Waves…  


Anschließend wurde es zum letzten Mal wieder schwarzmetallisch, denn den Abschluss des Tages und des gesamten Festivals bildeten SINMARA. Bei den Isländern ging es zwar auch um Chaos Worship, doch ein Vergleich zur Vorgängerband wäre sinnlos, da es sich um zwei grundverschiedene Bands handelt. So war es auch nicht schlimm, dass SULPHUR AEON zuvor ein solches Brett abgeliefert hatten, nach dem eine weitere Death Metal-Band womöglich wie ein Waisenknabe gewirkt hätte – SINMARA konnten jedoch dadurch umso mehr ihre Eigenständigkeit unter Beweis stellen. Genau wie ihre Landsmänner am Vortag lieferten sie eine ordentliche Vorstellung ab, die zwar (besonders um die Uhrzeit) keine leichte Kost war, doch dafür interessant. Isländischer Black Metal ist nunmal eigen. Und diese Band bekommt man auch nicht allzu oft zu sehen. Umso schöner, an diesem Wochenende zwei der Bands von der Insel im Norden erlebt zu haben. Es sei noch angemerkt, dass das erste und das vorletzte Lied erst bald veröffentlicht werden. Nach den Kostproben hier darf man auf das neue Material gespannt sein!

Setlist: 1. Nine HallsIMG 9297 1

            2. Ivory Stone

            3. Verminous

            4. Shattered Pillars

            5. Within The Weaves Of Infinity

            6. Mountains Of Quivering Bones





Fazit Tag 2:

Glücklicherweise war der zweite Tag ganz der Hoffnung entsprechend tatsächlich deutlich besser geworden als der erste, sodass man nach SULPHUR AEON und SINMARA, die zum Schluss noch einmal alle Hirnwindungen durchgepustet hatten, zufrieden nach Hause fahren und sich den wohlverdienten Schlaf gönnen konnte.



Gesamtfazit:

Allem voran war es sehr schade, dass sich trotz des ausgefallenen Billings verhältnismäßig wenige Besucher zum Festival eingefunden hatten, auch wenn der zweite Tag etwas besser besucht war als der erste. Womöglich lag das am nicht gerade günstigen Ticketpreis von 75€ (VVK 69€) für beide Tage bzw. 40€ für einen. Dafür war die Location letztlich dann zu groß, denn sie war nie ansatzweise ausgefüllt. Hier besteht für eine weitere Ausgabe des Festivals also Handlungsbedarf für den Veranstalter. Nötige Änderungen sind auf Facebook auch bereits angekündigt worden, etwa eine kleinere Location. Insgesamt war es trotzdem ein tolles Wochenende mit vielen interessanten Eindrücken und Begegnungen. Hier wurden Bands aufgefahren, die man nicht überall und ständig zu sehen bekommt, sodass sich der Besuch wirklich gelohnt hat. Bei der vierten Ausgabe des Acherontic Arts Fests werden wir von Undergrounded gern wieder am Start sein!

Weitere Informationen

  • Band(s): II, Skan, Dario Mars and the Guillotines, Wolvennest, Sonne Adam, The Ruins Of Beverast, Dread Sovereign, Svartidaudi, Slaegt, Ra Al Dee Experience, Venomous Skeleton, Concatenatus, Ggu:ll, Astrosoniq, Antlers, Urfaust, Sulphur Aeon, Sinmara
  • Wann: 12.05.2013
  • Wo: Turbinenhalle 2 Oberhausen
Gelesen 1017 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 24 Mai 2017 20:45

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